Das Leichenhaus der lebenden Toten (1974)

Ich habe schon lange auf eine Gelegenheit gewartet, diesen Film auf unserer Seite vorstellen und besprechen zu können. Als die Wahl unseres Teams für das Thema des Monats auf „Filme mit  L“ fiel, packt ich die  Gelegenheit beim Schopfe, um ein vergessenes Kleinod des inzwischen schon arg strapazierten Zombie-Genres aus der Gruft des Vergessens zu holen.

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3 großartige Serienadaptionen von großartigen Filmen

Wie sich doch die Zeiten ändern. Während früher gefühlt jeder Filmschaffende, der etwas von sich gehalten hat, die Serienwelt belächelte, hat dieses Unterhaltungsmedium besonders während der 2000er einen enormen Schub bekommen. Serien können plötzlich aufwendig produziert sein, die Massen erreichen und auch die großen Namen in Hollywood haben immer Mal wieder bei Serien ihre Finger im Spiel. Seriendarsteller sind keine Schauspieler auf dem Abstellgleis mehr, Serien sind nun eine Plattform um sie zu Stars zu machen oder um bereits etablierte Schauspieler eine Spielwiese zu bieten, auf der sie ihre darstellerischen Fähigkeiten vertiefen können.

Serien sind also bereits seit einigen Jahren im Mainstream angekommen. Das zeigt sich auch daran, das große Franchises wie Marvel, Star Wars oder bald Herr der Ringe sich vermehrt an Serienablegern versuchen. Das wäre vorher undenkbar gewesen, stellten Serien im Vergleich zum Film doch augenscheinlich einen Qualitätsverlust dar. Doch mit Serien wie „Die Sopranos“, „Breaking Bad“ und jüngst natürlich „Game of Thrones“ stellten sich die Stärken dieses Mediums heraus, das zu neuem Glanz fand. Dadurch, dass sich Erzählstruktur und Tempo zum Film stark unterscheiden, hat man hier mehr Zeit, eine Geschichte zu entwickeln und auszubauen, Figuren mehr Raum zur Entfaltung zu geben und sie damit stärker zu unterfüttern und schließlich war die Nachfrage für Serien so groß, dass man mit größeren Budgets auch audiovisuell mittlerweile mit Filmen mithalten kann. Szenen wie bspw. „The Battle of the Bastards“ in „Game of Thrones“ findet man selbst in Filmen nur ganz ganz selten in derartiger Imposanz.

Filmschaffende begannen zu erkennen, dass man Serien als Upgrade und nicht mehr als Downgrade sehen kann. So kommt es, dass man darin auch eine Chance sah, Filmstoffe in Serienform zu verpacken, wiederzubeleben und zu erweitern. Dazu werde ich euch abschließend drei Serien exemplarisch einmal vorstellen, die den Stoff von großartigen Filmen auf mindestens ebenso großartige Weise wiederverwertet haben und in welcher Form sie dies angegangen sind.

Hannibal (2013-2015, 39 Episoden in 3 Staffeln)

Als diese Serie erschien, habe ich sie interessanterweise verfolgt, ohne je einen Hannibal-Film und damit Anthony Hopkins in der Rolle des Hannibal Lecters gesehen zu haben. Mittlerweile hat sich das natürlich geändert, aber daraus folgt nun Mal, dass ich bei Hannibal Lecter immer erst das Gesicht von Mads Mikkelsen vor Augen habe. Und ohne Hopkins Darstellung gekannt zu haben, hat mich Mikkelsens Darstellung komplett weggeflasht und dem prominenten Dänen einen großen Platz in meinem Fanherzen gesichert. Doch nun zum Inhalt, wie befasst sich die Serie denn mit der Thematik?

Sie rückt den FBI-Agenten Will Graham und Hannibal Lecter und ihre Beziehung zueinander in den Mittelpunkt. Dabei nehmen wir die meiste Zeit die Perspektive von Will ein, der eine starke empathische Fähigkeit besitzt, die es ihm ermöglicht, sich an Tatorten in die gesuchten Mörder hineinzuversetzen. Gleichzeitig ist er aus diesem Grund aber auch psychisch labil, weshalb er psychiatrische Hilfe von Hannibal Lecter bekommt, von dessen mörderischen und kannibalischen Taten bisher noch niemand etwas ahnt. Als sich ihre Beziehung immer weiter intensiviert, gerät Will immer stärker in eine Abwärtsspirale seiner eigenen Psyche und entwickelt sich für uns zu einem unzuverlässigen Erzähler, der Hannibals Manipulation immer mehr anheimfällt.

Bis zum Schluss der dritten Staffel bleibt der Fokus auch auf den beiden, sie bilden stets den Kern der Handlung und das macht das großartige Finale auch nochmal ganz deutlich. Meiner Meinung nach fliegt die Serie noch viel zu sehr unter dem Radar, birgt sie doch eins der stärksten Staffelfinals, das ich so kenne.

The Mandalorian (seit 2019, bisher 16 Episoden in 2 Staffeln)

Star Wars befindet sich in einer Sinnkrise. Nachdem die neue Trilogie um Episode 7-9 bei Fans gemischte Reaktionen hervorrief und das Filmuniversum ein wenig zu stagnieren schien, kam „The Mandalorian“ für viele Fans wie gerufen. Endlich mal wieder etwas Neues und Eigenständiges, losgelöst von bereits bekannten Handlungssträngen und Figuren.

„The Mandalorian“ macht genau das, was man sich von so einem riesigen und fantastischen Filmuniversum wünscht: Es erweitert die Star Wars-Welt um neue Welten, Figuren und Geschichten, lässt es so unendlich groß erscheinen wie es auch sein sollte und das interessanterweise indem man zeigt, was sich im Kleinen abspielt. Bei der Serie bekommt man schließlich ein besseres Gefühl dafür, wie es sein muss in diesem Universum zu leben.

Das Serienkonzept bietet hier Star Wars die Möglichkeit, jeder Folge eine andere Handschrift aufzudrücken (in der ersten Staffel noch stärker als in der zweiten), wodurch sich die Serie immer wieder aufs Neue erfrischend anfühlt und schließlich nahm man sich der Formel an, hier Episode für Episode ein in sich abgeschlossenes, kleines Abenteuer präsentieren zu können, das sich von den anderen wiederum unterscheidet. Das ist so auch nur als Serie möglich.

Westworld (seit 2016, bisher 28 Episoden in 3 Staffeln)

Hier muss ich vorab gestehen, irgendwo Mitte der zweiten Staffel ausgestiegen zu sein. Daher werde ich mich allein auf Staffel 1 beziehen, die für mich aber absolut perfekt ist und zum besten gehört, das die Serienwelt zu bieten hat.

Es ist erst einige Monate her, da habe ich den „Westworld“-Film von 1973 dank dem lieben Steffelowski erst zum ersten Mal gesehen. Und bei der Sichtung ist mir schließlich aufgefallen, dass der Film eigentlich die perfekte Grundlage für eine Serie bietet. Viele unglaublich interessante Ideen und Themen deutet der Film nur an, die ideal sind um weiter auserzählt zu werden. Es steht jedoch fest, dass er seiner Zeit weit voraus war, doch mit den heutigen Mitteln dürfte es dann kaum verwundern, zu welchem Serienstoff er in der Lage ist.

Die Serie hat deutlich mehr Zeit, dem futuristischen Freizeitpark des Wilden Westens mehr Raum zu gewähren. Zudem werden die „Hosts“ (also die künstlichen Intelligenzen, die den Park bevölkern) stärker in den Fokus gerückt und stellen gar zum Großteil die Hauptfiguren. Dadurch ist hier mehr denn je der Mensch der Böse. Außerdem wurde die Erzählstruktur der Serie mit einigen großartigen dramaturgischen Kniffen versehen, die im Film so vermutlich nicht möglich gewesen wären, ohne zu sehr zu verwirren.

Es ist ein Musterbeispiel dafür, wie eine Serie ihre Stärken ausspielen kann: Figuren stärker unterfüttern, eine Welt weiter ausbauen und detaillierter ausschmücken, der Handlung genügend Zeit zur Entfaltung geben und dabei audiovisuell ein absoluter Genuss zu sein, ohne Abstriche machen zu müssen.


Wie sieht es bei euch aus, welche Serienadaptionen kennt ihr noch, die beweisen, das Filme und Serien mittlerweile gleichwertig sind? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen und diskutiert mit mir.

Science Fiction – Was ist das (und was nicht)?

Gastbeitrag von Ma-Go

Epische Weltraumschlachten, ferne Planeten, feindlich gesonnene Außerirdische und futuristische Mega-Städte. Schlagwörter, die bei den meisten Filmfans eine klare Assoziation hervorrufen: Science-Fiction. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff? Was zunächst wie eine recht banale Frage erscheinen mag, erweist sich bei näherer Betrachtung als durchaus konfliktbehafteter Diskussionsstoff. Denn eine allgemeingültige Definition des Genres sucht man ebenso vergeblich wie eine klare Abgrenzung zu anderen Genres und Gattungen. Dies führt dazu, dass jeder Filmfan eine etwas andere Vorstellung davon hat, was denn nun als Science-Fiction gewertet werden sollte und was eben nicht. Schaut man sich auf diversen Filmseiten Listen zu den besten/erfolgreichsten Sci-Fi-Filmen aller Zeiten an, tauchen oft die gleichen Titel auf. Bei manchen davon lässt sich aber zumindest darüber diskutieren, ob es sich hierbei tatsächlich um Sci-Fi im eigentlichen Sinne handelt. Andere Filme hingegen, die inhaltlich sehr wohl dem Science-Fiction Genre zugeordnet werden könnten, sucht man auf solchen Listen oftmals vergeblich. Der folgende Beitrag befasst sich anhand einiger konkreter Filmbeispiele mit der Frage, was Science-Fiction für den Autor dieser Zeilen genau bedeutet und was eben nicht.

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Universal Dark Universe gestern, heute ….und morgen?

Angespornt durch den überwältigenden und bereits seit Jahren anhaltenden  weltweiten Erfolg  der Superhelden-Filme  aus dem Hause Marvel, kam 2017 der Film „Die Mumie“ in die Kinos. Das  produzierende Studio, Universal Studios aka. Universal Pictures, versprach vollmundig, dass es sich hierbei  um den ersten Film einer ganzen Reihe von Stoffen handelt, in denen den klassischen Filmmonstern wie Dracula, Frankensteins Monster, dem Werwolf und dem Unsichtbaren neues Leben eingehaucht werden sollte. Wiederum in Anlehnung an das Marvel Cinematic Universe (MCU) war der Plan, mehrere Streifen in die Kinos zu bringen, in denen  die „Origin-Story“ der jeweiligen Figur erzählt werden sollte, um dann später die Kreaturen in gemeinsamen Filmen mit- oder gegeneinander kämpfen zu lassen. Peu à peu sollten dann weitere  bereits bekannte oder auch neue Figuren etabliert werden. Das Sortiment an Charakteren würde sich so stetig vergrößern und könnte dann in  immer neuen Filmen beliebig miteinander kombiniert werden.

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Der Mockbuster – Besser schlecht kopiert…ach was, vergesst es, das ist doch alles Mist

Viele mögen sie, so wie die Autorin dieser Zeilen auch, lediglich aus Rezensionen anderer kennen. Ein Spukgespenst, zumeist hierzulande mit einem Namen assoziiert, den man als Filmfreund eigentlich nur mit gerümpfter Nase aussprechen kann: The Asylum.  Doch das amerikanische Filmstudio mit dem verheißungsvollen Namen ist bei weitem nicht der erste und schon gar nicht der einzige Akteur, der sich auf ein ganz spezielles, bereits im Beitragstitel vorweggenommenes Genre spezialisiert hat: den Mockbuster.

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Superhelden im Film: Vom B-Movie Charme zum Kassenschlager

Auch wenn die derzeitig Flut an Superheldenfilmen einen schon beinahe nostalgisch an die alten Zeiten zurückdenken lässt, muss man bei genauerem Hinsehen doch feststellen, dass dieses Genre eigentlich alles andere als blutjung ist und Kinogänger schon seit Jahrzehnten begleitet. Natürlich gab es immer mal wieder Hochs und Tiefs und solch einen Hype wie heutzutage hat das Genre vorher auch noch nie erlebt, trotzdem war es spannend zu sehen, dass sich maskierte Helden bereits seit den 40er Jahren auf der Leinwand tummeln und die von ihnen ausgehende Faszination all die Jahre überdauern konnte. Deswegen habe ich mir mal die Mühe gemacht, mich ein wenig durch die Jahrzehnte zu schauen und euch einen kleinen Überblick über das Genre zu geben.

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Steffelowskis vollkommen unvollständige Liste der Filmklassiker

Schaut man sich nach Filmklassikern um, kann man schnell verzweifeln. So viele Listen, so viele Meinungen. Jeder hat seine Lieblinge und seine Hassobjekte. Was dem einen lieb und teuer ist, verabscheut  der andere zutiefst. Wo anfangen, wo aufhören mit der Suche? Ist hier die IMDB der Quell der Weisheit oder vielleicht doch die Seite der TV-Spielfilm? Nichts Genaues weiß man nicht. Ich habe dann schnell davon abgesehen, in den gängigen Listen für Filmklassiker zu stöbern und einfach auf meinen eigenen Filmfundus zurückgegriffen. Hierbei war ich teils auf Erinnerungen an längst vergangene Fernseh- und Kinostunden angewiesen,  teils konnte ich aber auf den eigenen DVD/Blu-Ray-Bestand zurückgreifen. Schaut doch einfach mal rein:

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Eine Kategorisierung der Liebesfilme

Seit Anbeginn der Filmgeschichte spielten Liebesfilme immer schon eine große Rolle und waren stets eine sichere Bank, um die Menschen scharenweise in die Kinos zu locken. Ob Straßenfeger „Vom Winde verweht“, „Casablanca“, „Dirty Dancing“, „Titanic“ oder gar heutzutage ein „Your Name“.

Sie alle nehmen sich seit nunmehr über 100 Jahren dem Thema Liebe auf verschiedene Art und Weise an. Im Folgenden werde ich versuchen, eine Kategorisierung vorzunehmen, wie unterschiedlich Filme sich der Thematik annehmen können und welche Facetten der Liebesfilm alle anbietet.

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