Summer Lovin‘ – Sommerliche Liebesfilme

Wer an Filme mit sommerlichem Motiv denkt, dem kommen wahrscheinlich als Erstes zwei große Genres in den Sinn: einerseits Horrorfilme (immerhin haben die armen Haie ihren schlechten Ruf nicht von ungefähr), mit denen sich mein werter Kollege Ma-Go in einem eigenen Beitrag auseinandersetzt, und Liebesfilme in all ihren Ausprägungen. Genau mit diesem zweiten Genre möchte ich mich in diesem Beitrag ein wenig eingehender beschäftigen, und euch ein paar sehenswerte, oder zumindest kultige, Beispiele nennen. Also holt schon mal den Wein (und zur Sicherheit auch gleich die Taschentücher) hervor und folgt mit mir gemeinsam den liebestollen Fußabdrücken im Sand.

Fangen wir doch am besten gleich mal mit einer besonders beliebten Kombination an – Liebesfilm und Musical.
Hier diente ein Song aus einem besonders bekannten Vertreter dieses Subgenres sogar als Inspiration für den Titel dieses Beitrages: die Rede ist natürlich von „Grease“. Der Film aus dem Jahre 1978 mit John Travolta und Olivia Newton-John in den Hauptrollen, hat inzwischen einen gewissen Kultstatus erlangt und gilt für Viele als einer der Musicalfilme, die man gesehen haben sollte. Obwohl die Geschichte dabei denkbar simpel ausfällt: Junge und Mädchen erleben eine Sommerromanze und müssen feststellen, dass zurück an der Highschool nicht mehr alles ganz so einfach und eitel Sonnenschein ist, bis sie schließlich glücklich gemeinsam in den Sonnenuntergang fahren. Klingt banal, ist es auch, und gerade in der heutigen Zeit muten manche Drehbuchentscheidungen und Botschaften des Films schon arg angestaubt an, aber eines hat der Film dann doch zu bieten, das zeitlos ist und auch nach all den Jahren noch immer gleich gut funktioniert wie damals…die Musik. Songs wie „Summer Nights“ und „We go together“ sind wahre Ohrwürmer, die man so schnell nicht mehr aus dem Kopf bekommt.
Wo wir gerade bei Ohrwürmern sind, im Jahr 2008 kam ein Film in die Kinos, der es anders anging, und lieber um bereits existierende Ohrwürmer herum eine halbwegs unterhaltsame Geschichte konstruierte. Die Rede ist natürlich vom Kassenschlager „Mamma Mia“, mit unter anderem Meryl Streep und Pierce Brosnan in den Hauptrollen. Zu den Klängen der bekanntesten ABBA-Hits, mal eher schlecht als recht, mal richtig gut performt, folgt der Zuschauer hier der jungen Sophie, sich nichts sehnlicher wünscht, als dass ihr Vater sie zum Traualtar geleitet. Da gibt es nur ein kleines Problem, die Hochzeit steht schon bevor und leider gibt es drei Männer, die als Vater in Frage kommen würden. Kurzerhand ladet Sophie alle drei ein, natürlich ohne ihrer Mutter Bescheid zu geben, und so ist das Chaos bereits vorprogrammiert. Auch hier würde das Drehbuch wohl keinen Blumenstrauß gewinnen, aber die Schauspieler sind einem so sympathisch und die Musik reißt einen so mit, ob man nun will oder nicht, dass man die ganzen Schönheitsfehler mal beiseite schiebt und einfach nur seinen Spaß an dem bunten Treiben hat.

Eine nicht minder beliebte Konstellation bei Filmstudios und Publikum ist der Mix von Liebesfilm und Tanzeinlagen.
Wenn man hier die Gedanken einmal über die möglichen Vertreter schweifen lässt, sticht ein Film ganz klar aus der Masse heraus: Dirty Dancing. Ebenfalls mit einem hammer Soundtrack ausgestattet, sind es hier eben vor allem auch die Tanzeinlagen, die den Reiz der ansonsten eher banalen Geschichte ausmacht. Denn eine junge Frau, die sich während eines All-Inclusive-Urlaubs in den dortigen Tanzlehrer verliebt, ist nicht gerade innovativ und strotzt geradezu vor Klischees. Dennoch schafft es der Film noch heute die Zuschauer zu begeistern, weil einerseits die Dialoge hier und da durchaus ein kleines Augenzwinkern seitens der Verantwortlichen verraten, und andererseits schließt man vor allem die weibliche Hauptrolle „Baby“, gespielt von Jennifer Grey, so schnell in sein Herz, dass man ihr das allzu zuckersüße Happy End dann auch wirklich gönnt. Und dass ein äußerst ansehnlicher Patrick Swayze gekonnt seine Hüften kreisen lässt, ist sicher auch nicht von Nachteil.
Wer den Fokus lieber ein bisschen mehr auf dem Tanzen haben möchte, aber nicht ganz auf die feurige Romanze unter Palmen verzichten will, der könnte auch mit der „Step-Up“-Reihe seine Freude haben. Hier sorgen vor allem die Teile „All In“ und „Miami Heat“ mit ihren Schauplätzen für eine gehörige Portion Sommerlaune. Die Formel bleibt zwar immer dieselbe, sodass böse Zungen einen Spruch à la „Kennst du einen, kennst du alle“ vom Zaun lassen könnten, und obwohl es stimmt, dass sich hinter den Titeln keine anspruchsvollen Arthouse-Filme verbergen, kann man doch nicht bestreiten, dass es kaum einen bessere Wahl gibt, um in die richtige Stimmung zu kommen, bevor man sich selber ins Nachtleben stürzt.

Neben Musik und Tanz eignen sich Liebesfilme natürlich auch immer ganz wunderbar dazu, mit dem großen Bereich Coming-of-Age zu verschmelzen. Kein Wunder, was gibt es denn auch Schöneres, Aufwühlenderes und meist auch Schmerzvolleres als die erste große Liebe. Hier kann man noch ganz ungeniert die volle emotionale Bandbreite abrufen, von kindischem Schabernack, hin zu jugendlichem Leichtsinn, über überschwängliche Liebeserklärungen – frei nach Goethe „himmelhoch jauchzend, zum Tode betrübt“.
Einer der besten Filme, der sich um die erste große Liebe dreht und auch noch im italienischen Sommer spielt, ist „Call me by your Name“ aus dem Jahr 2017, mit Timothée Chalamet und Armie Hammer in den Hauptrollen. Und da wir diesem Film bereits einen Beitrag in der „Filmothek“ spendiert haben und er zusätzlich auch noch in der diesmonatigen „Loveful 8“ vertreten ist, verweise ich an dieser Stelle einfach auf diese beiden Beiträge.
Dafür komme ich kurz zu einer Reihe, von der ich zugegebenermaßen nur den ersten Teil vor Jahren einmal gesehen habe, die sich aber gerade auch im deutschen Free-TV-Programm immer noch großer Beliebtheit erfreut: Die Rede ist natürlich von der „Eis am Stil“-Reihe. Wie gesagt, ich kenne nur den ersten Teil, aber kaum ein Film verbreitet wohl mehr sommerliches Urlaubsfeeling gepaart mit jugendlicher Nonchalance. Ein Ferienjob als Eisverkäufer, die ersten sexuellen Erfahrungen, die erste große Sommerliebe und der unvermeidbare Herzschmerz. Zusätzlich scheut sich die israelischen Produktion aber auch nicht ernstere Themen anzuschneiden und ein wenig Sozialkritik (stellenweise gar den erhobenen Zeigefinger) unter das Ganze zu mischen.

Wer es lieber ein wenig außergewöhnlicher haben möchte und anstelle der jugendlichen, die Selbstfindung von Erwachsenen bevorzugt, dem seien hier noch zwei Filme ans Herz gelegt, die beide mit großartigen Schauspielern und einer humorvollen Geschichte zu überzeugen wissen.
Hier hätten wir einmal „Vicky Cristina Barcelona“, ein Film von Woody Allen aus dem Jahr 2008, der sich um zwei Freundinnen dreht, die gemeinsam nach Spanien reisen und dort auf einen betörenden Fremden stoßen, der ihren Trip gehörig auf den Kopf stellt. Die typisch spritzigen Dialoge Allens werden hier von talentierten Schauspieler wie Rebecca Hall, Scarlett Johansson, Javier Bardem und Penélope Cruz perfekt auf den Punkt gebracht, und so hat man alle Zutaten für eine äußerst amüsante Romanze voller Irrungen und Wirrungen zusammen, bei der das Happy-End anders ausschaut als erwartet – wenn es denn überhaupt eines ist.
Der zweite Film, den ich persönlich auch erst vor Kurzem gesehen habe, von dem ich aber schon seit Längerem die Buchvorlage kenne, trägt den vielsagenden Titel „Lachsfischen im Jemen“. Ich sage „vielsagend“, weil es vordergründig tatsächlich genau darum geht: Der Lachsexperte im britischen Fischereiamt, Dr. Alfred Jones, erhält eines Tages eine Mail, in der eine Anwältin ihn um seinen Rat bittet: Ihr Klient ist ein wohlhabender Scheich, der gerne die Lachsfischerei im Jemen einführen würde. Was zunächst als völlig irrsinnige Idee beginnt, nimmt immer mehr Gestalt an und ehe er sich versieht, steht Dr. Jones auch schon im Jemen und fragt sich, ob vielleicht nicht nur die Lachse dort ein schönes Leben haben könnten. Ewan McGregor und Emiliy Blunt sind jene Namen, die diesen Film zu einer kleinen Genreperle werden lassen, denn ihre Chemie haucht der skurrilen Geschichte und den treffenden Dialogen so viel Leben ein, dass man gar nicht anders kann, als gebannt der herzlichen Geschichte zu folgen.

Das wäre er also, mein kleiner Streifzug durch die Gefilde der sommerlichen Liebesfilme – wobei „klein“ hier das entscheidende Wort ist, denn neben den genannten, gibt es natürlich noch unzählige weitere Kandidaten, die hervorragend in diesen Beitrag gepasst hätten. Tatsächlich muss man sagen, dass die Auswahl gerade hier schier unendlich schien, denn es gibt scheinbar in jedem zweiten Sommerfilm zumindest eine kleine Romanze am Rande. Solltet ihr also noch Filme kennen, die zu dem Thema passen und auf jeden Fall eine Sichtung wert sind, lasst es mich doch in den Kommentaren wissen.

Ein Gedanke zu “Summer Lovin‘ – Sommerliche Liebesfilme

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.