Loving Vincent (2017)

In meiner damaligen Rezension vom Jänner 2018 habe ich folgenden Satz geschrieben: „Nur selten erlebt man es, dass ein Film dem Hype, der um ihn gemacht wird, tatsächlich gerecht wird – doch Loving Vincent ist eines dieser Beispiele.“

Heute, fast vier Jahre später und zwei Sichtungen klüger, stehe ich nach wie vor zu dieser Aussage. Damals wie heute, kann ich nicht umhin, diesen Film allein schon wegen seiner sprühenden Kreativität, den immensen dahinter steckenden Anstrengungen sowie der fesselnden Einzigartigkeit für eines der großen Meisterwerke der jüngeren Animationsgeschichte zu halten, das leider schon wieder droht in Vergessenheit zu geraten.

Für all jene unter euch, die nun keine Ahnung davon haben, wovon ich hier eigentlich rede und was ich mit all diesen Lobhudeleien meine, verlinke ich hier einmal den Trailer zu dem Film:  https://www.youtube.com/watch?v=7JokbD0M7P0.
Selbst dieser kurze Einblick zeigt einem bereits, mit was für einem herausragenden Werk man es hier zu tun hat.

Dutzende Künstler haben keine Kosten und Mühen gescheut, um den Zuschauer eintauchen zu lassen, nicht nur in das Leben und Schaffen eines der größten Maler aller Zeiten, sondern buchstäblich in seine Gemälde selbst. Ich kann es nur immer wieder betonen: Diese Art der Animation ist so bisher einzigartig in der Filmwelt. Wie vortrefflich den Malern das Kopieren von van Goghs Stil gelungen ist, merkt man vor allem auch an den kleinen Dingen. Hier wie dort hat man stets das Gefühl von Bewegung, Lebendigkeit, Farbkraft. Gefühle, Stimmungen, alles wird durch sich ändernde Farbtöne wieder gespiegelt. Geschichte und Animation ergeben so eine unvergleichliche Einheit. Und trotz der kräftigen Strichführung, den dick aufgetragenen Farben, erkennt man jeden Schauspieler, sieht das wundervolle Schauspiel und versteht jegliche Gefühlsregung.

So ganz nebenbei bekommt man dann auch noch so etwas wie eine kleine Detektivgeschichte geboten, die sich in der Zusammenfassung vielleicht etwas simpel anhört, dank eines tollen Drehbuchs aber so viel mehr ist als eine kurze Synopsis vermuten lassen würde. Berührend, mit sehr viel Gespür und einer guten Portion Phantasie wird versucht, dem nach wie vor mysteriösen Ableben van Goghs auf die Schliche zu kommen. Die Auflösung mag sich dabei auf ein paar neue Erkenntnisse stützen, ist am Ende aber auch nicht mehr als bloße Vermutung – eine kreative Freiheit, die einem solchen Werk durchaus erlaubt ist und gut zu Gesicht steht.

Wer es bisher noch nicht getan hat, sollte sich also ganz schnell daran machen, diese beispiellose Hommage, diese eindrucksvolle Liebeserklärung und diese unvergessliche Reise in die Bildwelt eines wahren Genies nachzuholen.

2 Gedanken zu “Loving Vincent (2017)

  1. Gerade erst vor paar Tagen das erste Mal gesehen und ich war hin und weg. Musste paar Mal sogar pausieren, um mir manche der gemalten Frames genauer anzuschauen und auf mich wirken zu lassen. Hier kann man sich wirklich in kleine visuelle Details verlieben, bspw. hatte ich das in einer Szene in der die Hauptfigur einfach nur auf dem Weg nach Paris im Zug sitzt und aus dem Fenster schaut (dabei sieht man die Umgebung und zugleich wie die Figur sich im Fenster spiegelt und alles geht fließend ineinander über). Selten hat mich auf rein visueller Ebene etwas so sehr fasziniert.

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