Steffelowskis kurioses Kino (1) Fimpen, der Knirps (Schweden 1974)

Die Fußball-Weltmeisterschaft 1974, ausgetragen in Deutschland, ist das erste  große Turnier dieser Art, an das ich mich, zumindest vage, erinnern kann. Es war ein schöner Sommer und ich verbrachte die meiste Zeit lieber draußen im Freien als vor dem Fernseher. Hinzu kam, dass längst nicht alle Spiele live gezeigt wurden. Gerade einmal 18 von insgesamt 38 Spielen wurden via Satellit übertragen, größtenteils mit recht schwankender Bild- und Tonqualität. Und einen Fernseher, ganz zu schweigen von einem Farb-TV, hatte auch noch nicht jeder.  

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Wir schauen zusammen „Django“ (1966)

Es ist mal wieder so weit: Wir haben uns passend zum Thema “Italowestern” gemeinsam einen Film herausgesucht, den wir uns anschauen und zu dem wir in einem Feedbackbogen unsere Filmerfahrung wiedergeben. Dafür haben wir tief in die Mottenkiste gegriffen und einen der Ikonen des Genres hervorgezaubert – Sergio Corbuccis “Django”, gespielt von Franco Nero. In dem Film geht es um den titelgebenden Revolverhelden, der einen Sarg hinter sich herzieht und in einem entlegenen Örtchen sich eine Unterkunft sucht. Als er eine Prostituierte vor den dort rivalisierenden Mexikanern und Südstaatlern rettet, verwickelt er sich schnell in eine größere Auseinandersetzung.

Damit eröffnen wir unsere Nachbesprechung:

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Edel sei der Mensch, hilfreich und gut – Die Karl May Filme (1962-1968)

Western Made in Germany? Das klingt seltsam, beinahe schon absurd. Nein, das kann doch nicht funktionieren, oder vielleicht doch? Sieht man mal von einigen Versuchen deutscher Geldgeber ab, zumindest als Co-Produzenten auf den Zug der zeitweise äußerst erfolgreichen Italo-Western aufzuspringen, war da grundsätzlich nicht sehr viel, was der Erinnerung wert wäre. Bestenfalls Skurrilitäten wie „Die Flusspiraten vom Mississippi“ (1959), „Der Kaiser von Kalifornien“ (1936) oder „Potao Fritz“ (1976) bleiben dem geneigten Westernfan da im Kopf. Aber halt, da gab es noch eine Filmreihe in den 1960er-Jahren, die das Genre des Westerns für sich an einigen Stellen neu definierte und nebenbei auch noch ordentlich die Kasse klingeln ließ. Zumindest in Deutschland.

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Mit Schirm, Charme und Melone/The First Avengers

oder Emma, warum hast  du nie geantwortet?

Schön, ist meine Rechnung also aufgegangen. Wer an dieser Stelle noch weiterliest, ist voll in die von mir raffiniert gestellte Falle getappt. Denn hier geht es nicht um Tony, Natasha, Steve oder Bruce. Nein, wir wollen uns mit John, Emma, Cathy und Tara befassen. Denn sie waren die First „Avengers“. Aber hierzu später mehr.

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Meine Lieder – Meine Träume (1965)

Es ist schon ein echtes Phänomen: es gibt Filme, die werden in manchen Ländern geliebt, verehrt, geradezu vergöttert. Ihre Popularität nimmt auch nach Jahrzehnten  nicht ab und Ihre Verehrung wird praktisch über Generationen hinweg vererbt. Hier kann jeder die Dialoge – mehr oder minder wortgetreu – wiedergeben und jede Szene aus dem Stegreif nachspielen. Ein schönes Beispiel für einen solchen Kultklassiker aus deutschen Landen ist die Komödie „Die Feuerzangenbowle“ von 1944. Die Geschichte um den von Heinz Rühmann gespielten  Schriftsteller Hans Pfeiffer (mit 3 „F“), der noch einmal die Schulbank drückt, kennt in Deutschland jeder, selbst dann, wenn man den Film vielleicht noch nie gesehen hat. Und ein Ausspruch wie „Aber jeder nor einen wönzigen Schlock!“ bringt auf jedem Polterabend oder jeder Abi-Feier  nach wie vor einen sicheren Lacher. Fragt man aber im Nicht-Deutschsprachigem Ausland nach dem Film, dürfte man auf allgemeines Achselzucken stoßen. Hier dürfte der Film bestenfalls Filmstudenten oder eingefleischten Cineasten, mit einem Hang zum deutschen Film der NS-Zeit ein Begriff sein.

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Universal Dark Universe gestern, heute ….und morgen?

Angespornt durch den überwältigenden und bereits seit Jahren anhaltenden  weltweiten Erfolg  der Superhelden-Filme  aus dem Hause Marvel, kam 2017 der Film „Die Mumie“ in die Kinos. Das  produzierende Studio, Universal Studios aka. Universal Pictures, versprach vollmundig, dass es sich hierbei  um den ersten Film einer ganzen Reihe von Stoffen handelt, in denen den klassischen Filmmonstern wie Dracula, Frankensteins Monster, dem Werwolf und dem Unsichtbaren neues Leben eingehaucht werden sollte. Wiederum in Anlehnung an das Marvel Cinematic Universe (MCU) war der Plan, mehrere Streifen in die Kinos zu bringen, in denen  die „Origin-Story“ der jeweiligen Figur erzählt werden sollte, um dann später die Kreaturen in gemeinsamen Filmen mit- oder gegeneinander kämpfen zu lassen. Peu à peu sollten dann weitere  bereits bekannte oder auch neue Figuren etabliert werden. Das Sortiment an Charakteren würde sich so stetig vergrößern und könnte dann in  immer neuen Filmen beliebig miteinander kombiniert werden.

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Klappe-Porträt (5) Ray Harryhausen – Der Herr der Monster

Kennt ihr den Homunkulus, den Vogel Roch, Talos oder Mighty Joe? Nein? Wie schade. Denn es lohnt sich. Was sie alle eint, ist der Umstand, dass Ihnen ein Mann Leben eingehaucht und das Laufen beigebracht hat. Die Rede ist von Ray Harryhausen, einem der ganz großen Visionäre des populären Kinos und ein Mann, der wie nur wenige andere vor und nach ihm, die filmische Tricktechnik beeinflusst und revolutioniert hat.

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Die Rückkehr des King Kong (1962)

  • Originaltitel: Kingu Kongu tai Gojira
  • Regie: Ishiro Honda
  • Schauspieler: Tadao Takashima, Kenji Sahara, Yu Fujiki
  • Genre: Monsterfilm, Science-Fiction
  • Land: Japan, USA

Kaum sind die Kinos wieder geöffnet, da bricht schon das erste echte Großereignis über die noch etwas verunsicherten Zuschauer herein. In „Godzilla vs. Kong“ kommt es endlich zum Aufeinandertreffen der beiden Starmonster, auf das über mehrere Jahre und einige Filme von schwankender Qualität, hingearbeitet wurde. Ich habe diesen  „Zweikampf der Giganten“ noch nicht gesehen und möchte mich daher auch nicht in die eine oder andere Richtung äußern. Ich frage mich nur, ob „Godzilla vs. Kong“ besser sein kann als die Trashperle aus den legendären japanischen Toho-Studios, die ich einfach einmal als „Das Original“ bezeichne. Ring frei für den ersten und einzig wahren Kamp zwischen strahlender Urzeitechse und schlaftrunkenem Menschenaffen.

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