Science Fiction – Was ist das (und was nicht)?

Gastbeitrag von Ma-Go

Epische Weltraumschlachten, ferne Planeten, feindlich gesonnene Außerirdische und futuristische Mega-Städte. Schlagwörter, die bei den meisten Filmfans eine klare Assoziation hervorrufen: Science-Fiction. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff? Was zunächst wie eine recht banale Frage erscheinen mag, erweist sich bei näherer Betrachtung als durchaus konfliktbehafteter Diskussionsstoff. Denn eine allgemeingültige Definition des Genres sucht man ebenso vergeblich wie eine klare Abgrenzung zu anderen Genres und Gattungen. Dies führt dazu, dass jeder Filmfan eine etwas andere Vorstellung davon hat, was denn nun als Science-Fiction gewertet werden sollte und was eben nicht. Schaut man sich auf diversen Filmseiten Listen zu den besten/erfolgreichsten Sci-Fi-Filmen aller Zeiten an, tauchen oft die gleichen Titel auf. Bei manchen davon lässt sich aber zumindest darüber diskutieren, ob es sich hierbei tatsächlich um Sci-Fi im eigentlichen Sinne handelt. Andere Filme hingegen, die inhaltlich sehr wohl dem Science-Fiction Genre zugeordnet werden könnten, sucht man auf solchen Listen oftmals vergeblich. Der folgende Beitrag befasst sich anhand einiger konkreter Filmbeispiele mit der Frage, was Science-Fiction für den Autor dieser Zeilen genau bedeutet und was eben nicht.

Science-Fiction als Genre

Auch wenn Science-Fiction möglicherweise als eher modernes Genre anmuten mag, existiert es im filmischen Kontext bereits seit den frühen Jahren des Stummfilms. So schossen beispielsweise Astronomen mit Hilfe einer gigantischen Kanone bereits in Georges Melies “A Trip to the Moon” (1902) eine bemannte Raumkapsel auf den Mond, Jahrzehnte bevor dies in der Realität auch nur angedacht wurde. Heute hat sich Science-Fiction nicht nur im Blockbuster-Kino etabliert und gilt laut dem Filmwissenschaftler Eric R. Williams als eines der elf großen Supergenres, in die man alle Spielfilme dieser Welt einordnen kann. (Nachzulesen in Williams Buch “The Screenwriters Taxonomy: A roadmap to collaborative storytelling”, 2018.)

Nun lässt sich natürlich darüber streiten, ob es überhaupt sinnvoll ist, Filme einem dieser postulierten Supergenres zuzuordnen. Schließlich sind die Grenzen zwischen den einzelnen Filmgattungen oftmals fließend. Zudem gibt es immer wieder Filme, die bewusst mit gängigen Genre-Konventionen, -Regeln und –Definitionen brechen und Merkmale verschiedener Gattungen miteinander kombinieren. Trotzdem macht es für die Auseinandersetzung mit dem Thema durchaus Sinn, sich über eine mögliche Genre-Definition Gedanken zu machen.

Science-Fiction – Der Versuch einer Definition

Gibt man beispielsweise bei Wikipedia den Begriff Science-Fiction ein, erhält man folgende Beschreibung:

“Science-Fiction ist ein Genre in Literatur (Prosa, Comic), Film, Hörspiel, Videospiel und Kunst. Charakteristisch sind wissenschaftlich-technische Spekulationen, Raumfahrtthemen, ferne Zukunft, fremde Zivilisationen und meist zukünftige Entwicklungen.”

Da es keine allgemeingültige Definition des Begriffs gibt, ist diese Beschreibung durchaus zulässig und plausibel. Und dennoch haben wir es hier mit einem Science-Fiction Begriff zu tun, der sehr offengehalten ist und einige Aspekte, Motive und Szenarien in einen Topf wirft, die nicht unbedingt charakteristisch für das Genre sein müssen. Schaut man sich die Genrebezeichnung “Science-Fiction”, also übersetzt etwa die fiktive Wissenschaft, an,  so ist hier von Raumfahrt oder der Zukunft zunächst keine Rede. Stattdessen zeigt uns die Genrebezeichnung selbst, worum es in Science-Fiction vordergründig gehen sollte: Um Wissenschaft. Und zwar genauer gesagt um wissenschaftliche und/oder technische Verfahren und Errungenschaften, die in unserer Gegenwart (noch) nicht möglich und damit fiktiv, also erfunden sind. Da das Genre eben nicht “Future-Fiction” oder “Space-Fiction” heißt, sollte man die in der oben genannten Definition erwähnten “Raumfahrtthemen”, die “ferne Zukunft” und “fremde Zivilisationen” im Hinblick auf eine Beschreibung des Science-Fiction-Genres außen vor lassen, wie die folgenden Beispiele deutlich machen sollen.

Science-Fiction und die (ferne) Zukunft

Schaut man sich einige der bekanntesten Science-Fiction-Filme der letzten 50 Jahre an, dann scheinen tatsächlich zukünftige Epochen eng mit dem Genre verbunden zu sein. So tragen beispielsweise Denis Villeneuves “Blade Runner 2049” (2017) oder auch Stanley Kubrick’s “2001: A Space Odyssey” (1968) eine Jahreszahl im Titel, die uns einen Handlungszeitpunkt zeigt, der einige Jahre nach dem Veröffentlichungszeitpunkt des jeweiligen Werkes liegt.

Dieses futuristische Setting vieler Genre-Beiträge ist durchaus verständlich und wenig überraschend. Wenn es darum geht, “fiktive Wissenschaft” zu thematisieren, bietet die Zukunft unbegrenzte kreativ-gestalterische Möglichkeiten. Technische Errungenschaften und Verfahren, von denen die Menschheit heute noch nicht einmal träumen kann, könnten in einer fernen Zukunft Realität sein. Außerdem greifen einige Autoren in ihren Werken auch bereits existierende Technologien auf, um mögliche Gefahren aufzuzeigen, die in einer unkontrollierten Weiterentwicklung liegen könnten.

In Andrew Niccols “Gattaca” (1997) zum Beispiel, ist es in der Zukunft durch die Decodierung der menschlichen DNA möglich, Veranlagungen für sämtliche Krankheiten, Begabungen und selbst die wahrscheinliche Lebenserwartung eines Menschen zu ermitteln. Als Ergebnis werden Schwangerschaften fast nur noch per In-vitro-Fertilisation hervorgerufen und die Embryos dann bereits vor dem Einsetzen genetisch modifiziert. Im Film spielt Ethan Hawke einen auf natürliche Weise gezeugten Menschen, der von der modifizierten Mehrheit als „invalid“, also minderwertig, gesehen wird. Obwohl Diskriminierung aus genetischen Gründen zwar offiziell verboten ist, werden die „Invaliden“ von der modernen Hochleistungsgesellschaft ausgegrenzt und benachteiligt. Ausschlaggebend dafür, dass der Film als ein klassisches Beispiel eines modernen Science-Fiction-Films angesehen werden kann, ist nicht die Tatsache, dass der Film in der Zukunft spielt oder dass Ethan Hawkes Figur an einem Raumfahrtprogramm teilnehmen möchte. Ausschlaggebend ist hier ganz klar die Auseinandersetzung mit dem Thema Gentechnologie und deren ethisch-moralischen Grenzen.

In Alex Garlands Film “Ex Machina” (2015) geht es um einen jungen Programmierer, der im Rahmen eines streng geheimen Forschungsprojekts einen weiblichen Androiden namens Ava einem einwöchigen Turing-Test unterziehen soll, um festzustellen, ob Ava über ein menschliches Denk- und Einfühlungsvermögen oder gar ein Bewusstsein verfügt. Über die zeitliche Einbettung der Handlung wird im Film nichts gesagt. Allerdings könnte die Geschichte grundsätzlich in der heutigen Zeit und somit nicht unbedingt in der Zukunft spielen. Im Zentrum steht dennoch die technisch-wissenschaftliche Frage, inwieweit es möglich ist, eine menschenähnliche künstliche Intelligenz zu erschaffen und ob dies überhaupt sinnvoll wäre.

Auch Leigh Whannells “The Invisible Man” (2020) spielt in der heutigen Zeit. Hier wird Elisabeth Moss von ihrem Ex-Freund heimgesucht, dem es mithilfe modernster Technologie gelungen ist, sich unsichtbar zu machen und damit ungeahnte Macht über seine Mitmenschen erlangt. Der Film basiert sehr frei auf dem gleichnamigen Roman von H.G. Wells, der bereits 1933 von James Whale zum ersten Mal verfilmt worden war. Whales Version, die man wie Whannells Film guten Gewissens mit dem Sci-Fi-Label versehen kann, spielt inhaltlich sogar bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Hier entwickelt der Wissenschaftler Jack Griffin aus dem Extrakt einer seltenen Pflanze ein Serum, das ihn unsichtbar werden lässt, allerdings auch negative Auswirkungen auf seinen Verstand hat. Der Autor der literarischen Vorlage, H.G. Wells, ordnete seinerzeit “The Invisable Man” einem neuen Genre zu, das er selbst “scientific romances” nannte. Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Autor selbst sein Werk nicht dem Horror- oder Gruselbereich zuordnete, sondern eher dem was wir heute unter dem Begriff “Sci-Fi” verstehen.

Schon zwei Jahre vor “The Invisible Man” drehte Whale außerdem “Frankenstein” (1931), der ebenfalls bereits im 19. Jahrhundert spielt. Auch wenn der Film allgemein eher dem Horror-Genre zugeordnet wird, könnte man hier durchaus auch von einem frühen Science-Fiction-Film sprechen. Schließlich gelingt es im Film dem größenwahnsinnigen Wissenschaftler Henry Frankenstein, mit Hilfe eines nicht näher erklärten Verfahrens, Leben aus zusammengebastelten Leichenteilen zu erschaffen. In der Folge stellt sich die Frage, inwieweit einer solchen künstlich erschaffenen Kreatur ein Bewusstsein oder gar eine Seele zugesprochen werden kann und ob sie für ihre monströsen Taten verantwortlich gemacht werden kann.

Es zeigt sich also, dass fiktive Wissenschaft keinesfalls in der Zukunft verankert sein muss, da es auch einige Beispiele gibt, die in der Gegenwart oder sogar der Vergangenheit spielen. Im Umkehrschluss gilt es zudem festzuhalten, dass nicht alle Filme, die zeitlich in der Zukunft spielen, auch Science-Fiction-Filme sein müssen. Dystopische Szenarien wie beispielsweise in Alfonso Cuarons “Children of Men” (2006), John Hillcoats “The Road” (2009), George Millers “Mad Max” (1979) oder auch die “Hunger-Games”-Reihe (2012-2015) zeichnen ein recht düsteres Bild der Zukunft und tatsächlich sind auch alle der genannten Beispiele in der Internationalen Filmdatenbank unter dem Schlagwort “Sci-Fi” gelistet. Trotzdem handelt es sich bei keinem dieser Beiträge um einen Science-Fiction-Film im eigentlichen Sinn, da jeweils der (fiktive) technisch-wissenschaftliche Schwerpunkt nahezu komplett fehlt.

Science-Fiction und das Thema Raumfahrt

Ein weiterer Film, der häufig als Science-Fiction bezeichnet und auf besagter Datenbank als solcher gelistet wird, ist Alfonso Cuarons Gravity (2013). Darin spielt Sandra Bullock eine Astronautin, die gemeinsam mit einem Kollegen Reparaturarbeiten am Hubble-Teleskop vornehmen soll. Nachdem es zu einem verheerenden Unfall kommt, muss die Astronautin, fast auf sich alleine gestellt, im Weltall um ihr Leben kämpfen. Auch wenn der Film offensichtlich im Weltall spielt und mit dem Thema Raumfahrt einen durchaus wissenschaftlichen Schwerpunkt aufweist, fällt es schwer, “Gravity” guten Gewissens als Science-Fiction-Film zu werten. Schließlich ist im Wesentlichen nichts an den technischen oder wissenschaftlichen Elementen des Films fiktiv. Das Hubble-Teleskop ist genauso real-existent, wie die ISS und die Arbeiten. Und die die Astronauten und Astronautinnen im Film durchführen, dürften so in etwa dem heutigen Standard entsprechen. Fiktion begrenzt sich hier ausschließlich auf die Handlung, die so natürlich bisher noch nicht stattgefunden hat. Diese ist jedoch mit einem Film vergleichbar, in dem es um ein Schiffsunglück geht und ein/e Überlebende/r gestrandet ums Überleben kämpft. Nur befinden wir uns in “Gravity” eben nicht auf hoher See, sondern im Weltall.

Ein echter Grenzfall des Science-Fiction Genres findet sich in Ridley Scotts “Alien” (1979). Der Film rangiert auf zahlreichen Sci-Fi-Listen auf den oberen Plätzen und tatsächlich weist er einige Merkmale des klassischen Sci-Fi-Films auf. Da wäre das offensichtliche Thema Raumfahrt, der Kälteschlaf, aus dem die Besatzung zu Beginn des Films geweckt wird, der High-Tech Zentralcomputer des Raumschiffs MU/TH/UR oder den Androiden Ash. All das sind fiktive wissenschaftliche Errungenschaften, die es weder zum Veröffentlichungszeitpunkt des Films noch zu Beginn der 2020er Jahre gab bzw. gibt. Und dennoch könnte man argumentieren, dass all diese Elemente im Film nur eine untergeordnete Rolle spielen, oder sogar überhaupt keine. Vielmehr geht es in erster Linie um den Xenomorph, ein Monster, das die hilflose Besatzung in der klaustrophobischen Enge des Raumschiffs nach und nach aus dem Leben katapultiert. Von daher ließe sich “Alien” ohne weiteres auch dem Horror-Genre zuordnen.  

Als letztes Beispiel sei noch Paul Verhoevens “Starship Troopers” (1997) genannt. Im 23. Jahrhundert befinden sich die Menschen im Krieg mit einer primitiven insektoiden Spezies, die im Film allgemein als „Bugs“ bezeichnet wird und auf dem Planeten Klendathu heimisch ist. In Verhoevens Film finden sich fast alle der eingangs zitierten Definition des Sci-Fi-Genres:

  •         wissenschaftlich-technische Spekulationen (telepathische Fähigkeiten, moderne Waffentechnologie)
  •         Raumfahrtthemen (Kolonialisierung fremder Planeten, Schlacht auf dem “Bug-Planeten”)
  •         ferne Zukunft (23. Jahrhundert)
  •         fremde Zivilisationen (Bugs)
  •         meist zukünftige Entwicklungen (ein interplanetarer Krieg, eine vereinte Weltregierung auf der Erde)

Doch, obwohl “Starship Troopers” all diese für Science-Fiction charakteristischen Merkmale aufweist, handelt es sich hierbei bei genauerer Betrachtung nicht um einen Science-Fiction-Film, sondern um einen Kriegsfilm. Genau genommen sogar um eine Kriegs-Satire, doch dies tiefergehend zu erörtern, würde an dieser Stelle zu weit führen.

All diese Beispiele zeigen, dass einzelne Merkmale wie der Handlungsort oder der zeitliche Rahmen, nicht unbedingt ausschlaggebend dafür sein müssen, ob ein Film dem Science-Fiction-Genre zugeordnet werden kann oder nicht.   

Und was ist denn Science-Fiction nun?

Wenn man die eingangs zitierte Definition noch einmal hervorholt und diese um die als unpassend herausgearbeiteten Aspekte kürzt, bleibt am Ende folgendes stehen:  

“Science-Fiction ist ein Genre in Literatur (Prosa, Comic), Film, Hörspiel, Videospiel und Kunst. Charakteristisch sind wissenschaftlich-technische Spekulationen, Raumfahrtthemen, ferne Zukunft, fremde Zivilisationen und meist zukünftige Entwicklungen.

 Science-Fiction-Filme sind demnach Filme, deren inhaltlicher Schwerpunkt auf einer wissenschaftlich-technischen Entwicklung liegt.  Egal, ob künstliche Intelligenzen, medizinische Errungenschaften wie das Klonen oder die gentechnische Veränderung von Menschen, Raumfahrt, Möglichkeiten der Bewusstseinserweiterung oder gar Zeitreisen – der Vorstellungskraft sind keine Grenzen gesetzt.

Die in diesem Beitrag erarbeitete Definition ist auf der einen Seite recht simpel und schließt wie gezeigt wurde, doch einige Werke aus, die gemeinhin dem Sci-Fi-Genre zugeordnet werden. Liegt der Fokus stattdessen auf dem technisch-wissenschaftlichen Schwerpunkt eines Films, lenkt er den Blick vielleicht auch auf Filme, die auf den ersten Blick eher nicht wie Science-Fiction anmuten. So gilt der Film “Junior” (1994) eher als Komödie. Darin spielt Arnold Schwarzenegger einen (unnatürlich muskulösen) Wissenschaftler, der eine Möglichkeit entdeckt, eine befruchtete Eizelle bei einem Mann einzupflanzen und somit künstlich eine Schwangerschaft bei Männern hervorzurufen. In “Klick” gelangt Adam Sandler in den Besitz einer speziellen Fernbedienung, mit der er nicht nur elektronische Geräte, sondern auch den Ablauf seines eigenen Lebens regulieren kann. In “Eternal Sunshine of the Spotless Mind” geht es um ein Paar, gespielt von Jim Carrey und Kate Winslet, das nach einer gescheiterten Beziehung die Möglichkeit in Anspruch nimmt, spezielle Erinnerungen an Personen und Ereignisse einfach löschen zu können. Handelt es sich bei diesen Filmen um Science-Fiction? Wenn man die in diesem Beitrag erörterte Definition zugrunde legt, ließen sich durchaus Argumente dafür finden.

Grundsätzlich bleibt jedoch abschließend festzuhalten, dass es keine allgemeingültige Genre-Definition gibt und somit jeder Filmfan selbst entscheiden kann, was er oder sie als Sci-Fi deklariert und was nicht. Filme wie “Alien”, “Junior” oder “Frankenstein” werden in der Regel nicht besser oder schlechter, wenn man sie nun als Komödie, Sci-Fi- oder Horrorfilm tituliert. Trotzdem macht es am Ende auch einfach Spaß über solche haarspalterischen Themen zu diskutieren und zu streiten, was nun in den Kommentaren gerne getan werden darf.

28 Gedanken zu “Science Fiction – Was ist das (und was nicht)?

  1. Einen ganz lieben Dank und den Gründer des „´Klappe!-Magazins für diese Quasi-Doktorarbeit. Toll. Das Thema auf diese Art zu beleuchten, ist ein wirklich interessanter Ansatz. Vielen deiner Thesen kann ich vorbehaltlos beipflichten. Letztlich sicherer geworden, bin ich bei der Beantwortung der Frage, was ist und was ist nicht Science-Fiction, dann aber auch wiederum nicht. Für viele deiner Beispiele lassen sich vermutlich auch wiederum Gegenbeispiele benennen. Aber das macht ja auch den Reiz des Genres insgesamt aus. Es ist eben nicht greifbar, was den Vorteil hat, dass sich auch immer wieder Ansätze und Ideen finden lassen, um dem Genre neue Facetten abzugewinnen. Meine ganz persönliche Definition lautet; Science-Fiction Filme sind alle die Filme, bei denen meine Frau nach spätestens 10 Minuten sagt „Ist das schon wieder so ein quatschiger Alien Film?“.Und zu ist die Tür.

    Gefällt 1 Person

        • Ob Sci-Fi eher so ein Männergenre ist? – Ich weiß es nicht. Jedenfalls gehen selbst hochklassige Produktionen wie Interstellar nicht an mich.

          Ohne meinen Bruder hätte ich nie StarTrek gesehen, aber gut, ohne ihn wären 90% von dem weggefallen, was ich gesehen habe.

          Gefällt 1 Person

          • Dann bin ich wohl eher die Ausnahme…ich schau mir nämlich hundert Mal lieber einen Sci-Fi-Film an als irgendeine RomCom. Aber gut, ich steh ja auch auf Action- und Superheldenfilme…also vielleicht bin ich wirklich ein bissal außerhalb der Norm 😉

            Gefällt 1 Person

              • Das kann ich nur unterschreiben. Ich bin mit den Funktionen meines Smartphones schon oftmals überfordert und das Einstellen eines neuen Fernsehers – insbesondere das Festlegen und Sortieren der einzelnen Sendern – treibt mich jedes Mal wieder zur Verzweiflung.

                Gefällt 1 Person

                  • Ja, eine interessante Liste, der sicherlich viele, geschlechtsunabhängig, gut folgen können. Aber eine Frage hätte ich:
                    „Erotik (existiert für mich nicht)“. Meinst du damit, dass Erotik im Film nicht existiert, weil sie sich nicht in das Medium Film übertragen lässt oder weil sie generell – also auch im realen Leben – nicht vorhanden ist?

                    Gefällt mir

                    • „Aber eine Frage hätte ich:
                      „Erotik (existiert für mich nicht)“. Meinst du damit, dass Erotik im Film nicht existiert, weil sie sich nicht in das Medium Film übertragen lässt oder weil sie generell – also auch im realen Leben – nicht vorhanden ist? “

                      Die Frage kann man auf mehreren Ebenen beantworten:

                      1.) Ich bin immer schon Single gewesen, also kein Sex.

                      2.) Ich mag Sexszenen in Filmen nicht, da sie mich abstoßen und oft nur künstlich in die Handlung eingefügt werden. Wenn ich an diverse Twittergespräche denke, geht dies vielen so. Ungenehm die Schauspieler zu drehen und am Ende will es kaum einer sehen.

                      3.) Die Liste sollte verdeutlichen, dass ich Erotikfilme / Pornos absolut nicht sehe bzw. in meinem Sehverhalten nicht vorkommen.

                      Gefällt 1 Person

                    • Vielen Dank für die offenen Worte. Nach dem, was du schilderst, ist die Einstellung, oder wenn man mag, Nicht-Einstellung zum Thema Erotik absolut nachvollziehbar. Persönlich habe ich nichts gegen Erotik im Film, solange sie zur Handlung passt und nicht zum reinen Selbstzweck verkommt. Ich könnte aber in vielen Fällen aber auch gut drauf verzichten.

                      Gefällt mir

            • Ja, ich würde auch mal annehmen, dass du hier ein wenig „aus der Art schlägst“. Ich kenne nur sehr wenige Frauen, die sich z.B. auch für Action- oder Superheldenfilme erwärmen können. Da geht es meist in Richtung Komödie (nicht zwangsläufig RomCom) oder romantischen Filmen. Ist doch auch völlig in Ordnung so. Jede/r soll das schauen, was er/sie mag. Wir sollten natürlich aber auch nicht vergessen, dass wir uns hier in einer Blase bewegen, die sicherlich ein anderes Auge auf das Thema Film im allgemeinen oder besonderen hat, als ein durchschnittlicher Kinogänger. Die allermeisten Leute sehen sich Filme im Kino oder im TV an, finden sie gut oder schlecht. Nicht mehr, nicht weniger. Da ist das Genre dann eher zweitrangig.

              Gefällt 1 Person

    • Das wäre für mich eindeutig zu eng gefasst für das Genre…wobei es natürlich stimmt, jeder quatschige Alien-Film ist für mich Science Fiction aber nicht jeder Science Fiction Film ist quatschiger Alien-Spaß…so ähnlich wie mit den Fingern und den Daumen 😉

      Gefällt 1 Person

    • Danke, dass ich mitmachen durfte. Solche Beiträge, für die man so gut wie nicht recherchieren oder „Grundlagenwerke“ nachholen muss, schreiben sich ja zum Glück relativ schnell. Insofern war das keineswegs eine „Doktorarbeit“, bestenfalls ein Arbeitchen.

      „Letztlich sicherer geworden, bin ich bei der Beantwortung der Frage, was ist und was ist nicht Science-Fiction, dann aber auch wiederum nicht.“

      Das können wir ja dann demnächst an anderer Stelle noch mal vertiefen.

      „Science-Fiction Filme sind alle die Filme, bei denen meine Frau nach spätestens 10 Minuten sagt „Ist das schon wieder so ein quatschiger Alien Film?“

      Das hättest du mir ruhig sagen können, bevor ich mit dem Schreiben angefangen habe. Denn diese Beschreibung trifft es mit deutlich weniger Worten wesentlich präziser als ich es je hätte ausführen können.

      Gefällt 4 Personen

  2. Ich finde solche Genre-Definitionen immer spannend. Die meisten (mich eingeschlossen) möchten einen Film oft gern einem Genre zuordnen, aber am Ende läuft es irgendwie doch immer auf Bauchgefühl hinaus. Alien ist SciFi Horror. Junior eine Komödie mit „SciFi Elementen“. Das würde ich so im vollen Brustton der Überzeugung sagen. Aber was ist z.B. mit dem ganzen Superheldenkrams? Ist das Science Fiction? Superman ist ein Außerirdischer. Batman hat fantastischen Technikkram. Und trotzdem sieht man etwa die Guardians häufig als „mehr SciFi als Superhelden“ beschrieben, als gäb es da doch eine mehr oder minder scharfe Abgrenzung. Sind Superhelden überhaupt schon ein Genre für sich (ich meine ja, aber vielleicht als SciFi Subgenre, um eine ganz neue Büchse aufzumachen!)? Oder ist ein Batman ein Action-Thriller (Doppelgenre!) mit SciFi Elementen und ein Spider-Man Actionkomödie (schon wieder!) mit SciFi Elementen. Und wie kleinteilig kann und sollte man das eigentlich aufschlüsseln? 😉

    Gefällt 2 Personen

    • Hallo Filmlichter,

      „Aber was ist z.B. mit dem ganzen Superheldenkrams? Ist das Science Fiction? Superman ist ein Außerirdischer. Batman hat fantastischen Technikkram.“

      Lustig, dass du das ansprichst. Ich hatte Steffelowski ganz zu Beginn des Arbeitprozesses einen ersten Entwurf des Beitrags zugeschickt, in dem es einen extra Abschnitt zum Thema „Sci-Fi und Superhelden“ und einen zu „Sci-Fi und Fantasy“ (darin sollte es um Star Wars gehen) gab. Das war mir dann aber doch zu viel. Sowohl Denkleistung als auch Arbeit.

      „Sind Superhelden überhaupt schon ein Genre für sich (ich meine ja, aber vielleicht als SciFi Subgenre, um eine ganz neue Büchse aufzumachen!)?“

      Über diese Frage habe ich mir während der Konzeption des Beitrags auch viele Gedanken gemacht. Ich würde (Stand heute) sagen „nein“. „Der Superheldenfilm“ ist dann in sich doch so heterogen, dass ich das nicht als eigenes Genre sehen würde. Es gibt Komödien, in denen Superhelden eine Rolle spielen, Actionfilme und eben auch Sci-Fi- und Fantasy-Filme, die sich um Superhelden drehen. Andersherum ist aber nicht jeder Film, in dem Superhelden auftauchen automatisch Sci-Fi. So wie nicht jeder Film über Polizisten ein Krimi sein muss.
      Grundsätzlich würde ich die X-Men Filme auf jeden Fall dem Sci-Fi-Genre zuordnen. Andere wie z.B. Thor oder Deadpool nicht.

      „Und wie kleinteilig kann und sollte man das eigentlich aufschlüsseln?“
      Na, wie immer. Bis irgendwann keiner mehr durchblickt und jeder alles allem zuordnen kann. Ist doch klar.

      Gefällt 2 Personen

      • Lustig, ich habe mir in meinem Kommentar auch Star Wars und „Science Fantasy“ gespart. Wobei ich bei diesem Behelfsgenre immer erstaunlich finde, dass hier „fiction“ und nicht „science“ ersetzt wird.

        Mit etwas Nachdenken fällt es mir tatsächlich auch immer schwerer eine Definition für das Superheldengenre, die nicht einen guten Teil des Actionkinos (vom 80er-Schwarzenegger bis John Wick) mit einschließen würde, oder aber einen ganzen batzen Superhelden ausschließt.

        „Superhelden“ hat deskriptiven Wert, man weiß was gemeint ist, aber für ein genre scheitert es dann wohl in der feineren Definition.

        Gefällt 1 Person

        • Ich würde es vielleicht so zusammenfassen: Nicht jeder Superheldenfilm ist auch ein Science-Fiction-Film – genug Beispiele habt ihr genannt – ergo würde ich das Superheldengenre nicht dem Sci-Fi unterordnen. Viele Superheldenfilme können aber auch der Science-Fiction zugeordnet werden, eben weil das SciFi-Genre den Superhelden fast schon wortwörtlich viele Werkzeuge zur Hand gibt und man sich als Superheldenfilmer bei vielen SciFi-Elementen bedienen und organisch ins Superheldengenre einweben kann.

          Gefällt 1 Person

    • Ja, das sind auch wieder interessante Ideen. Da werfe ich mal James Bond in den Ring. Das geht um Sachen Technik (zumindest ab „Goldfinger“) auch schon sehr in Richtung Batman und würde dann per Definition auch in Richtung Sci-Fi. Da würden sich – wenn man etwas tiefer graben würde – sicherlich noch andere Beispiele finden lassen. So kann man zu dem Schluß kommen, dass eine echte Abgrenzung des Genres gar nicht schlüssig möglich ist. Ich halte mich da also weiterhin lieber an meine Frau. Denn DIE hat immer recht und spricht auch nicht über den Fight Club.

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.