Meine Lieder – Meine Träume (1965)

Es ist schon ein echtes Phänomen: es gibt Filme, die werden in manchen Ländern geliebt, verehrt, geradezu vergöttert. Ihre Popularität nimmt auch nach Jahrzehnten  nicht ab und Ihre Verehrung wird praktisch über Generationen hinweg vererbt. Hier kann jeder die Dialoge – mehr oder minder wortgetreu – wiedergeben und jede Szene aus dem Stegreif nachspielen. Ein schönes Beispiel für einen solchen Kultklassiker aus deutschen Landen ist die Komödie „Die Feuerzangenbowle“ von 1944. Die Geschichte um den von Heinz Rühmann gespielten  Schriftsteller Hans Pfeiffer (mit 3 „F“), der noch einmal die Schulbank drückt, kennt in Deutschland jeder, selbst dann, wenn man den Film vielleicht noch nie gesehen hat. Und ein Ausspruch wie „Aber jeder nor einen wönzigen Schlock!“ bringt auf jedem Polterabend oder jeder Abi-Feier  nach wie vor einen sicheren Lacher. Fragt man aber im Nicht-Deutschsprachigem Ausland nach dem Film, dürfte man auf allgemeines Achselzucken stoßen. Hier dürfte der Film bestenfalls Filmstudenten oder eingefleischten Cineasten, mit einem Hang zum deutschen Film der NS-Zeit ein Begriff sein.

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