Meine Lieder – Meine Träume (1965)

Es ist schon ein echtes Phänomen: es gibt Filme, die werden in manchen Ländern geliebt, verehrt, geradezu vergöttert. Ihre Popularität nimmt auch nach Jahrzehnten  nicht ab und Ihre Verehrung wird praktisch über Generationen hinweg vererbt. Hier kann jeder die Dialoge – mehr oder minder wortgetreu – wiedergeben und jede Szene aus dem Stegreif nachspielen. Ein schönes Beispiel für einen solchen Kultklassiker aus deutschen Landen ist die Komödie „Die Feuerzangenbowle“ von 1944. Die Geschichte um den von Heinz Rühmann gespielten  Schriftsteller Hans Pfeiffer (mit 3 „F“), der noch einmal die Schulbank drückt, kennt in Deutschland jeder, selbst dann, wenn man den Film vielleicht noch nie gesehen hat. Und ein Ausspruch wie „Aber jeder nor einen wönzigen Schlock!“ bringt auf jedem Polterabend oder jeder Abi-Feier  nach wie vor einen sicheren Lacher. Fragt man aber im Nicht-Deutschsprachigem Ausland nach dem Film, dürfte man auf allgemeines Achselzucken stoßen. Hier dürfte der Film bestenfalls Filmstudenten oder eingefleischten Cineasten, mit einem Hang zum deutschen Film der NS-Zeit ein Begriff sein.

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Die Rückkehr des King Kong (1962)

  • Originaltitel: Kingu Kongu tai Gojira
  • Regie: Ishiro Honda
  • Schauspieler: Tadao Takashima, Kenji Sahara, Yu Fujiki
  • Genre: Monsterfilm, Science-Fiction
  • Land: Japan, USA

Kaum sind die Kinos wieder geöffnet, da bricht schon das erste echte Großereignis über die noch etwas verunsicherten Zuschauer herein. In „Godzilla vs. Kong“ kommt es endlich zum Aufeinandertreffen der beiden Starmonster, auf das über mehrere Jahre und einige Filme von schwankender Qualität, hingearbeitet wurde. Ich habe diesen  „Zweikampf der Giganten“ noch nicht gesehen und möchte mich daher auch nicht in die eine oder andere Richtung äußern. Ich frage mich nur, ob „Godzilla vs. Kong“ besser sein kann als die Trashperle aus den legendären japanischen Toho-Studios, die ich einfach einmal als „Das Original“ bezeichne. Ring frei für den ersten und einzig wahren Kamp zwischen strahlender Urzeitechse und schlaftrunkenem Menschenaffen.

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Themroc

Zwei Fragen haben mich viele Jahre immer wieder einmal umgetrieben und mir dabei so manch schlaflose Nacht bereitet:

  1. Bin ich, dessen Kenntnisse der französischen Sprache über das Mitsummen von „Sur de Pont d’Avignon“ nie hinausgingen, in der Lage einen französischen Film zu sehen UND zu verstehen, ohne auf die synchronisierte Fassung zurückgreifen zu müssen und/oder die deutschen Untertitel einschalten zu müssen?  
  2. Kann man Polizisten grillen?
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Heavens Gate – Das Tor zum Himmel (1980)

Aufseiten von United Artists (UA) war man ich ziemlich sicher, mit Regisseur Michael Cimino einen echten König Midas unter Vertrag zu haben, der alles, was er berührte zu Gold macht. Mit seinem vorherigen Film „Die durch die Hölle gehen“ (The Deer Hunter von 1978) hatte Cimino tatsächlich ein kleines Wunder vollbracht. Das Anti-Kriegsdrama brachte ihm Neun Oscar-Nominierungen, davon fünf Auszeichnungen (u. a. in den Kategorien Bester Film und Beste Regie) ein. Nicht schlecht für einen Mann, der bisher nur zwei weitere Spielfilme gemacht hatte. Getragen auf den Schwingen des Erfolgs, fiel es Cimino nicht schwer, die Verantwortlichen von UA von seinem nächsten Projekt zu überzeugen. Das Western Epos „Heavens Gate“ sollte nicht weniger werden als das neue „Vom Winde verweht“, ein monumentaler Spätwestern, der  alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen würde. Ein Film, der Kritiker wie Zuschauer gleichermaßen in Verzückung versetzen würde.    

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Red Sonja – Brigitte, Arnie und ich

Das Genre des Barbarenfilms war sicherlich nie reich an filmischen Glanzleistungen. Titel wie„Bestmaster – Der Befreier“, „Er – Stärker als Feuer und Eisen“ und Das Schwert des Barbaren“ tragen zwar die Qualität schon beinahe im Namen, lassen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich n den allermeisten Fällen um billig produzierte Massenware vom Fließband mit billigen Tricks, noch billigeren Kulissen und schlechten Darstellern handelt. Die Titulierung „Darsteller“ kommt bei den Filmen allerdings schon einer Auszeichnung gleich, die dem Agieren auf der Leinwand meist kaum gerecht wird. Dennoch versprühen Barbarenfilme für mich so einen ganz bestimmten naiven Charme.  Der Reiz des Dilettantismus ist es, der mich immer wieder zu Conan, Ator, Gunan und natürlich Sonja zieht. Als wäre ich mit einem keltischen Druidenzauber belegt.

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