Das Film-Dreieck (3) – Filme mit Serienbezug

Das Film-Dreieck November 2021

Willkommen zum Film-Dreieck für den Monat November. Auch hierfür haben wir uns gegenseitig eine Art Hausaufgabe gestellt und für den jeweils Anderen einen zum Thema des Monats passenden Film ausgewählt. Das kann mal voll ins Schwarze treffen, oder auch ganz furchtbar danebengehen. Aber genug der Worte. Lest am besten selbst, wie wir unsere Aufgabe gemeistert haben und welches Fazit wir ziehen. Eure Meinung ist in den Kommentaren natürlich ausdrücklich erwünscht. 

State of Play (2009)

Einleitung Ainu:

Was schlägt man einem Kinogänger, ich möchte fast sagen der ersten Stunde, vor, der sich auch noch als echter Serienkenner entpuppt? Am besten einen Film, von dem man selber nicht einmal wusste, dass er auf einer Serie basiert. Tatsächlich kennt nicht einmal der gute Steffelowski das Ausgangsmaterial, trotzdem hoffe ich, dass der Film ihn ebenso gut unterhalten kann, wie mich damals im Kino. Also Herr Steffelowski, Ihre Meinung?

Fazit Steffelowski:

Liebe Ainu, da sage ich mal ganz lieben Dank für die wirklich gelungene Filmauswahl. Solche Politthriller, die den Geist der großen Klassiker der 1970er-Jahre („Die Unbestechlichen“, „Die Drei Tage des Condor“ etc.) atmen, sind genau nach meinem Geschmack. Leider gibt es solche Filme – heutzutage wird meist mehr Wert auf harte Action und raffinierte Effekte gelegt – nicht mehr so häufig. Bei „”State of Play“hat man es mit einer raffinierten, aber nicht zu komplexen Story aus Verrat, politischen Ränkespielen, aufrechten Journalisten und korrumpierten Gesetzeshütern zu tun. Details werden nicht verraten. Der Film ist ganz hervorragend besetzt, auch in Nebenrollen erwarten den Zuschauer große Namen, denen man den Spaß an ihren Rollen anmerkt. Hier sei insbesondere Helen Mirren als resolute Herausgeberin genannt. Star des Films aber ist natürlich Russell Crowe als bärbeißiger, auf seine Art brillanter, Investigativreporter Cal McAffrey, der bei den Recherchen zu einer Story eine gigantische Verschwörung aufdeckt. Der letzte Teilsatz fällt unweigerlich in jeder Filmbesprechung zu einem politischen Thriller, fasst letztlich die Geschichte aber perfekt zusammen, ohne zu viel von ihr preiszugeben. Als kleiner, aber nicht unbedeutender Nebenplot, geht es auch noch darum, wie der Online-Journalismus die klassischen Printmedien immer mehr in Richtung veraltetes Nebenprodukt verdrängt.
Ich  kenne die Serie zwar nicht, kann mir allerdings nicht vorstellen, dass sie mich noch mehr packen könnte, als es der Film geschafft hat.  

Fargo (1996)

Einleitung Steffelowski:

Pünktlich zum 25-jährigen (!) Jubiläum des Films, konnte ich einem noch nicht ganz so alten Kinonerd einen der absoluten Must See Filme wärmstens ans Herz legen. Viel Überzeugungsarbeit war allerdings nicht nötig. Der Film hat einen exzellenten Ruf. Und womit? Genau, mit Recht. Verschwurbelte Geschichte, tolle Dialoge und Charaktere, die den Ehrentitel  “Typen” wirklich verdienen und in der Historie des Films nicht häufig auf der Leinwand zu sehen sind. Ach ja, die TV-Serie ist auch durchaus sehenswert, kann dem Film aber nie das Wasser reichen. Also, Wermi, konnten die Coen-Brüder dich begeistern oder haben sie dich einschlafen lassen?  

 

Fazit Wermi:

Ja die Coen-Brüder und ich, wir sind irgendwie noch nie so recht miteinander warm geworden. Ihre Art, Geschichten zu erzählen und dabei immer wieder mit Konventionen zu brechen, hat mich bisher eher nur ratlos stutzen lassen, statt in Jubelstürme auszubrechen. Daher habe ich auch diesen Film stets vor mir hergeschoben und so kommt es, dass er seit Ewigkeiten schon auf meiner Watchlist steht. Aus diesem Grund war es zumindest schonmal gut, jetzt einen Anlass gehabt zu haben um mir “Fargo” endlich anzusehen.
Und was soll ich sagen, der ganz große Wurf war auch “Fargo” wieder einmal nicht für mich. Doch kann ich dich gleich wieder beruhigen lieber Steffelowski, ich habe die 98 Minuten Laufzeit nicht bereut! Während “The Ballad of Buster Scruggs” noch der einzige Coen-Film ist, den ich wirklich phänomenal fand und abgefeiert habe, reiht sich nun “Fargo” direkt dahinter ein und ist somit immerhin mein zweit-”liebster” Coen. Vieles verdankt er dabei seinem Setting, das mich bereits vorab ansprach. Ich mag einfach diese Kleinstadt-Krimi-Atmosphäre im verschneiten Minnesota und was mir besonders gut an dem Film gefiel, war die komplett unaufgeregte Erzählweise, die ohne viel auszuschmücken ihre einfach gestrickten Figuren machen ließ. Herausstellen möchte ich hierbei die Szenen zwischen Frances McDormand und John Carroll Lynch, die in ihrer Beiläufigkeit genau das perfekt verkörpern, was dem Film so gut gelingt. Generell macht der Cast durchweg Spaß und da ist es sehr erfrischend, dass die Kamera einfach mal nur auf die Schauspieler draufhält.

Kingdom: Ashin of the North (2021)

Einleitung Wermi:

Derzeit ist mit “Squid Game” eine koreanische Serie in aller Munde, doch schon Jahre zuvor gab es bereits eine aufwendig produzierte koreanische Netflix-Serie namens “Kingdom”, die ich mir als großer Fan des koreanischen Kinos nicht entgehen lassen wollte. Während die Zombiethematik mittlerweile doch recht ausgelutscht scheint, schaffte es die Serie sie in einem erfrischend neuen Setting unterzubringen: Dem mittelalterlichen Korea des 17. Jahrhunderts. Hier geht es also um den Kampf um den königlichen Thron und währenddessen werden ein paar Zombies mit Schwertern geschnetzelt, klingt doch eigentlich ganz nett! Nach 12 Folgen in 2 Staffeln entschieden sich die Macher schließlich dazu einen Film zu drehen, der vor den ganzen Ereignissen der Serie spielt und den Wurzeln der Zombieseuche auf den Grund geht und dabei eine ganz besondere Rachegeschichte aufdeckt, die damit verbunden ist. Da man sich den Film, auch ohne die Serie gesehen zu haben, problemlos anschauen kann, habe ich ihn gleich mal an Ainu weitergegeben und bin schon gespannt darauf, wie er ihr gefallen hat und ob er sie vielleicht sogar neugierig auf die Serie gemacht hat.

Fazit Ainu:

Um eine wichtige Frage meines werten Kollegen gleich einmal vorweg zu nehmen: Ja, der Film hat tatsächlich meine Neugier auf die Serie geweckt – wann ich bei meiner elends langen Watchlist allerdings tatsächlich dazu kommen werde, mal einen Blick zu wagen, steht auf einem anderen Blatt. Aber erst mal zurück zum Film. Da ich die Serie nicht kenne, kann ich natürlich nichts dazu sagen, inwieweit diese gekonnt umgesetzt wurde…ein paar Dinge sind mir dann aber doch aufgefallen. Erstens, man merkt meiner Meinung nach, dass es sich hier um einen Film handelt, der in einem größeren Universum angesiedelt ist, da, speziell zu Beginn, viel Zeit darauf verwendet wird dem Zuschauer mit Hilfe von Texttafeln die Welt ein bisschen näher zu bringen. Asiatisches Kino neigt zwar generell gerne mal dazu, ein wenig über die Stränge zu schlagen, wenn es um die schriftliche Darlegung politischer Situationen geht, aber hier bekommt man sehr schnell das Gefühl, dass man eben versucht auch den Neu-Einsteigern eine Welt näher zu bringen, die Kenner der Serie schon erkunden konnten. Zweitens, die eigentliche Geschichte rund um eine Blume, welche Tote wieder zum Leben erwecken kann, und ein Mädchen, welches Rache nimmt, ist ziemlich straight erzählt, bietet wenig Überraschungen und kaum Highlights – endet dafür aber mit einem so fiesen Cliffhanger (eine der besten Szenen im ganzen Film), dass man sich durchaus vorstellen kann, dass die Serie ganz spannend sein könnte. Immerhin bietet einem das Serienformat die Möglichkeit Charaktere besser auszuarbeiten, die Welt mit mehr Details zu füttern und die politischen Umwälzungen homogener mit der Zombieplage zu verbinden. Alles in allem ist der Film für sich genommen also eine eher lauwarme Brühe, die zwar nicht per se schlecht ist, allerdings auch nicht wirklich besonders schmackhaft, die aber so gehaltvoll ist, dass man durchaus Lust darauf bekommt, sich einmal in die Serie zu stürzen. 

5 Gedanken zu “Das Film-Dreieck (3) – Filme mit Serienbezug

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