Traumpaare des Films – Liebe im Doppelpack

Wie allgemein bekannt, gehören zu einem Paar mindestens 2, maximal aber natürlich auch. Das ist bei Socken nicht anders als beim Tennis Doppel, obwohl dort dann wiederum zu viert gespielt wird. Das verstehe, wer will.  Auch auf der Leinwand haben sich Paare immer gut gemacht und bildeten mal eine bessere, mal eine schlechtere Einheit. Von Laurel und Hardy, über Riggs und Murtaugh, bis hin zu Batman und Robin oder Bruce Banner und dem Hulk. Letztere passen allerdings nicht wirklich in diese Aufzählung. Der geneigte Marvel-Nerd kennt den Grund. Aber egal, diese Art von Gespannen sollen hier nicht unser Thema sein, sondern werden  – Ainu und Wermi aufgepasst –  sicherlich in einer eigenen Klappe!-Ausgabe näher unter die Lupe genommen. Heut geht es um Paare, die sich (meist) in inniger Liebe zugetan waren und im besten Wortsinn die guten und schlechten Zeiten geteilt haben, zum Teil, bis der Tod sie dann (im Film) schied.

Hier nun also eine kurze und unvollständige Vorstellung verschiedener Filmpaare, die sich  durch die letzten 100 Jahre der Filmgeschichte schlugen. Und ja, auch in Deutschland gab es immer wieder mal Traumpaare, auch wenn natürlich die internationalen 2er-Gespanne sicherlich bekannter waren:

1920er Jahre:

  • Douglas Fairbanks und Mary Pickford (z.B. Der Widerspenstigen Zähmung): Die ersten Superstars aus der Stummfilm Ära  Hollywoods waren auch privat ein Paar. Die beiden gründeten zusammen mit Charlie Chaplin United Artists. Pickford lebte schon damals vor, was heute „Female Empowerment“ genannt wird. Die Filme der beiden waren buntes Hollywood-Kino in Reinkultur. Allerdings war „bunt“ damals noch in Schwarz-Weiß.  
  • Brigitte Helm und Gustav Fröhlich (Metropolis):  Ein Mensch, eine Maschine und noch ein Mensch. Oder doch nicht? Frau Helm spielt die Doppelrolle als aufrührerische Arbeiterin und gleichzeitig den namenlosen Maschinenmenschen. Auch im Über-Klassiker von Fritz Lang steht am Ende die Liebe über allem.

1930er Jahre:

  • Clark Gable und Vivien Leigh (Vom Winde verweht): Muss man über das furiose Südstaatendrama mit einem der bekanntesten Film-Liebespaare überhaupt noch etwas sagen? Nein.  
  • Boris Karloff und Elsa Lancaster (Frankensteins Braut): Auch wenn die speziell auf Wunsch der „Kreatur“ zum Leben erweckte „Braut“ ihren Galan ganz offensichtlich verabscheut und brüsk zurückweist,  gibt es wohl kaum ein Leinwandpaar, dass besser füreinander geschaffen wurde. Dann also doch wieder zu Parship.  

1940er Jahre

  • Mickey Rooney und Judy Garland (z.B. Babes on Broadway): Eine Menge gemeinsamer Filme, großes Kino war eher selten dabei. Zwei Kinderstars, die voll in die Maschinerie des Studiosystems Hollywoods eingespannt waren und letztlich mehr oder weniger daran zerbrochen sind.   
  • Heinz Rühmann und Hertha Feiler (z.B. Ich mach dich glücklich): Rühmann war der neben Hans Albers der populärste Schauspieler im Dritten Reich. Mit seiner Frau Hertha Feiler drehte er im NS-Staat  einige leichte und vor allem linientreue komödiantische Belanglosigkeiten, was beide auch nach Ende des Krieges fortsetzten. Die Verbindungen Rühmanns zur Nazi-Führungsspitze sind nie lückenlos aufgeklärt worden.

1950er Jahre

  • Romy Schneider und Karlheinz Böhm (z. B. Sissi, die junge Kaiserin) Als Traumpaar sahen sich  die beiden Schauspieler nie. Ganz im Gegensatz zu Publikum und Klatschpresse. Nach dem dritten Sissi-Film war dann Schluss. „Die“ Schneider ging nach Frankreich und startete als Charakterdarstellerin eine zweite Karriere. Böhm versank mehr oder weniger in die Bedeutungslosigkeit und wurde erst viele Jahre später durch Rainer Werner Fassbinder wiederentdeckt. Darüber hinaus engagierte Böhm sich lange Jahre für hungernde Menschen in Afrika.   
  • Grace Kelly und Cary Grant (Über den Dächern von Nizza): Noch ein Paar über das man nicht viele Worte verlieren muss. Mehr Coolness, Chic und Eleganz gehen nicht. Bleibt einzig die Frage „Möchten Sie Bein oder Brust?“.

1960er Jahre

  • Rock Hudson und Doris Day (z.B. Bettgeflüster) Die Rollen waren klar verteilt. Sie, die biedere und resolute amerikanische Hausfrau, er der Lebemann und Playboy. Trotz der so unterschiedlichen Charaktere funktionierte es in ihren gemeinsamen Filmen immer ganz hervorragend. Echte Klassiker der leichten Komödie. Man denkt immer sie hätten dutzende gemeinsamer Filme gedreht, tatsächlich waren es aber nur drei.
  • Warren Beatty und Faye Dunaway (Bonnie & Clyde): Zusammen leben, lieben, rauben und sterben. Intensiver geht’s es ja wohl nicht. Hand in Hand ins Verderben. Einer der ersten Filme des „New Hollywood“. Ohne Glamour, realistisch und brutal.

1970er Jahre

  • Ryan O`Neal und Ali MacGraw (Love-Story) Liebe und Leid, wie nah ist das doch beides beieinander? Sehr nah, denn der Film hat nur eine Laufzeit von 96 Minuten, um das kurze Glück von Jennifer und Oliver zu beleuchten. Sicherlich ein unvergessliches Paar, in einem Drama, bei dem der Griff zum Papiertaschentuch Programm ist. Fun Fact: Zwischen 1970 und 1984 war Jennifer in den USA der beliebteste weibliche Vorname.
  • Michel Serrault und Ugo Tognazzi (Ein Käfig voller Narren): Das erste schwule Paar als Protagonisten in einem Film, was eigentlich schon lange überfällig war. Sicherlich oftmals übertrieben und ein wenig tuntig, aber nie bösartig oder verletzend. Hat sicherlich nicht unerheblich dazu beigetragen, mehr Verständnis und Offenheit für gleichgeschlechtliche Beziehungen zu schaffen.

1980er Jahre

  • Patrick Swayze und Jennifer Grey (Dirty Dancing) Ein weiterer Selbstgänger in dieser Liste. Wer, außer mir, schwärmt nicht für diese beiden tanzenden Melonenschlepper?
  • Nena und Markus (Gib Gas, ich will Spaß) Um aus der abflauende Neuen Deutsche Welle auch noch das Letzte herauszuholen, wurde von der Plattenindustrie (und der „Bravo“) noch schnell ein Film aus dem Boden gestampft, in dem der Höhepunkt das Lied „Kleine Taschenlampe brenn“ ist. Mehr muss ich wohl nicht sagen.

1990er-Jahre

  • Richard Gere und Julia Roberts (Pretty Woman) Die Geschichte um das leichte Mädchen, in die sich ein reicher Geschäftsmann verliebt, wurde wohl in ähnlicher Weise schon an den Lagerfeuern der ersten Menschen erzählt bzw. gegrunzt. Aber warum das Gute nicht bewahren und noch mit ein wenig Glamour und Champagner aufpeppen? Wohl bis heute einer der Filme, die jedem zum Thema Liebe einfallen.
  • John Smith und Pocahontas (Pocahontas): Hier hat Disney schon einmal vorgelebt, wie Liebe sein kann, selbst wenn Kultur und Hautfarbe unterschiedlich sind. Auch wenn das Ganze leider ohne Happy End ausgeht und John Smith ohne seine Angebetete in die Heimat zurückkehren muss, zeigt der Film, das Liebe zu beinahe allem imstande sein kann.

2000er Jahre

  • Collin Firth und Renee Zellweger (Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück): Was für ein herrlicher Spaß. Bridget Jones auf der Suche nach ihrem Traummann und der idealen Diät. Am Anfang will so gar nichts klappen, aber als sich das Blatt wendet, trifft sie doch noch ihren Mr. Darcy, der dann auch noch von Colin Firth gespielt wird. Besser hätte es  sich auch Jane Austen nicht ausdenken können.   
  • Ryan Gosling und (?) Bianca (Lars und die Frauen): In Ermangelung von Gelegenheit lässt sich Lars auf eine Beziehung mit einer Gummi-Sexpuppe ein. Das hört sich seltsam an, ist es auch. Hier hätte vieles schiefgehen können. Statt aber auf schlüpfrige Zoten und billige Anzüglichkeiten zu setzen, bringt der Film niveauvolle Gags der leiseren Art. Über den Umweg der Latex-Experience kommt Lars am Ende doch bei einer Frau aus Fleisch und Blut an. Manchmal dauert es eben etwas länger.

2010er Jahre

  • Ryan Gosling und Emma Stone (La La Land): Und noch einmal Ryan Gosling, allerdings mit neuer Partnerin. Diese ist beweglicher und deutlich sangesfreudiger als Bianca (siehe 2000er-Jahre). Immerhin vom Latex zum Stein. Eine Entwicklung, die nicht jeder schafft. Und auch wenn die Geschichte von Pianist Sebastian und Schauspielerin Mia nicht wirklich glücklich endet, schafft sie es doch ein weiteres filmisches Traumpaar zu erschaffen.
  • Karoline Herfurth und Friedrich Mücke (SMS für Dich): In Ermangelung weiterer Beispiele von echten Traumpaaren der 2010er-Jahre, musste ich hier auf eine 2. Wahl zurückgreifen. Ganz sicher kein Meilenstein der Filmgeschichte und auch dem „Traumpaar“ kann ich auch nur eine eher kurze Halbwertszeit bescheinigen, aber dennoch nett anzuschauen.  Und wer weiß, vielleicht liege ich mit meiner Einschätzung auch völlig falsch.

Das war ein bunter Mix aus Traumpaaren der Kinoleinwand. Wer hier weitere Traum- oder auch gern Alptraumpaare ergänzen möchte, nutze bitte die Kommentarfunktion. Das wäre…..traumhaft.

5 Gedanken zu “Traumpaare des Films – Liebe im Doppelpack

    • Ja, durchaus würdige Kandidaten. Allerdings konnte ich Casablanca nie viel abgewinnen. Celine und Jesse habe ich definitiv nicht auf der Rechnung gehabt, obwohl ich so ein großer Ethan Hawke Fan bin. Offenbar dann ja wohl doch nicht Fan genug.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..