Das Film-Dreieck (2) – Musikfilme

Ein neuer Monat, ein neues Thema, da darf natürlich auch das neue Format nicht fehlen. Wieder haben wir uns reihum ein paar passende Filme zum Thema “Musikfilme” vorgeschlagen, die dann geschaut wurden und zu denen wir hier nun unseren Senf abgeben. Heute mit dabei: eine Romanze im A-Cappella-Milieu, ein paar Märchen neu erdacht und eine Persiflage auf das Musik-Business…

Pitch Perfect

Einleitung (Ainu): 

Ja, es ist nicht unbedingt die offensichtlichste Wahl, wenn man einem Mann einen Musikfilm vorschlagen soll, aber nachdem meine anderen Kandidaten allesamt entweder nicht verfügbar oder bereits bekannt waren, musste ich halt ein bisschen tiefer in der Trickkiste graben und hoffe mal, damit Erfolg gehabt zu haben. Immerhin kenne ich in meinem näheren Umfeld schon drei Männer, die den Film damals als überraschend unterhaltsam beschrieben haben, die A-Cappella-Cover sind mal was anderes und die Liebesgeschichte nicht allzu aufdringlich…also Wermi, wie war’s? 

Erfahrungsbericht (Wermi):

Puh, bevor ich den Film angeschmissen habe musste ich erstmal tief durchatmen. Ich war extrem skeptisch, ob der Film ernsthaft was für mich sein soll, aber gut, da muss man nun mal manchmal durch und ich gebe immer mein Bestes, nicht immer zu voreingenommen zu sein und in Schubladen zu denken.

Doch muss ich den Film nach der Sichtung nun leider genau in eine solche Schublade stecken und kann bloß bestätigen: Der dürfte vorrangig wirklich nur etwas für Mädels sein. Sicherlich ist er nicht wirklich schlecht und hat absolut seine Daseinsberechtigung, aber der hat mich so überhaupt gar nicht angesprochen. Der Musik konnte ich in den meisten Teilen so gar nichts abgewinnen, weder in der Musikauswahl an sich, noch von der Art und Weise wie sie vorgetragen wurde. Mit dem Humor konnte ich nichts anfangen, ebenso wie mit den Figuren, die doch schon ziemlich klischeebeladen waren und dazu meist nur zu Expositionsdialogen im Stande waren. Dadurch war ohnehin alles schon sehr vorhersehbar, wodurch die Unterhaltung bei mir leider sehr auf der Strecke blieb. Und von der total uninspirierten Liebesgeschichte und den überflüssigen “The Breakfast Club”-Zitaten, die dem Film keinerlei Mehrwert geben, möchte ich gar nicht erst anfangen… Okay hört zu, ich möchte es überhaupt niemandem madig reden, andere sollen ihren Spaß mit diesen Filmen haben, auf mich war er ohnehin überhaupt nicht abgezielt. Daher möchte ich wenigstens noch auf einer positiven Note enden: Eine der wenigen Songeinsätze die mir gut gefallen haben war eindeutig “No Diggity” beim Riff-Off.

Into the Woods

Einleitung (Steffelowski):

Über diesen Film bin ich irgendwann einmal ganz zufällig gestolpert. Ein etwas schauriges Märchen mit vielen Stars, von denen man so manchen in Rollen erlebt, die durchaus untypisch sind. Die Musik ist schön altmodisch und gesanglich wird den Akteuren so einiges abverlangt. Und da auch der Humor nicht zu kurz kommt, dachte ich mir, dass dies doch genau die Art von Film sein dürfte, der die liebe Mara zum Singen, Springen und Jubilieren bringt. Und, Mara, lag ich damit richtig?  

Erfahrungsbericht (Ainu):

Leider, leider lieber Steffelowski muss ich dir sagen, dass sich meine Begeisterung für  “Into the Woods” nach der Sichtung eher in Grenzen hält. Ja, hier werden einige richtig große Namen Hollywoods vor die Kamera gebeten. Und ja, die können allesamt wirklich erstaunlich gut singen – klar, auch dank Gesangscoach und -training, aber das grundlegende Talent ist schon auch eindeutig gegeben. Aber dann kommt die Story, oder eigentlich die vielen kleinen Storys, die sich mal spliten, dann wieder zusammenfinden, am Ende aber nie ein stimmiges Ganzes ergeben. Alte Märchen neu gedacht, ein paar neue Ideen eingestreut, mal das Brutale an den vermeintlichen Kindergeschichten hervor gekehrt, alles schön und gut, wenn es sich am Ende aber nach einem lose zusammen geflickten Fleckerlteppich anfühlt, nach etlichen interessanten Ideen, die eher lieblos hingeworfen werden, ohne dass sich dabei Gedanken um so etwas wie Erzählfluss, Charakterentwicklung oder Handlung gemacht wird, dann bringt mich das doch eher zum Gähnen, denn zum Jubilieren. 

Popstar: Never Stop Never Stopping

Einleitung (Wermi):

Als großer Fan von Brooklyn Nine-Nine und dadurch auch von Andy Samberg bin ich auf sein filmisches Schaffen aufmerksam geworden und nachdem sein Film aus dem letzten Jahr “Palm Springs” bereits großartig für mich funktioniert hat, war ich heiß darauf “Popstar” von ihm nachzuholen. Diesen Film hat er zusammen mit seinen Kollegen aus der Comedygruppe und Musikband “The Lonely Island” gedreht und hierbei ordentlich das Musikbusiness auf die Schippe genommen. Andy Samberg hat dabei wieder einmal ganz genau meinen Humor getroffen und feuert einen Gag nach dem anderen ab, die bei mir für große Lacher gesorgt haben. Ich bin sehr gespannt, wie das bei Stefan ankommt!

Erfahrungsbericht (Steffelowski):

Ich bin ein große Fan von sogenannten „Mockumentarys“,  besonders dann, wenn sie im Musik Business angesiedelt sind. Und genau hiermit haben wir es bei „Popstar: Never Stop Never Stopping“ zu tun. Der Aufstieg und Fall von Conner4Real, eines Jungen von Nebenan, der auf dem Weg zum Superstar in der Popmusik  seine Wurzeln und vor allem seine Freunde verliert, ist sicherlich nicht die originellste Story dieses Sub-Genres. Das hat man nicht erst ein Mal und ganz bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen. Egal, die Handlung ist hier eher nebensächlich. Es geht hier viel mehr um einen (nicht sehr ernst gemeinten) Einblick in die amerikanische Musikbranche, insbesondere in die Rap und Hip-Hop Szene, zumindest so, wie es sich die Macher des Films vorstellen. 

Der Film hat originelle Ideen, bringt gute und durchaus unerwartete Gags, die man allerdings auch mögen muss. Der Humor kommt oftmals eher mit dem Breitschwert als mit dem Florett daher, trifft dafür aber auch oft ins Schwarze. Hauptdarsteller und Drehbuchautor Andy Samberg macht eben das, was er am besten kann. Die feinsinnige und leise  Komik gehören aber definitiv nicht dazu. Leider geht dem Film im letzten Drittel ein wenig die Luft aus und die Gagdichte nimmt deutlich ab. Sehr gelungen sind dafür aber die Szenen, in denen  diverse Größen der Musikbranche (z.B. Mariah Carey, Usher, 50 Cent) in (gefakten) Interviews ihre Lobpreisungen auf Conner4Real zum Besten geben. Herrlich. Bei der Musik hatte ich anfangs übelstes Rap und Hip-Hop Gebrabbel erwartet. Aber nein, die Musik, die Conner im Laufe seiner kurzen Karriere gemacht hat, ist durchaus abwechslungsreich und lässt sich gut ertragen.

Ein Gedanke zu “Das Film-Dreieck (2) – Musikfilme

  1. @ainu89: Wie schade, in das ich nicht überzeugen konnte. Du hast aber natürlich recht, wenn du sagst, dass die vielen losen enden nicht wirklich zusammenpassen. Das fand ich allerdings eher nebensächlich, weil mir die Musik und die Spielfreude der Akteure so gefallen hat.

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