Das Film-Dreieck (4) – Filme mit L

In diesem Monat war die Bandbreite an Filmen, die wir uns gegenseitig vor die Nase setzen konnten, besonders groß, da wir filmisch nicht auf ein Genre, ein Thema oder z. B. auf einen Regisseur festgelegt waren. Das einzige Auswahlkriterium war, dass der  Titel (deutsch oder original) mit einem “L” beginnen musste. Dementsprechend reicht die Bandbreite von einer Schauergeschichte, über einen klassischen Abenteuerfilm bis hin zum skandalumwitterten erotischen Drama. Also, ein Kessel Buntes, wie es bunter kaum geht. Ob wir den jeweiligen Geschmack des/der Anderen getroffen haben? Lest es am besten selbst. Anmerkungen und Ergänzungen sind wie immer in den Kommentaren mehr als erwünscht.   

Von Wermi für Steffelowski: Der Leuchtturm (2019)

Einleitung (Wermi):  Wie wir alle wissen, ist unser werter Steffelowski sehr bewandert in Filmklassikern und alten Filmen, von denen man noch nicht einmal im Entferntesten etwas gehört hat. Daher wurde er mal wieder mit einem nahezu brandneuem Film angefüttert, der bereits heiß als neuer Klassiker gehandelt wird. “Der Leuchtturm” nimmt sich zudem mit seinem ‘Look and Feel’ Filme der 1920er-Jahre zum Vorbild, ist also vielleicht unter dem Aspekt auch sehr spannend für Stefan, der ein paar von diesen Vorbildern auch kennen dürfte. Für mich ist der Film ein absolutes Erlebnis – ob er einem gefällt oder nicht und ob man mit seiner Symbolik viel anfangen kann oder nicht – und bin daher schon gespannt, wie Stefan mit den ganzen Eindrücken umgeht.

Fazit (Steffelowski): Ich hatte im Vorwege schon einiges über den Film gehört und gelesen und war daher sehr gespannt, was mich konkret erwarten würde. Und, ich muss sagen, der Film war für mich ein ziemlich hartes Stück Arbeit. Die grobe Handlung ist schnell erzählt: Zwei Männer, ein Ex-Seemann (William Defoe) und ein ehemaliger Holzfäller (Robert Pattinson). teilen sich für einen Monat den Job des Leuchtturmwärters auf einer verlassenen felsigen Insel vor der Küste Maines, auf der es ununterbrochen zu stürmen und zu regnen scheint. Von Anfang sind sich beide – von einigen Ausnahmen abgesehen – in tiefer Abneigung zugetan, was sich mit fortschreitender Dauer der Handlung  zusehends verschlimmert. Zusätzlich geplagt von unheimlichen Visionen, Alpträumen und zu viel Schnaps, verlieren die Männer nach und nach den Verstand und ein tödlicher Kampf um das Leuchtfeuer auf der oberen Plattform des Leuchtturms beginnt. Aber das, was da im Licht ist, ist ganz sicher keine Lichtgestalt. Das alles klingt nicht unbedingt nach einem Wohlfühlfilm. Ist es nicht und soll es ganz sicher auch nicht sein. Was den Film ausmacht, ist die Machart. Düster, schwermütig, mit einer konstanten Atmosphäre der Bedrohung und Gefahr gefilmt, wird der Zuschauer darauf eingestimmt, dass die Geschichte nicht gut ausgehen kann. Viele Szenen wirken wie Bilder aus einem Dokumentarfilm, der das triste Dasein von Minenarbeitern aus dem England der 1920er-Jahre beschreibt. Das harte Leben und Arbeiten auf der kargen Insel werden so beinahe körperlich spürbar. Ich konnte sofort komplett in den Film eintauchen, auch wenn sich das nicht immer angenehm anfühlte. Im Gegenteil, an einigen Stellen war es doch sehr intensiv und ich war froh, dass ich mich zuhause warm und trocken auf dem Sofa lümmeln konnte. Das Schauspiel von Dafoe (wie immer grandios) und Pattinson (hat sich schon seit einiger Zeit von seinem Twilight-Image gelöst) kommt bei einem so begrenzten Setting natürlich besonders eindringlich zur Geltung. Schon beinahe beängstigend gut. Ja, aber hat mir der Film gefallen? Schließlich soll es in diesem Feature letztlich ja darum gehen. Hm, schwierig. Der Film ist einerseits auf seine Art unterhaltsam und berührend, andererseits aber auch hässlich und in Teilen sogar wirklich abstoßend. Ganz sicher lässt sich „Der Leuchtturm“ auf vielerlei Art interpretieren und die an vielen Stellen eingestreute Symbolik (ein Leuchtturm als Metapher für einen erigierten Penis?), lädt geradezu dazu ein, in dem Film etwas fast schon Metaphysisches zu sehen. Nun, das soll jeder Zuschauer für sich entscheiden. Ich tue mich in diesem Fall mit einer Interpretation eher schwer. Für mich war „Der Leuchtturm“ eine interessante filmische Erfahrung mit Höhen, Tiefen und auch ein paar Längen. Auf ein eventuelles Sequel könnte ich aber ganz geduldig warten. Yannick, schön, dass ich mich dieser Herausforderung stellen durfte.

Von Ainu für Wermi: Lolita (1962)

Einleitung (Ainu): Es war fast ein Schock, als bei einem der virtuellen Treffen des Klappe!-Teams der Jungspund der Redaktion Farbe bekannte und etwas kleinlaut zugab, dass ihm Lolita nichts sagen würde. Klar, der Begriff an und für sich schon, aber dass sich dieser auf ein Buch von Nabokov, oder besser gesagt einen Film von Kubrick bezieht (hier wurde das Bild von Lolita als verführerische, und verführende, Minderjährige weit mehr befeuert, als in der Buchvorlage), war ihm nicht bewusst. Das erleichterte mir dann natürlich die Auswahl eines Films für dieses Format in diesem Monat extrem. Also Wermi, nachdem du diese Bildungslücke nun schließen konntest, was sagst du zu dem Film? 

Fazit (Wermi): Bisher war ich noch nie der größte Kubrick-Fan, doch mit “Lolita” nahm er sich eine brisante Thematik zur Hand, die ich über die zweieinhalb Stunden Lauflänge mit Spannung verfolgte. Es stimmt, ich hatte keinerlei Ahnung, was mich hier erwarten würde, umso faszinierender fand ich den Film, da mir seine Intentionen gänzlich unbekannt sind und ich mich seit meiner Sichtung mit ihnen beschäftige, schließlich ist er übersät von Doppeldeutigkeiten. Doch erst einmal, worum geht es? Der Hochschulprofessor Humbert ist mittleren Alters und verliebt sich in die 14-jährige Lolita. Um in ihrer Nähe zu sein, verheiratet er sich mit ihrer Mutter und als sie eines Tages bei einem Unfall stirbt, hat er Lolita für sich alleine. Sein Wunsch scheint also in Erfüllung geraten zu sein, doch ist Humbert so sehr von dem jungen Mädchen besessen, dass sich schon bald zwischen den beiden ein toxisches Verhältnis entwickelt.
Das Thema ist ja heute immer noch ein heikles, ich kann mir nur vorstellen welche Reaktionen der Film zu seiner Zeit in den 60ern ausgelöst haben muss. Dazu spielt Kubrick gekonnt mit Doppeldeutigkeiten, die ein permanenter Tanz auf einer Rasierklinge sind. Wirklich konkret wird es in dem Film nie, muss der Zuschauer doch meist selbst sich dazu denken, was denn nun zwischen Humbert und Lolita genau läuft. Und genau hierin steckt Kubricks Genialität, schließlich würde er in dem schlichten zeigen von Erotik gar irgendwelche moralisch bedenkliche Fantasien anreichern. So jedoch sehen wir das Abdriften der Hauptfigur in die wahnhafte Besessenheit in den Fokus gerückt, aus der sie keinen Rückweg findet. Das Wohlergehen von Lolita und ihrer Mutter wurde damit schon längst in den Hintergrund gerückt und die beiden Figuren haben mir echt Leid getan, da sie nur noch ausgenutzt wurden.
Ein wirklich großartiger Film, der auf jeden Fall viel Diskussionsstoff bietet und den ich erstmal richtig verarbeiten muss. Genau die richtig Art von Film also, die ich liebe. Danke dir Ainu, ohne dich wäre ich vermutlich nicht im Entferntesten auf die Idee gekommen, ihn mir anzuschauen.

Von Steffelowski für Ainu: Der letzte Mohikaner  (1992)

Einleitung (Steffelowski): Ich hatte schon immer eine Schwäche für Abenteuerromane und ihre Verfilmungen, besonders dann, wenn sie so gelungen sind, wie die filmische Adaption von J. F. Coopers  Roman, aus dem Jahr 1826. Auch wenn es kleinere Abweichungen gibt, hält sich die Filmhandlung ganz überwiegend an die literarische Vorlage. Das Ganze ist grandios besetzt, packend und temporeich gemacht und bietet alles, was einen klassischen Abenteuerfilm ausmacht. Genau das Richtige für einen Sonntagnachmittag auf dem Sofa. Mara, wann hast du den Film geschaut?

Fazit (Ainu): Tatsächlich war es ein Montagnachmittag (aber immerhin an einem meiner freien Tage, somit einem Sonntagnachmittag doch ebenbürtig) und trotzdem hat der Film auch hier wunderbar funktioniert und seinen vollen Charme entfalten können. Zwar sehe ich hier und da durchaus ein paar Schwachstellen – die Liebesgeschichte geht mir zu plötzlich, die ein oder andere Entscheidung ist eher schwer nachzuvollziehen – nichtsdestotrotz muss ich meinem werten Kollegen recht geben, dass einem der Film alles bietet, was man sich von einem historischen Abenteuerfilm erwartet und einem auf jeden Fall einen unterhaltsamen und spannenden Nachmittag/Abend beschert. Gerade Daniel Day Lewis beweist hier mal wieder eindrucksvoll, was für ein begnadeter Schauspieler er doch ist. Für mich also kein perfekter Film aber eindeutig mein Liebling unter den Kandidaten, die mir bisher in diesem Format so vorgeschlagen wurden. Insofern ein herzliches Dankeschön an Steffelowski für die Filmauswahl – so kann es in Zukunft ruhig weitergehen. 

Filmvergleich (7): „Ladykillers“ (1955) vs. „Ladykillers“ (2004)

Das Klappe!-Team hat wieder einmal zwei Filme aufeinander losgelassen, um zu testen, welcher von beiden in einem unbarmherzigen Schlagabtausch die Oberhand behält. Wer bringt alte Damen besser um die Ecke? Das kultisch verehrte Original aus „Good old England“, oder die Neu-Verfilmung der Coen-Brüder, deren Filme immer für eine Überraschung gut sind? Hat am Ende die Katze oder der Papagei die Nase vorn? Kann sich Obi Wan gegen Forrest durchsetzen oder sticht Inspektor Clouseau letztlich J.J. Jameson aus? Genug gemutmaßt…Ring frei…… 

Es treffen aufeinander… in der weißen Ecke:

Das englische Original von 1955

Ladykillers 

Und in der schwarzen Ringecke lauert:

Das US-Remake von 2004

Ladykillers

Also, ohne Umschweife ans Werk, lasst das Killen beginnen:

Runde 1: Story und Plot

Ainu:

Heruntergebrochen auf ein paar Zeilen: Räuber mieten ein Zimmer bei einer alten Dame und als diese ihnen auf die Schliche kommt beschließen sie, die Werte über den Jordan zu schicken, sterben allerdings allesamt selbst bevor der Job erledigt werden könnte. Nach so einer Zusammenfassung erwarte ich mir von diesem Film zwei Dinge: einen Raub oder Überfall (also ein wenig Heist-Feeling) und aberwitzige Szenen zwischen den Banditen und einer alten Lady (also jede Menge Gelächter aufgrund des schwarzen Humors). Bekommen habe ich leider in beiden Filme kaum etwas, das meine Erwartungen an die Streifen erfüllt hätte. Zu Lachen gab es meiner Meinung nach in beiden Versionen eher wenig, dafür kann man den Coens zu Gute halten, dass sie zumindest einen netten kleinen Heist-Plot erdacht haben, während beim Original in einer einzigen Szene ein Geldtransporter kurz mal überfallen wurde und das war es dann auch schon. Zusätzlich liefern die Coens so einen plausiblen Grund dafür, warum sich die Gangster überhaupt bei der alten Lady einfinden, während man sich diese Frage im Original bis zum Schluss stellt. Ihr lest es also schon raus, dieser Punkt geht für mich eindeutig an das Remake.

Steffelowski:

Ich war einigermaßen überrascht, dass der Film bzw. beide Filme nicht auf einem Theaterstück, sondern auf einem Roman basieren. Die überschaubare Handlung und die wenigen Schauplätze deuteten für mich unbedingt auf etwas hin, das zunächst auf den Londoner Bühnen große Erfolge feiern konnte und erst dann für die Leinwand adaptiert wurde. Besonders das englische Original wirkte auf mich sehr statisch und zäh. Da war das Remake schon ein wenig lebendiger, auch wenn man hier nur aus den Fehlern des Vorgängers gelernt hat, und ein paar weitere Schauplätze eingebaut wurden, die aber für die Handlung nicht wirklich notwendig gewesen wären. Immerhin liefert die Coen-Fassung mit dem Tunnel im Keller zumindest einen Grund dafür, warum die Gangster überhaupt bei der alten Dame einziehen. So war zumindest ein Hauch von Heist-Movie zu spüren, was dem  Original völlig abgeht. Aufgrund des etwas dynamischeren Handlungsflusses und dem Mehr an Locations geht mein Punkt in Runde 1 an das Remake.

Wermi:

Das Erzähltempo ist in beiden Filmen von der langsameren Sorte. Während das Original seinen Fokus dabei ganz klar auf die Interaktion der Räuber mit der alten Dame rückt und der eigentliche Heist zur Nebensache wird, gewährt das Remake dem Raubzug etwas mehr Raum und nimmt sich auch die Zeit jede seiner Figuren einzuführen. Dadurch tut sich das Remake aber keinen großen Gefallen und wirkt über weite Strecken total zerfahren und der Fokus ging ihm komplett verloren. Dazu kommt, dass der Heist an sich auch kaum einen Mehrwert bietet. Da habe ich es lieber, wenn ein Film sich nur einer Sache annimmt und sie wenigstens einigermaßen richtig macht, und hier erkennt das Original seinen Unterhaltungswert in der durchaus witzigen Figurenkonstellation, als sich mehreren Versatzstücken anzunehmen, die für sich bereits nicht besonders gut funktionieren und zusammengesetzt ein total uninspiriertes Bild abgeben wie im Remake. Mein Punkt geht also ganz klar an den britischen Charme des Originals, beim Remake wird das Setting übrigens auf die Südstaaten umgemünzt, was überhaupt nicht gelungen ist.

Zwischenstand Runde 1: Original vs. Remake 1:2

Runde 2: Schauspieler und Figuren 

Ainu:

Ehrlich, auch wenn das Remake mit Namen wie Hanks, Simmons und Wayans aufwarten kann, schlug mein Herz vor Sichtung der Filme hier eindeutig für das Original. Ich meine, Guinness und Sellers alleine reichten mir schon, um meine Mundwinkel nach oben gehen zu lassen. Umso enttäuschter war ich dann, als Guinness nicht mehr als ein merkwürdig dreinblickender Geselle mit eigenwilligem Gebiss war und Sellers eigentlich nur in seiner Nebenrolle verblasste. Ganz allgemein könnte ich euch heute nicht mehr sagen, wer neben den beiden eigentlich noch mitgespielt hat, kein Wunder, waren sämtliche weitere Rollen doch schon nahe am Rande der Belanglosigkeit. Das Problem, die Coens bieten einem zwar deutlich schrägere Vögel, diese sind aber so klischeebehaftet und übertrieben, dass es einfach schon too much ist. Wehmütig dachte ich während der Sichtung an all die genialen Charaktere, die einem die Coens über die Jahrzehnte hinweg beschert hatten und verstand einfach nicht, wie sie sich diesmal so im Ton vergreifen konnten. Und trotzdem bin ich am Ende einfach jemand, der lieber beim bunten Overacting zuschaut, als die Hälfte der Figuren während der Sichtung schon wieder zu vergessen weil sie so nichtssagend sind. Deswegen geht auch hier mein Punkt an das Remake

Steffelowski:

Original wie auch das Remake warten mit großen Namen im Cast auf, wissen hieraus aber kaum Kapital zu schlagen. Im Gegenteil. Sowohl in der Fassung von 1955 wie auch in der Neuverfilmung von 2004, habe ich einige der Figuren nur als nervig, anstrengend oder einfach nur als überflüssig empfunden. Sir Alec Guinness, sicherlich zu seiner Zeit einer der ganz großen Charakterdarsteller, liefert hier nach meinem Empfinden bestenfalls überdrehtes Over-Acting ab, das durch die lächerliche Maske und insbesondere durch das vorstehende Gebiss dann vollends zur (schlechten) Parodie verkommt. Und wo war Peter Sellers? Auch wenn er zum Zeitpunkt von „The Ladykillers“ ganz sicher noch nicht der Star war, der er später durch die „Pink Panther“-Filmreihe werden sollte, taucht er hier leider nur in einer kleinen und dafür sehr blassen Rolle auf. Das Remake konnte mich in puncto Figuren und Schauspiel dann sogar noch weniger überzeugen. Tom Hanks, der sonst in fast jeder Rolle brilliert, wirkt hier völlig überzeichnet, schon beinahe comichaft; seine schlauen Lebensweisheiten gingen mir einfach nur auf die Nerven. Ebenso wie J.K. Simmons, von dem ich mich im Film an nichts mehr erinnern kann, außer dass er ein Toilettenproblem hatte. Wohler gefühlt habe ich mich letztlich mit den englischen Charakteren. Die waren in ihrer Gemütlichkeit und Betulichkeit schon irgendwie knuffig und in gewissen Momenten durchaus liebenswert. Also, ein Punkt für das Original.

 Wermi:

Vom Cast konnte ich als etwas jüngerer Zuschauer natürlich nur etwas vom Remake abgewinnen, auf J. K. Simmons habe ich mich hierbei besonders gefreut, umso mehr ging das jedoch nach hinten los, denn mein Herz begann zu bluten als ich mit ansehen musste wie sehr er und auch Tom Hanks komplett vergeudet wurden. Hinzu kommt, dass ich das ganze Overacting und die Überzeichnung der Figuren im Remake absolut unerträglich fand. Ein weiterer Punkt ist, dass wie bereits erwähnt sich das Remake mehr Zeit nimmt, seine Figuren einzuführen und jedem von ihnen etwas mehr Fleisch zu geben, doch liegt genau hierin ein weiteres Problem des Remakes, nämlich dass es seine Figuren mit triefenden Klischees unterfüttert. Da war es mir eindeutig lieber, mir ein eigenes Bild von den Figuren im Original zu machen, die durch kleine Nuancen hier und da charakterisiert wurden. Zudem hat die Figur der “Lady” auch bloß im Original für mich funktioniert mit ihrer absolut naiven Gutmütigkeit, wie aber auch dem britischen Pflichtbewusstsein. Die Remake-”Lady” wirkte hier bloß wie ein schlechtes und aufdringliches Abziehbild.
Was übrigens bei beiden Film kaum funktioniert hat, war die Hauptfigur, gespielt von Alec Guinness und Tom Hanks. Beiden wurde kein Gefallen damit getan, eine merkwürdige Zahnprotese aufzubürden und Grimassen schneiden zu lassen. Hinzu kommt der total unpassende britische Akzent von Tom Hanks.
Alles in allem klare Nummer für mich, Punkt für das Original.

Zwischenstand Runde 2: Original vs. Remake 3:3

Runde 3: Genre-Taste

Ainu:

Hier könnte man eigentlich meine Ausführungen zu den vorherigen Punkten einfügen, denn wie oben bereits beschrieben, habe ich bei einem Film, der unter das Genre “Kriminalkomödie” fällt, einfach gewisse Erwartungen. Vorne weg, keiner der beiden Filme hat diese wirklich erfüllt, bei keinem musste ich wirklich oft oder herzhaft lachen. Ich konnte allerdings nicht umhin festzustellen, dass ich beim Remake deutlich öfter ein Schmunzeln auf den Lippen hatte als beim Original. Das liegt schlicht an all dem, was ich oben auch bereits ausgeführt habe, denn wenn ich mich zwischen dümmlich aufgekratzt oder geerdet statisch entscheiden muss, wähle ich einfach (zumindest in diesem Genre) immer lieber ersteres. Und somit geht auch mein letzter Punkt an das Remake – sorry.

Steffelowski:

Beide Filme wollen wohl als Kriminalkomödie verstanden werden. Na ja, diese Kategorisierung kann ich bei beiden Filmen nur teilweise nachvollziehen. Die englische Version ist im Hinblick auf den Humor wohl leider auch eher schlecht gealtert. Die wenigen Gags, die man als solche erkennen kann, zünden meist nicht wirklich, um hier nicht den Begriff des Rohrkrepierers strapazieren zum müssen. Und was den Zuschauer des Jahres 1955 hat Tränen lachen lassen, entlockt dem heutigen Publikum meist nur noch ein mildes Lächeln. Vielleicht ist der Humor auch so speziell, dass er nur ein englisches Publikum wirklich zum Lachen bringen kann. Die Humordichte des Remakes ist aber bedauerlicherweise auch nicht viel größer, wenn man mal von den Scherzen in Verbindung mit Pancakes Reizmagen absieht. Wer es denn lustig findet… Ich unterstelle aber, dass man sich bei beiden Filmen die Mühe gemacht hat, ein paar gute Gags ins Drehbuch zu schreiben. Und frei nach dem Motto „Mit viel Aufwand, nichts erreicht“ gebe ich beiden Filmen jeweils einen halben Punkt. Guter Wille sollte schließlich belohnt werden.

 Wermi:

Hier sehe ich den größten Unterschied der beiden Filme und werde meinen Kollegen entschieden widersprechen. Für mich zeichnet das Original aus, dass es sich um eine schwarze Komödie handelt, in die die britische Art und sein Humor eingewoben wurde. In einer Sache stimme ich meinen beiden Mitstreitern zu, sonderlich viele Gags haben bei mir nun auch nicht gezündet, doch war es die Situation und Konstellation selbst, in denen sich die Figuren wiedergefunden haben, die für mich die Komik ausgemacht haben. Ich fand die Prämisse (dass eine Gruppe Räuber sich lieber untereinander gegenseitig umbringt, als eine unschuldige alte Dame) unterhaltsam genug, dass ich auf alles andere auch gut verzichten konnte. Dadurch wird das Original in weiten Teilen zu so einer Art Kammerspiel, wofür ich immer ein Herz habe. Jetzt kommt das Remake aber daher und macht aus dem ganzen quasi ein Heist-Movie. Natürlich ist das respektabel und wünschenswert, dass es wenigstens etwas Eigenes kreieren möchte, doch hier kommt zum Einen meine eigene Präferenz ins Spiel, die nichts mit Heist-Movies anfangen kann, und zum anderen verliert sich das Remake in seiner Identitätsfindung leider viel zu sehr und wirft auch die Stärken des Originals über Bord. Durch die permanente Überzeichnung von allem merkt man ihm an, dass er gerne total witzig wäre, doch bewirkt es leider komplett das Gegenteil und ich hätte am liebsten bei jeder einzelnen Dialogzeile den Film abgeschaltet. Ich habe wirklich selten so fürchterliche Dialoge gesehen, die in so dialoglastigen Komödien allerdings auch von großer Wichtigkeit sind und damit ist das der letzte Sargnagel für das Remake. Auch hier gebe ich dem Original meinen Punkt.

Zwischenstand Runde 3: Original vs. Remake 4,5:4,5

Runde 4: Zuschauerwertung

Nach den rein subjektiven Bewertungen des Klappe!-Teams zu einzelnen Aspekten der Filme werfen wir abschließend noch einen Blick auf die harten Fakten. Wie schneiden beide Filme in den sozialen (Film-)Medien sowie insgesamt in unserer Redaktion ab und wie viel Geld haben sie eingespielt? Hier ein paar nackte Zahlen:

OriginalRemake
IMDB7.7/10,06, 2/10,0
Letterboxd3,7/ 5,02,8/5,0
Rotten Tomatoes (Audience Score)87 %43 %
Boxoffice (weltweit nach IMDB, Stand 28.11.2021)rd. xxx  Mio. US-Dollar*rd. 40 Mio. US-Dollar
Ainus Wertung4,0/104,5/10
Steffelowskis Wertung4,5/104,0/10
Wermis Wertung6/102/10

*keine aussagekräftigen Zahlen vermerkt

Lässt man das Box Office unberücksichtigt, sprechen sich die gängigen Film-Portale doch sehr eindeutig für das Original aus, während das Remake eher den „Geht so“-Status abgreift. Eigentlich etwas wenig, wenn man bedenkt, welche großartigen Filme die Coen-Brüder ansonsten bereits abgeliefert haben. Damit geht der letzte entscheidende Punkt an das Original.

Endergebnis Original vs. Remake 5,5:4,5 Punkte

Somit also ein ganz knapper Sieg für das Original. Das Endergebnis spiegelt  aber insgesamt nicht wirklich wieder, dass sich keiner von  uns mit einem der beiden Filme so wirklich wohl gefühlt hat. Zahlen sind letztendlich doch nur Zahlen.

3 großartige Serienadaptionen von großartigen Filmen

Wie sich doch die Zeiten ändern. Während früher gefühlt jeder Filmschaffende, der etwas von sich gehalten hat, die Serienwelt belächelte, hat dieses Unterhaltungsmedium besonders während der 2000er einen enormen Schub bekommen. Serien können plötzlich aufwendig produziert sein, die Massen erreichen und auch die großen Namen in Hollywood haben immer Mal wieder bei Serien ihre Finger im Spiel. Seriendarsteller sind keine Schauspieler auf dem Abstellgleis mehr, Serien sind nun eine Plattform um sie zu Stars zu machen oder um bereits etablierte Schauspieler eine Spielwiese zu bieten, auf der sie ihre darstellerischen Fähigkeiten vertiefen können.

Serien sind also bereits seit einigen Jahren im Mainstream angekommen. Das zeigt sich auch daran, das große Franchises wie Marvel, Star Wars oder bald Herr der Ringe sich vermehrt an Serienablegern versuchen. Das wäre vorher undenkbar gewesen, stellten Serien im Vergleich zum Film doch augenscheinlich einen Qualitätsverlust dar. Doch mit Serien wie „Die Sopranos“, „Breaking Bad“ und jüngst natürlich „Game of Thrones“ stellten sich die Stärken dieses Mediums heraus, das zu neuem Glanz fand. Dadurch, dass sich Erzählstruktur und Tempo zum Film stark unterscheiden, hat man hier mehr Zeit, eine Geschichte zu entwickeln und auszubauen, Figuren mehr Raum zur Entfaltung zu geben und sie damit stärker zu unterfüttern und schließlich war die Nachfrage für Serien so groß, dass man mit größeren Budgets auch audiovisuell mittlerweile mit Filmen mithalten kann. Szenen wie bspw. „The Battle of the Bastards“ in „Game of Thrones“ findet man selbst in Filmen nur ganz ganz selten in derartiger Imposanz.

Filmschaffende begannen zu erkennen, dass man Serien als Upgrade und nicht mehr als Downgrade sehen kann. So kommt es, dass man darin auch eine Chance sah, Filmstoffe in Serienform zu verpacken, wiederzubeleben und zu erweitern. Dazu werde ich euch abschließend drei Serien exemplarisch einmal vorstellen, die den Stoff von großartigen Filmen auf mindestens ebenso großartige Weise wiederverwertet haben und in welcher Form sie dies angegangen sind.

Hannibal (2013-2015, 39 Episoden in 3 Staffeln)

Als diese Serie erschien, habe ich sie interessanterweise verfolgt, ohne je einen Hannibal-Film und damit Anthony Hopkins in der Rolle des Hannibal Lecters gesehen zu haben. Mittlerweile hat sich das natürlich geändert, aber daraus folgt nun Mal, dass ich bei Hannibal Lecter immer erst das Gesicht von Mads Mikkelsen vor Augen habe. Und ohne Hopkins Darstellung gekannt zu haben, hat mich Mikkelsens Darstellung komplett weggeflasht und dem prominenten Dänen einen großen Platz in meinem Fanherzen gesichert. Doch nun zum Inhalt, wie befasst sich die Serie denn mit der Thematik?

Sie rückt den FBI-Agenten Will Graham und Hannibal Lecter und ihre Beziehung zueinander in den Mittelpunkt. Dabei nehmen wir die meiste Zeit die Perspektive von Will ein, der eine starke empathische Fähigkeit besitzt, die es ihm ermöglicht, sich an Tatorten in die gesuchten Mörder hineinzuversetzen. Gleichzeitig ist er aus diesem Grund aber auch psychisch labil, weshalb er psychiatrische Hilfe von Hannibal Lecter bekommt, von dessen mörderischen und kannibalischen Taten bisher noch niemand etwas ahnt. Als sich ihre Beziehung immer weiter intensiviert, gerät Will immer stärker in eine Abwärtsspirale seiner eigenen Psyche und entwickelt sich für uns zu einem unzuverlässigen Erzähler, der Hannibals Manipulation immer mehr anheimfällt.

Bis zum Schluss der dritten Staffel bleibt der Fokus auch auf den beiden, sie bilden stets den Kern der Handlung und das macht das großartige Finale auch nochmal ganz deutlich. Meiner Meinung nach fliegt die Serie noch viel zu sehr unter dem Radar, birgt sie doch eins der stärksten Staffelfinals, das ich so kenne.

The Mandalorian (seit 2019, bisher 16 Episoden in 2 Staffeln)

Star Wars befindet sich in einer Sinnkrise. Nachdem die neue Trilogie um Episode 7-9 bei Fans gemischte Reaktionen hervorrief und das Filmuniversum ein wenig zu stagnieren schien, kam „The Mandalorian“ für viele Fans wie gerufen. Endlich mal wieder etwas Neues und Eigenständiges, losgelöst von bereits bekannten Handlungssträngen und Figuren.

„The Mandalorian“ macht genau das, was man sich von so einem riesigen und fantastischen Filmuniversum wünscht: Es erweitert die Star Wars-Welt um neue Welten, Figuren und Geschichten, lässt es so unendlich groß erscheinen wie es auch sein sollte und das interessanterweise indem man zeigt, was sich im Kleinen abspielt. Bei der Serie bekommt man schließlich ein besseres Gefühl dafür, wie es sein muss in diesem Universum zu leben.

Das Serienkonzept bietet hier Star Wars die Möglichkeit, jeder Folge eine andere Handschrift aufzudrücken (in der ersten Staffel noch stärker als in der zweiten), wodurch sich die Serie immer wieder aufs Neue erfrischend anfühlt und schließlich nahm man sich der Formel an, hier Episode für Episode ein in sich abgeschlossenes, kleines Abenteuer präsentieren zu können, das sich von den anderen wiederum unterscheidet. Das ist so auch nur als Serie möglich.

Westworld (seit 2016, bisher 28 Episoden in 3 Staffeln)

Hier muss ich vorab gestehen, irgendwo Mitte der zweiten Staffel ausgestiegen zu sein. Daher werde ich mich allein auf Staffel 1 beziehen, die für mich aber absolut perfekt ist und zum besten gehört, das die Serienwelt zu bieten hat.

Es ist erst einige Monate her, da habe ich den „Westworld“-Film von 1973 dank dem lieben Steffelowski erst zum ersten Mal gesehen. Und bei der Sichtung ist mir schließlich aufgefallen, dass der Film eigentlich die perfekte Grundlage für eine Serie bietet. Viele unglaublich interessante Ideen und Themen deutet der Film nur an, die ideal sind um weiter auserzählt zu werden. Es steht jedoch fest, dass er seiner Zeit weit voraus war, doch mit den heutigen Mitteln dürfte es dann kaum verwundern, zu welchem Serienstoff er in der Lage ist.

Die Serie hat deutlich mehr Zeit, dem futuristischen Freizeitpark des Wilden Westens mehr Raum zu gewähren. Zudem werden die „Hosts“ (also die künstlichen Intelligenzen, die den Park bevölkern) stärker in den Fokus gerückt und stellen gar zum Großteil die Hauptfiguren. Dadurch ist hier mehr denn je der Mensch der Böse. Außerdem wurde die Erzählstruktur der Serie mit einigen großartigen dramaturgischen Kniffen versehen, die im Film so vermutlich nicht möglich gewesen wären, ohne zu sehr zu verwirren.

Es ist ein Musterbeispiel dafür, wie eine Serie ihre Stärken ausspielen kann: Figuren stärker unterfüttern, eine Welt weiter ausbauen und detaillierter ausschmücken, der Handlung genügend Zeit zur Entfaltung geben und dabei audiovisuell ein absoluter Genuss zu sein, ohne Abstriche machen zu müssen.


Wie sieht es bei euch aus, welche Serienadaptionen kennt ihr noch, die beweisen, das Filme und Serien mittlerweile gleichwertig sind? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen und diskutiert mit mir.

Filmtipps November 2021

Filme, die auf Fernsehserien basieren, gibt es viel mehr, als man glaubt. Oftmals ist nicht einmal bekannt oder nicht zu erkennen, dass die Wurzeln einer Filmhandlung oder deren Charaktere in einem TV-Renner liegen, dessen letzte Folge schon vor langer Zeit ausgestrahlt wurde. Das Klappe!-Team hat wieder viel Zeit aufgewandt, um ein buntes Potpourri an Filmen zusammenzustellen, die in Verbindung zu einer Fernsehserie stehen und auf den großen Streaming-Diensten zu finden sind. Habt ihr weitere Tipps oder  Empfehlungen zu diesem Thema? Wir sind gespannt.

Ainu empfiehlt: 

Mission: Impossible 

  • Regie: Brian De Palma
  • Genre: Agentenfilm, Action
  • Darsteller: Tom Cruise, Jon Voight, Emmanuelle Béart
  • Zurzeit verfügbar bei: Netflix 

Klassische Spionageelemente gepaart mit atemberaubenden Actionstunts – während man diese beiden Beschreibungen heutzutage eher umdrehen müsste, wenn man von der “Mission Impossible”-Reihe spricht, trifft es bei Teil 1 doch noch ganz gut zu. De Palma legte nämlich, anders als die meisten seiner Nachfolger, das Augenmerk noch deutlich auf den Spionage- und Agentenpart der Story. Wahnwitzige Stunts mit Hubschraubern in Tunneln und ein paar Zentimeter über dem Boden turnenden Hauptdarstellern gab es aber trotzdem schon. Quasi Bond nur ohne die Oneliner und die Gadgets, dafür mit größtenteils handgemachter Action und ein bisschen mehr grittiness.

The Equalizer

  • Regie: Antoine Fuqua
  • Genre: Action
  • Darsteller: Denzel Washington, Marton Csokas
  • Zurzeit verfügbar bei: Netflix 

Wer bei dem Gedanken an Denzel Washington, wie er einen fiesen Schurken mit einer Nagelpistole zur Strecke bringt, nicht augenblicklich am Haken hängt, der hat offenbar eine anderen Vorstellung von einem unterhaltsamen Filmabend als ich. Klar, der in die Jahre gekommene Ex-Agent, der aus dem Ruhestand tritt, um noch einmal ordentlich aufzuräumen, ist wahrlich keine besonders neue oder kreative Geschichte, aber Washington ist nun einmal Washington, und der schafft es eben auch, dass eine doch eher banale Story zu einem richtig sehenswerten Actionfeuerwerk wird. 

Steffelowski empfiehlt:

Starsky & Hutch 

  • Regie: Todd Phillips 
  • Genre: Actionkomödie
  • Darsteller: Ben Stiller, Owen Wilson, Vince Vaughn
  • Zurzeit verfügbar bei: Sky/Sky Ticket 

[Die Serie (Erstausstrahlung im ZDF ab 1978) habe ich als Kind geliebt. Sie war eine dieser typischen Cop-Buddy Dinger, wie sie zuhauf damals im TV liefen. Harte Kerle, coole Autos (unvergessen Starskys Ford Gran Torino) und immer einen kessen Spruch auf der Lippe. Das Ganze natürlich konsequent frauenfeindlich, politisch völlig unkorrekt und (für die damalige Zeit) verstörend brutal. Kein Wunder, dass „im Zweiten“ nur 26 der insgesamt 92 Folgen über die Mattscheibe flimmerten. Der Film lässt alle Versatzstücke der Serie – incl. des Charakters des megacoolen schwarzen Informanten „Huggy Bear“ – wieder aufleben, ist in seiner Tonalität aber doch deutlich klamaukiger angelegt. Stiller und Wilson liefern herrliche Persiflagen auf die Macho-Cops ab. Sehenswert. Als Bonus gibt es auch ein kurzes Wiedersehen mit den beiden Originalen der Serie.   

Die Muppets  – Most Wanted     

  • Regie: James Bobin
  • Genre: Puppenfilm, Komödie
  • Darsteller: The Muppets, Ricky Gervais, Tina Fey,  Danny Trejo
  • Zurzeit verfügbar bei: Disney+

Was haben Sandy Duncan, „Rich“ Little und Lola Falana gemeinsam? Davon abgesehen, dass sie mir bis zu diesem Beitrag gänzlich unbekannt waren, ist jeder von ihnen als Stargast in der TV-Serie „Die Muppet Show“ (1978 -1982) aufgetreten. Zugegeben, es waren auch große Namen (z.B. Peter Ustinov, Roger Moore oder Sylvester Stallone) dabei; richtig warm wurde ich mit der Serie aber nie. Ganz anders ging es mir bei den Muppet-Kinofilmen, die einen eigenen Kosmos aufmachten, in dem Mensch/Puppe nicht wie Fremdkörper, sondern als gelungene Einheit miteinander agieren. „Most Wanted“ bietet eine spannende Story über falsche Kermits und sibirische Gefängnisse, die immer wieder mit interessanten Wendungen zu unterhalten weiß.  Wie üblich,  gibt es unzählige Auftritte bekannter Stars (incl. Til Schweiger) und viele tolle Songs,  die (in der englischen Sprachfassung) für gute Laune sorgen

Wermi empfiehlt:

Filme – Das waren unsere Kinojahre

  • Genre: Dokuserie
  • Zurzeit verfügbar bei: Netflix

Wer einmal die spannendsten Entstehungsgeschichten seiner Lieblingsfilme nacherleben möchte, ist hier genau richtig! Diese Serie pickt sich einzelne Filmklassiker heraus, die es während der Produktion schwer hatten und gibt damit schöne Einblicke. 

Fleabag

  • Idee: Phoebe Waller-Bridge
  • Genre: Dramedy
  • Darsteller: Phoebe Waller-Bridge, Olivia Colman, Andrew Scott
  • Zurzeit verfügbar bei: Amazon Prime

Diese kurzweilige Serie kann ich den Leuten nicht oft genug ans Herz legen! Sie ist die beste Comedy-Serie die ich kenne und ich habe sie mittlerweile bestimmt schon vier Mal gesehen. Da sie auch nur 12 Folgen à 25 Minuten hat, ist sie sehr angenehm durchzugucken und sorgt neben lauten Lachern, die von dem vorzüglichen britischen Humor herrühren, auch für sehr gefühlvolle Momente. Ein absolutes Must-See!

Die 8 besten Filme, die auf einer Serie basieren

Wir haben uns für euch einmal angeschaut, welche Filme alles eigentlich auf einer Serie basieren und während einige ganz offensichtliche dabei sind, gibt es aber auch einige Filme, bei denen man das auf Anhieb vielleicht nicht so auf dem Schirm hatte. Dazu haben wir uns wieder einmal die acht besten herausgesucht und stellen sie euch nun vor!

Batman hält die Welt in Atem (1966)

Lange, bevor Michael Keaton, Christian Bale, Ben Affleck oder – ganz aktuell – Robert Pattinson die nächtlichen Straßen von Gotham City im Fledermauskostüm durchstreiften, patrouillierte bereits ein anderer Schwarzer Ritter in der Stadt. Dieser Batman war aber weit weniger düster und von Selbstzweifeln befallen als all seine Nachfolger. Hier ging es meist quietschbunt und überwiegend  heiter zu. Selbst die Schurken waren so überzeichnet und „drüber“,  dass man sie nie wirklich als Gefahr wahrnahm. Der Film besteht im Grund genommen aus drei aneinander geschnitten Folgen der TV-Serie, die damals ein ziemlicher Hit war. Herrlich verrückt und nicht ernst zu nehmen. Dennoch absolut unterhaltsam, u. a. auch wegen des „Anti-Hai-Bat-Sprays“, eines coolen Batmobils und der bei den Schlägereien aufpoppenden Comic Sprechblasen mit „Pow“, „Bang“ oder „Argghhhh“.

Maverick (1994)

Es gab mal eine Zeit, in der man Filme mit Mel Gibson noch ohne Fremdscham anschauen konnte. „Maverick“ stammt noch aus der Zeit, in der Gibson einen Hit nach dem nächsten in die Kinos brachte. Der Film trifft den Geist der „Classic“ – Serie (1957-1962) an vielen Stellen sehr genau, schafft es aber auch, so manches Klischee des Westerngenres gekonnt auf die Schippe zu nehmen. Mel Gibson hat sichtlich Spaß an seiner Rolle als schlitzohriger Pokerspieler Bret Maverick, der in jeder vermeintlich aufsichtslosen Lage, noch die im Filmtitel genannte Trumpfkarte hervorziehen kann. Wer genau aufpasst, kann so manchen Westernheld vergangener Fernsehtage in Nebenrollen entdecken. Ganz groß natürlich auch der kurze Gastauftritt von „Leathal Weapons“- Partner Danny Glover. Oh, beinahe vergessen, der „Ur-Maverick“, James Garner, ist auch dabei.

Mission Impossible: Fallout (2018)

„Mission Impossible“ und Tom Cruise, das passt einfach. Mit der Serie hat die Filmreihe mittlerweile wohl immer weniger was zu tun, doch damit emanzipierte sie sich zu einer absoluten Größe in der Filmlandschaft und treibt das Actionkino von Film zu Film immer weiter voran. Geht man heute schließlich in einen „Mission Impossible“-Film, so erwartet man sich waghalsige Actionszenen, wie man sie zuvor noch nicht gesehen hat, und eine Story voller Wendungen, in die der Agent Ethan Hunt jedes Mal aufs Neue hineingeworfen wird. Und immer wenn man denkt, dass es nicht mehr krasser geht, setzt „Mission Impossible“ noch einen drauf und so kommt es, dass der letzte Ableger „Mission Impossible: Fallout“ auch den größten Eindruck hinterlassen konnte.

Die nackte Kanone (1988)

Geht man einmal ein paar Listen mit Komödien durch, die man als Filmliebhaber nicht verpassen sollte, wird diese hier ziemlich sicher ziemlich oft auftauchen. Kein Wunder, immerhin gelang dem Gespann Zucker-Abrahams-Zucker, in der Filmwelt auch gerne als ZAZ abgekürzt, hier ein wahrer Geniestreich. Die paar Schwächen, welche die Serie noch aufwies, wurden ausgemerzt, der unverkennbar schräge Humor beibehalten und so eine Persiflage erschaffen, welch Jung und Alt noch heute zum Lachen bringt. Mit dafür verantwortlich zeichnet natürlich auch Hauptdarsteller Leslie Nielsen, der so herrlich blöd schauen kann, dass Worte eigentlich überflüssig sind.    

Die Simpsons (2007)

Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, ob die Filmwelt dem Release vom Simpsons-Kinofilm entgegengefiebert hat, oder doch eher mit Skepsis Richtung Erscheinungstermin starrte. Ich habe mich damals auf jeden Fall darauf gefreut eines der wahnwitzigen Abenteuer der gelben Kultfamilie in Spielfilmlänge auf der großen Leinwand betrachten zu können – und wurde auch nicht enttäuscht. Denn der Kinofilm zur Serie fühlt sich genau so an: wie eine lange Episode, in der man den ganz typischen Wahnsinn Groenings serviert bekommt. 

Star Trek – Zurück in die Gegenwart (1986)

„Die geraden Teile exzellent, die ungeraden taugen nichts“. Diese Faustregel zur Qualität  der Filme aus dem Star Trek Franchise, trifft auf den vierten Auftritt der Enterprise-Crew auf jeden Fall zu. In diesem Abenteuer geht es darum, einen Buckelwal aus unserer Gegenwart in die Zukunft zu bringen, um dort eine globale Katastrophe zu verhindern. Als Spediteur  für diesen Schwertransport reisen Kirk, Spock & Co. per Zeitsprung in das San Francisco von 1986 und der Spaß beginnt. Von brüllend komisch, über temporeich und spannend, bis zu zutiefst ergreifend, wird auf der gesamten Klaviatur, die einen guten Film ausmacht, gespielt. Shatner (wie üblich mit neuer Haarpracht) und Nimoy (hat auch „was am Kopp“) haben eine gute Zeit und fahren mit dem Bus. Mehr muss nicht gesagt werden.

State of Play (2009)

Zu Beginn gleich einmal die Beichte: als dieser Film mit Russell Crowe und Ben Affleck damals im Kino anlief, hatte ich absolut keine Ahnung, dass er auf einer Serie beruht. Bis zum heutigen Tag, habe ich keine einzige Folge der Serie gesehen, kann also eigentlich nichts dazu sagen, inwiefern der Film der Serie treu geblieben ist. Was ich allerdings sagen kann: ich habe den Film inzwischen drei Mal gesehen – und nicht ein einziges Mal hätte ich mich bei der Sichtung gelangweilt. Von der Geschichte her ein relativ klassischen Politthriller, sind es vor allem die hervorragenden Schauspieler, die sich selbst in kleinen Nebenrollen noch finden, die den Film so sehenswert machen. 

Die Unbestechlichen (1987)

Dieser Filmklassiker von Brian de Palma beruht auch tatsächlich auf einer Serie, die bereits Ende der 50er sich mit der Prohibitionszeit und der Verfolgung vom berüchtigten Gangsterboss Al Capone auseinandersetzte. In der Verfilmung gab es dann mit u. a. Kevin Costner, Sean Connery, Andy Garcia und Robert De Niro einen fulminanten Cast und schließlich verstreichen nur wenige Sekunden, bis man in der Eröffnungsszene von der eindrucksvollen Musik vom Meister seines Fachs Ennio Morricone empfangen wird, die tongebend für den Rest des Films sein wird.


Das waren unsere Top Acht und wie immer gibt es natürlich zahlreiche Filme, die unseren Beitrag nur knapp verpasst haben. Checkt also unsere Letterboxd-Liste aus, um herauszufinden, um welche Filme es sich dabei noch alles handelt und diskutiert mit uns gerne in den Kommentaren, wo ihr uns zustimmt und falls euch ein Film in der Aufzählung fehlt, um welchen es sich dabei handelt!