Filmtipps Oktober 2021

Mit Musik geht ja bekanntlich alles besser. Egal, ob beim Aufhängen der Wäsche oder beim Bombardieren von vietnamesischen Fischerdörfern: mit der richtigen musikalischen Untermalung wird vieles einfach noch intensiver. Das gilt natürlich auch im Film. Ob großes Symphonieorchester, kalte Synthesizerklänge oder einfach nur eine Maultrommel. Die Musik eines Films ist einer der essentiellen Bestandteile, der aus solider Kinounterhaltung ein Kunstwerk machen kann. Für die Filmtipps der Oktober-Ausgabe haben wir uns einige Filme ausgesucht, bei denen uns die Musik ganz besonders gefallen hat. Egal, ob als eigens für einen Film komponierten orchestralen Score oder durch den gekonnten Einsatz von Liedern und Gesangsstücken. Gern könnt ihr eure Favoriten aus dem Bereich Musikfilme und Filmmusik in den Kommentaren verewigen. Wir sind gespannt.  

Ainu empfiehlt: 

Moulin Rouge (2001)

  • Regie: Baz Luhrmann
  • Genre: Musical, Drama
  • Darsteller: Nicole Kidman, Ewan McGregor
  • Zurzeit verfügbar bei: Disney+ 

Man nehme zwei bekannte Schauspieler, gebe ihnen Gesangsunterricht, stecke sie in bunte Kostüme und noch buntere Kulissen und lasse sie ein paar Songs covern. So einfach kann es manchmal gehen. Und auch wenn der Film sich sicherlich nicht für einen Platz in der Ruhmeshalle der Filmgeschichte bewirbt, so kann man sich seinem elektrisierenden Charme doch nur schwer entziehen. Wer also mal Lust auf eine dramatische Liebesgeschicht vor wild ausgelassenem Hintergrund hat, der könnte diesem Zusammenspiel aus Fraben und Klängen ruhig mal eine Chance geben.

Chocolat (2000)

  • Regie: Lasse Hallström 
  • Genre: Romantik, Drama 
  • Darsteller: Juliette Binoche, Alfred Molina, Johnny Depp
  • Zurzeit verfügbar bei: Netflix 

Ich weiß, eine eher unorthodoxe Wahl, bedenkt man einmal unser Thema, aber auch nur für jene, die den Film nicht kennen. Denn die Musik ist ebenso sinnlich, verführerisch und überzeugend, wie ein Biss in ein wunderbares Stück Schokolade. Wer mir nicht glaubt, der kann ja mal selber einen Blick in dieses bezaubernde Märchen für Erwachsene wagen und sich verzaubern lassen von dem Duft von geschmolzener Schokolade und den Klängen wiederentdeckter Lebensfreude.

 

Steffelowski empfiehlt:

Eurovision Song Contest: : The Story of Fire Saga (2020)

  • Regie: David Dobkin
  • Genre: Komödie
  • Darsteller: Will Ferrell, Amy McAdams, Pierce Brosnan
  • Zurzeit verfügbar bei: Netflix

Island hat bislang 34-mal am ESC teilgenommen. Hierbei hat es immerhin schon in einem Jahr zu einem zweiten Platz für das Land der Elfen und Trolle gereicht. Respekt. So weit haben es nicht viele andere Teilnehmerländer über die Jahre seit Bestehen des Wettbewerbs gebracht. In meinem Filmtipp geht es um die (natürlich fiktive) Band FireSaga, der es durch einige ungewöhnliche Zufälle vergönnt ist, Island beim ESC in Edinburgh zu vertreten. Aber wie für eine durchgedrehte Komödie nicht anders zu erwarten, geht dabei so manches schief und nicht jeder Russe ist das, was er vorgibt zu sein. Eine wirklich beschwingte Komödie, so schrill und bunt wie der ESC selbst. Die im Film vorkommenden Songs verleiten konstant dazu, mit dem Fuß im Takt zu wippen

Hello Dolly (1969)

  • Regie: Gene Kelly
  • Genre: Musical
  • Darsteller:  Barbra Streisand, Walther Matthau, Michael Crawford
  • Zurzeit verfügbar bei: Disney+

In den späten 1960er-Jahren hatte das Genre es klassischen Film Musicals seinen Zenit schon eindeutig überschritten und die Stoffe und Lieder wurden ernster und orientierten sich zunehmend an zeitgenössischen Themen. „Hello Dolly“ aber bietet noch einmal alles das, was ein  Musical seit den 1930er-Jahren in Hollywood so populär gemacht hatte. Eine einfache (Liebes) Geschichte, große Stars, witzige Dialoge, aufwendige Tanzszenen und natürlich gute Musik mit Evergreen Potenzial. All das bekommt der Zuschauer in diesem Film in  ausreichender Menge geboten, auch wenn das Ganze aus heutiger Sicht ein wenig handzahm wirkt. Dennoch, wer für gute zwei Stunden in das „Good Old Hollywood“ abtauchen möchte, dem sei der Film wärmstens ans Herz gelegt und der Titelsong hat den Zusatz „Evergreen“ ganz klar verdient. Fun Fact: Hauptdarsteller und Film-Liebespaar  Streisand und Matthau empfanden seit den gemeinsamen Dreharbeiten einen  abgrundtiefen,  ewig andauernden Hass füreinander

 

Wermi empfiehlt:

The Commitments

  • Regie: Alan Parker
  • Genre: Musik, Drama, Comedy
  • Zurzeit verfügbar bei: Mubi, Filmtastic

Wer über Mubi oder Filmtastic verfügt, der sollte sich dieses Juwel nicht entgehen lassen! Auch könnte es sich lohnen, einen der beiden Channel kostenlos für den 14-tägigen Testzeitraum bei Amazon zu buchen. Der im letzten Jahr verstorbene Alan Parker hat hiermit einen fulminanten Musikfilm geschaffen, in dem sich einfache Menschen in Irland zusammen finden und “die härteste Arbeiter-Band der Welt” gründen. Der Film strotzt vor Authentizität, wartet mit großartiger Musik und tollen Figuren auf und ist zudem eine unterhaltsame Milieustudie über die Arbeiterschicht Irlands. Lasst euch auch von den “Commitments” verzaubern!

Quincy Jones – Mann, Künstler und Vater

  • Regie: Rashida Jones, Alan Hicks
  • Genre: Dokumentation, Musik
  • Zurzeit verfügbar bei: Netflix

Ich habe ein Faible für Portraits von künstlerischen Genies, daher gebe ich auch hier mal wieder eine Dokumentation zum Besten. Quincy Jones hatte eine beeindruckende Karriere und zählt zu den einflussreichsten Musikproduzenten. Von zahlreichen Größen der Musikbranche extrem geschätzt (was in der Doku mehrmals zum Ausdruck kommt), arbeitete er mit Musiklegenden wie bspw. Ray Charles, Frank Sinatra oder Michael Jackson zusammen und sorgte aber auch für den ein oder anderen Score bei Filmen.

The Soundtrack Show – Podcast

  • Host: David W. Collins
  • Inhalt: Filmmusik
  • Zurzeit verfügbar bei: Überall wo es Podcasts gibt

Zu guter Letzt möchte ich mal ausnahmsweise etwas aus einem anderen Medium empfehlen, es handelt sich um meinen Lieblingspodcast, den ich jedem bei jeder sich mir bietenden Gelegenheit wärmstens ans Herz lege. Man muss kein Experte in Musik sein um dem Podcast folgen zu können und auch das Englisch ist extrem angenehm zu verstehen. Wer ein wenig mehr über Sachverhalte der Filmmusik erfahren und Expertise leicht verständlich vermittelt bekommen möchte oder in die Scores seiner Lieblingsfilme abtauchen und sie analysieren möchte, ist hier genau richtig aufgehoben! Wen die Musik eher weniger interessiert, der kann es trotzdem mal versuchen, da man zudem auch viele interessante Einblicke in die Entstehungsgeschichten einiger Filme erhält.

4 Gedanken zu “Filmtipps Oktober 2021

  1. Hmmm, hier fällt natürlich extrem die Auslassung von Tom Hoopers CATS (2019) auf. Zugegeben, es ist ein wenig unfair Werke des konventionellen Kinos mit Tom Hoopers CATS (2019) zu vergleichen. Ist dieses Meisterwerk doch nicht so plumpen Hilfsmitteln wie Narrativ, Charakterentwicklung oder visueller Konsistenz verhaftet.
    Nennt mir einen anderen (Musik-)Film, dessen Eröffnungsnoten klingen, als würde eine der namensgebenden Felidae über die Tasten eines Quelle Katalog-Keyboards der 80er Jahre schreiten. Könnt Ihr nicht. Wagt nämlich nur Tom Hoopers CATS (2019).
    Deswegen schließe ich mit der wichtigsten Erkenntnis aus Tom Hoopers CATS (2019): „A cat… is not… a dog.“ Wie wahr, Tom Hoopers CATS (2019), wie wahr!

    Gefällt 2 Personen

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