Die 8 besten Filme aus dem schwarzen Kino

In der multikulturellen Gesellschaft in der wir leben möchten auch wir Vielfalt feiern und haben uns im Folgenden auch in die wiederum filmische Vielfalt des afroamerikanischen Kinos begeben. Während schwarze Filmschaffende und Filmemacher Jahrzehnte lang überhaupt um Akzeptanz kämpfen mussten und dafür, ebenfalls ihre Geschichten auf die große Leinwand projizieren zu dürfen, sind wir mittlerweile doch glücklicherweise an einem Punkt, wo Afroamerikaner Einzug in die Filmlandschaft hielten und bereits ein bedeutsames Arsenal an starken wie mutigen Filmen vorzuweisen haben. Dazu sei vielleicht noch gesagt, dass unsere Definition von schwarzem Kino ein wenig weiter gesteckt war, wo entweder der afroamerikanische Cast und Regisseur entscheidend war, oder die Thematik des Films an sich.
Hier unser Ergebnis, welche acht Filme wir davon zu den besten zählen:

In der Hitze der Nacht (1967)

Sie nennen mich Mr. Tibbs“…. Schon allein dieser Satz reicht aus, um dem Film ganz oben in der Liste der ewigen Hollywood-Klassiker einen festen Platz einzuräumen. Die Aufklärung des Mordes an einem reichen Weißen ist nicht wirklich spannend. Was den Film aber so herausragend macht,  ist das Zusammentreffen zweier Extreme: der aufgeklärte, liberale Norden, in Form des schwarzen Detektivs Virgil Tibbs (Sidney Poitier) trifft auf den konservativen und zutiefst rassistisch geprägten Süden, der genial (und Oscar prämiert) von Rod Steiger als Chief William Gillespie verkörpert wird. Anfangs noch von gegenseitigen Vorurteilen geprägt, lernen beide Männer sich im Verlauf der Handlung gegenseitig zu respektieren und klären schließlich das Verbrechen gemeinsam  auf. Und wenn am Ende der weiße Sheriff den Koffer des schwarzen Defektives zum Zug trägt, sagt dies  viel mehr aus als manche Rede eines Bürgerrechtlers.

Selma (2014) 

Die Stadt Selma. im US-Bundesstaat Alabama. war im Jahre 1965 der Ausgangspunkt für mehrere Protestaktionen schwarzer Bürgerrechtler unter maßgeblicher Führung der Galionsfigur der Anti-Rassismus Bewegung in den USA, Dr. Martin Luther King. Durch die Märsche von Selma nach Montgomery, der Hauptstadt Alabamas, sollte das uneingeschränkte und bedingungslose Wahlrecht der schwarzen Bevölkerung erstritten werden. Der Film zeigt in beeindruckenden und teils drastischen Bildern das anfängliche Scheitern der Proteste aufgrund des brutalen und rücksichtslosen Vorgehen der örtlichen Polizei. Erst als diese Gewaltexzesse durch die Medien landesweit bekannt werden, wendet sich das Blatt. Trotz mancher Härte einfühlsam inszeniert und berührend gespielt. Ein wichtiges Stück Geschichte, das mit diesem Film angemessen gewürdigt wird.

Django Unchained (2012)

Quentin Tarantinos Verbeugung vor dem Italowestern beinhaltet alle Versatzstücke, die das Genre ausmachen: exzentrische Helden, die erst schießen und dann fragen, abgrundtief schlechte Schurken mit einem ausgeprägten Hang zum Sadismus und jede Menge Leichen. Natürlich hat der Regisseur auch in seinem siebten Film nicht mit Zitaten und versteckten Andeutungen aus anderen Filmen gegeizt. Die Revenge-Story, die den schwarzen Sklaven Django zusammen mit dem Kopfgeldjäger, Dr. King Schulz auf der Suche nach Djangos Frau folgt, bietet  neben den  für Tarantino typischen Dialogen und Gewalteruptionen auch eine  kritische Auseinandersetzung mit den Themen Rassismus und Sklaverei. Die fast drei Stunden des Films bieten Genrefans von Anfang bis Ende großartige Unterhaltung. Einer meiner persönlichen Lieblingsfilme vom Tarantino.

Nächster Halt: Fruitvale Station (2013)

Sowohl in der Filmothek, als auch in meinem “Erfahrungsbericht” im Bonusmaterial habe ich diesen Film bereits in den Himmel gelobt, und ich werde nicht müde es hier auch noch einmal zu tun. Wobei, schon langsam gehen mir die passenden Adjektive aus, um dieses Glanzstück von Film angemessen zu beschreiben. Stellt es euch doch einfach so vor, ihr dürft einen Tag lang Mäuschen bei einem richtig sympathischen Typen spielen, der zwar eine bewegte Vergangenheit hat, aber eigentlich alles tun möchte, um endlich ein schönes, geordnetes Leben mit seiner Familie führen zu können. Ihr lernt ihn also kennen und mögen und dann kommt das dicke Ende, dass einem einmal mehr vor Augen führt, dass die Welt ein verdammt kalter und unfairer Ort sein kann. Eine Achterbahnfahrt der Gefühle also, von der ich keine Minute hätte missen wollen.

Moonlight (2016)

Wisst ihr, was wirklich blöd daran ist, wenn man mit einer Geschichte wie “oscargate” in Verbindung steht? Die meisten erinnern lediglich in diesem Zusammenhang an dich beziehungsweise deinen Film. Und dabei ging es damals darum, dass doch “Moonlight” das Rennen um den besten Film für sich entscheiden konnte und nicht “La La Land”. Und auch, wenn ich mich anders als die Academy entschieden hätte, ist nicht für eine Sekunde zu bestreiten, dass “Moonlight” ein hervorragendes Drama ist. Gefühlvoll wird hier die Geschichte eines schwarzen Jungen erzählt, der zum Mann heranwächst und feststellt, dass er schwul ist. In drei Etappen (Kind, Jugendlicher, Erwachsener) schafft Regisseur Barry Jenkins es, mit Hilfe von wundervollen Bildern einen ebenso glaubhaften wie lebendigen Charakter zu zeichnen, dessen Lebensweg einen von Minute eins an zu fesseln weiß. 

12 Years a Slave (2013)

Es gibt so Filme, die fühlen sich streckenweise so an, wie ein beinharter Schlag in die Magengrube. Weil sie einem eine Zeit vor Augen führen, sie so lebendig und greifbar wieder auferstehen lassen, dass man schon beinahe körperlichen Ekel vor der Tatsache empfindet, dass es sich hierbei nicht um Fiktion, sondern einen Teil der Menschheitsgeschichte handelt. Solche Filme sind es, die sich all jene geistig zurück gewendeten Menschen anschauen sollte, um zu begreifen, dass an der damaligen Zeit nichts besser oder rosiger war. “12 Years a Slave” gehört zu diesen Filmen. Die Geschichte eines schwarzen Mannes, der in den Nordstaaten bereits als freier Mann lebt und dann hereingelegt wird und fortan als Sklave in den Südstaaten schuften muss, geht einem wahrlich unter die Haut. Einzelne Szenen brennen sich unauslöschlich in dein Gedächtnis und am Ende kann man gar nicht anders, als zu jubilieren, wenn Solomon endlich seine Freiheit zurückgewinnt.   

Get Out (2017)

Es ist schwierig, noch originelle Horrorfilme zu finden und die noch dazu etwas tiefgründiger sind. Doch wie smart ist es bitte, so etwas wie Alltagsrassismus für einen jungen Schwarzen in einem Film zum Horror werden zu lassen? Hier sind es keine Jumpscares und keine Monster, die einem Schrecken einjagen. Im Prinzip schlägt er bloß die Brücke zu unserer Realität und der Film kreiert das unbehagliche Gefühl dafür, wie es ist wegen dem Äußerlichen anders angeguckt und diskriminierend behandelt zu werden. Dieses allgegenwärtige unwohle Gefühl, dass hier die ganze Zeit irgendetwas nicht stimmt, geht einem unter die Haut (egal welche Farbe sie nun hat) und zeichnet diesen Film zu einem hervorragenden Psycho-Thriller aus.

Training Day (2001)

Wer wissen möchte, wie so ein Probetag als Drogenermittler wohl aussieht, der sollte diesen ausufernden Film vielleicht nicht zu ernst nehmen. Wer aber einen der besten Schauspieler unserer Zeit in seiner wohl besten Rolle sehen will, in der er einmal komplett aus sich hinausgeht, der ist hier goldrichtig. In „Training Day“ liefert Denzel Washington die Schauspielleistung seines Lebens ab und beweist einmal mehr, was für eine Naturgewalt er in seinem Metier sein kann. Der Film ist eine absolute Wucht und nimmt einen mit auf einen Höllenritt durch Los Angeles, wo er auch ein wenig das Milieu der Stadt skizziert.


Das waren unsere Top Acht und wie immer, gibt es natürlich zahlreiche Filme, die unseren Beitrag nur knapp verpasst haben. Checkt also unsere Letterboxd-Liste aus, um herauszufinden, um welche Filme es sich dabei noch alles handelt und diskutiert mit uns gerne in den Kommentaren, wo ihr uns zustimmt und falls euch ein Film in der Aufzählung fehlt, um welchen es sich dabei handelt!

3 Gedanken zu “Die 8 besten Filme aus dem schwarzen Kino

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