Filme, in denen der Sommerurlaub zum Albtraum wird

Viele Urlauber und Urlauberinnen kennen das. Man freut sich auf den gebuchten All-Inclusive Aufenthalt im ausgewählten Hotel und dann gibt es am Frühstücksbuffet nur eine Sorte Käse, das Wasser im Pool ist viel zu kalt, der Kies am Strand so grob, dass er an den nackten Füßen schmerzt, das liebestolle Pärchen im Nachbarzimmer raubt einem mit seinen lüsternen Geräuschen nächtens den Schlaf und dann regnet es auch noch an einem Tag von morgens bis abends. Kurz gesagt: Der Urlaub wird zum Reinfall. Dass es jedoch noch viel schlimmer kommen und die Ferien auch in einer tatsächlich tödlichen Lage enden können, zeigen uns diese ausgewählten Filme.

Stellt euch vor, ihr freut euch seit Wochen auf den gebuchten Strandurlaub. Ihr kommt an und die Stimmung ob des anstehenden wichtigsten nationalen Feiertags ist ebenso bombig wie das Wetter. Alsbald stürzt ihr euch in das klare kühle Nass und genießt euren Urlaub, als plötzlich ein sieben Meter langer und drei Tonnen schwerer weißer Hai durch die badende Menge pflügt und sich das Meer rot färbt. Als wäre das nicht nervig genug, werden aus Sicherheitsgründen die lokalen Strände gesperrt und der Urlaub ist im Eimer. Dieser Vorfall aus Steven Spielbergs „Der Weiße Hai“ aus dem Jahr 1975 dürfte wohl eines der bekanntesten Beispiele dafür sein, wie in Filmen der Sommerurlaub zur echten Katastrophe wird. Allerdings gibt es da auch noch einige weitere Werke, die ebenfalls eine Sichtung wert sein könnten.

The Shallows (2016), von Jaume Collet-Serra

Bleiben wir zunächst beim Thema Haie. In „The Shallows“ spielt Blake Lively eine Surferin, die an einen versteckten Strand irgendwo in Mexiko reist, um dort ihrem Hobby nachzugehen und zu sich selbst zu finden. Die Szenerie ist traumhaft schön und die Wellen günstig, bis die Surferin von einem Hai angegriffen und schwer verwundet wird. Gerade so schafft sie es, sich auf eine nahegelegene Felsformation im Wasser zu retten, wo sie jedoch in der Falle sitzt. Hai-Filme gibt es bekanntlich wie Sand am Meer, wobei viele davon eher in den Trash-Bereich fallen. „The Shallows“ gehört meiner Meinung nach ganz klar zu den besseren Exemplaren.

 

Hügel der blutigen Augen (1977), von Wes Craven

In Wes Cravens Film „Hügel der blutigen Augen“ aus dem Jahr 1977 ist Familie Carter mit dem Wohnwagen unterwegs Richtung Sommerurlaub. Als sie gegen die ausdrückliche Warnung eines Einheimischen eine Abkürzung durch die Wüste nehmen wollen, erleidet ihr Wagen eine Panne und die Familie sitzt fest. Bald stellt sich heraus, dass die Gegend nicht so verlassen ist, wie anfangs angenommen, da es auf dem ehemaligen Atomwaffenversuchsgelände von degenerierten Kannibalen nur so wimmelt. Selbstverständlich kommen nicht alle Familienglieder an der geplanten Urlaubsdestination an.

Übrigens gibt es zu dem Film ein vielleicht sogar besseres Remake aus dem Jahr 2006, das ebenfalls sehenswert ist.

 

Midsommar (2019), von Ari Aster

Im aktuellsten Film dieser Liste reist eine Gruppe von Freunden nach Schweden, um dort in einem idyllischen Dorf an den Feierlichkeiten des Midsommarfestes, der Sommersonnenwende, teilzunehmen. Relativ schnell wird klar, dass diese Feier anders ist als das, was man aus der IKEA-Werbung kennt. Neben fröhlichem Gesang und Blumenschmuck stehen nämlich auch ein paar groteske Rituale auf dem Programm, die den Trip zu einem echten Albtraum werden lassen. Skål!

 

From Dusk Till Dawn (1996), Robert Rodriguez

Stellt euch vor, ihr seid mit euren zwei Kindern und dem Wohnmobil auf dem Weg in den Sommerurlaub. Ihr ahnt nichts Böses, als plötzlich zwei durchgeknallte flüchtige Bankräuber auftauchen und euch als Geiseln mitnehmen, um unbemerkt über die mexikanische Grenze zu kommen. Als wäre das nicht schon schlimm genug, bringen euch die beiden in einen verruchten Schuppen namens „Titty Twister“, wo die Situation dann vollkommen eskaliert und ein ungeahntes Gemetzel seinen Lauf nimmt. Genau das passiert nämlich in „From Dusk Till Dawn“, einem Film, den ich sehr mag und jedem nur dringend empfehlen kann.

 

The Impossible (2012), von J.A. Bayona

Auf einer wahren Geschichte beruhend, geht es in diesem Katasrophen-Drama um eine Familie, die über Weihnachten Urlaub in Thailand macht und dort von dem verheerenden Tsunami überrascht wird, der das Land 2004 verwüstete. Neben dem eigenen Überleben in den Fluten, geht es im Film vor allem darum, im absoluten Chaos seine Lieben wieder zu finden, von denen man nicht mal weiß, ob sie überhaupt noch am Leben sind. Ein sehr packender und mitreißender Film.

 

Eden Lake (2008), von James Watkins

Jenny und Steve wollen an einem abgelegenen See zelten gehen und sich ein paar schöne Sommernächte machen. Vor Ort stößt das Pärchen jedoch auf eine Gruppe pöbelnder Jugendlicher, die die Zweisamkeit erheblich stören. Die Pöbeleien werden zu einem handfesten Streit und dieser letztendlich zu einem blutigen Konflikt, der den Film zu einem der schockierendsten Thriller macht, die ich kenne. Die Campingstimmung ist danach jedenfalls im Eimer…

 

Tödliche Ferien (1970), von Robert Fuest

Aufgepasst! Hierbei handelt es sich nicht um das 2010er Remake „Mörderische Ferien“, das wie die Vorlage den Originaltitel „And Soon The Darkness“ trägt. Im Original von 1970 reisen zwei Frauen namens Jane und Cathy auf ihren Fahrrädern durch das ländliche Frankreich. Unterwegs geraten die beiden Freundinnen im Streit aneinander und trennen sich. Kurz darauf ist Cathy spurlos verschwunden und Jane macht sich auf die Suche nach ihrer Freundin. Ihre Ermittlungen lassen das Schlimmste vermuten…

 

Ruinen (2008), von Carter Smith

Vier amerikanische Touristen machen Urlaub in Mexiko. Als sie einen anderen Touristen treffen, der seinen verschwundenen Bruder sucht, beschließen sie sich an der Suche zu beteiligen und brechen in den Dschungel auf. Als sie an eine alte Maya-Tempelruine kommen, treffen sie auf ein paar Eingeborene, die sie zwingen, den Tempel zu besteigen. Dort stellen die Freunde fest, dass der Tempel von einer Art menschenfressender Pflanze bewohnt wird. Der Film ist nicht wirklich gut. Aber die Idee ist doch verrückt genug, dass sie ihren Platz auf dieser Liste verdient hat.

 

Revenge (2017), von Coralie Fargeat

Jen und Richard genießen ein romantisches Wochenende in einem Sommerhaus, als unangekündigt Richards Freunde auftauchen und einen Jagdausflug unternehmen wollen. Bevor es losgeht vergewaltigt einer der Kumpels Jen. Um den Vorfall zu vertuschen, stößt Richard seine Geliebte von einer Klippe in den sicheren Tod. Doch unglücklicherweise überlebt Jen den Sturz und macht sich nun selbst auf die Jagd nach ihren Peinigern. Wie der Titel schon erahnen lässt, handelt es sich bei dem französischen Film „Revenge“ um einen Prototyp des Rape-and-Revenge-Films, in dem es sehr hart und blutig zur Sache geht.

 

A perfect Getaway (2009), von David Twohy

Cliff und Cydney sind frisch verheiratet und verbringen ihre Flitterwochen auf Hawaii. Dort wollen sie über einen Wanderpfad zu einem einsam Strand wandern. Unterwegs treffen sie auf vereinzelte Mitreisende und erfahren, dass es kürzlich einen Mord an einem anderen frisch verheirateten Pärchen gegeben hat, das ebenfalls zu Fuß unterwegs war. Beunruhigend, nicht wahr? Und tatsächlich entwickelt sich in der Folge ein ungeahnt spannender Thriller vor traumhafter Kulisse.

 

Wem das jetzt nicht genug Sommerurlaub voller Mord, Blut, Unfällen und Gewalt war, dem seien in aller Kürze auch noch diese Filme hier ans Herz gelegt:

  • Hostel (2005)
  • Turistas (2006)
  • Spurlos verschwunden (1988)
  • Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
  • Wolf Creek (2005)
  • Blutiger Sommer (1983)

 

Wenn also euer nächster Urlaub wegen der aktuellen Lage rund um Corona vielleicht nicht ganz so gelöst wie üblich wird, sei es weil nicht alle Programmpunkte in der gewohnten Form angeboten werde können, sexuelle Aktivitäten auf langweilige vier Personen maximal begrenzt sind oder weil die eigenen Kinder selbst betreut werden müssen, solltet ihr positiv bleiben. Denn wie ihr seht, kann es in Form von degenerierten Kannibalen, Vampiren, menschenfressenden Pflanzen, Haiangriffen oder menschenopfernden Sektenspinnern immer noch viel, viel schlimmer kommen. In diesem Sinne, schönen Urlaub!

10 Gedanken zu “Filme, in denen der Sommerurlaub zum Albtraum wird

  1. Pingback: Summer Lovin‘ – Sommerliche Liebesfilme | Klappe!

  2. Schöne und abwechslungsreiche Zusammenstellung. „Eden Lake“ hab ich vor vielen Jahren im Rahmen des Fantasy Filmfests gesehen und der hat mich echt total umgehauen. Ich fand den so „berührend“ im Sinne von „in eine solche Situation könnte man tatsächlich mal geraten“. Die Gewalt fand ich so dermaßen drastisch, weil so realistisch. Ich habe mir den Film damals als DVD und später dann auch noch als BR gekauft, aber nie wieder geguckt. Ich trau mich da einfach kein zweites Mal ran. Sheriff hin oder her 🤠

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  3. Pingback: Reminder Ausgabe 8: Sommer, Sonne, Todesfälle | Klappe!

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