Filmtipps Juni 2021

Für diese Ausgabe hat sich das Klappe!-Team mit dem schwarzen Kino beschäftigt. Was zunächst nach einem überschaubaren Thema aussah, stellte sich früh als umfangreiches und äußerst vielfältiges Großprojekt heraus. Kaum ein Genre, in dem schwarze Filmemacher vor und/oder hinter der Kamera nicht aktiv sind. Dies spiegelt sich auch in der Auswahl der Filmtipps dieser Ausgabe wieder. Hochkarätige Produktionen mit tollen Schauspielern und gemacht von begnadeten Regisseuren. Und das Gute: alle Filme gibt’s  für lau beim Streaming—Anbieter des Vertrauens.  Natürlich können wir hier nur einen kleinen Ausschnitt an sehenswerten Filmen zum Thema des Monats vorstellen. Für weitere Vorschläge ist aber natürlich jede Menge Platz im Kommentarfeld. Wir lassen uns immer gern überraschen

Ainu empfiehlt: 

Das Streben nach Glück (2006)

  • Regie: Gabriele Muccino 
  • Genre: Drama
  • Darsteller: Will Smith, Jaden Smith
  • Zurzeit verfügbar bei: Netflix  

Es müssen nicht immer die großen, weltbewegenden Dramen sein, die einem zeigen, dass es in der Welt nicht immer gerecht zugeht. Oft sind es im Gegenteil gerade die kleinen Schicksale, die einen umso mehr in ihren Bann ziehen und umso härter Treffen. So auch in diesem Film, in dem ein alleinerziehender Vater alles dafür gibt, um Arbeit zu finden, damit sein Sohn und er ein sicheres Dach über dem Kopf haben, das sie endlich ein Zuhause nennen können. Smith war seinen Zeiten als Fresh Prince damals schon längst entwachsen, hatte bis zu diesem Zeitpunkt aber vor allem in großen Blockbustern sein Talent als Actionstar unter Beweis gestellt. Hier zeigte er, an der Seite seines Sohnes, eine ganz neue Facette seines Könnens und spielte sich so endgültig in die Herzen der Zuschauer und die A-Liga Hollywoods. 

Bad Boys for Life (2020)

  • Regie: Adil El Arbi, Bilall Fallah 
  • Genre: Action
  • Darsteller: Will Smith, Martin Lawrence 
  • Zurzeit verfügbar bei: Sky Go

Beinahe 20 Jahre war es her, dass sich die “Bad Boys” das letzte Mal über die weltweiten Kinoleinwände ballerten. Ein Actionspektakel sondergleichen (beziehungsweise eigentlich sogar zwei), die Michael Bay den Actionfans hier zur Jahrtausendwende aufgetischt hatte. Ein dritter Teil, nach all den Jahren, und ohne Bay im Regiestuhl, das konnte doch eigentlich nur schief gehen. Mit einiger Skepsis begab man sich also Anfang 2020 in die Kinos und was soll ich sagen, es war tatsächlich ein großer Spaß. Klar, kein Meisterwerk, aber doch genau das, was man sich erhofft hatte: äußerst unterhaltsames Action-Popcornkino. Smith und Lawrence versprühten nach wie vor ihren Charme und bewiesen, dass die Chemie zwischen ihnen noch immer vorhanden ist, die beiden Regisseure machten eine hervorragenden Job dabei, den Stoff in die heutige Zeit zu transferieren, ohne dabei die Wurzeln außen vor zu lassen und sogar ein paar emotionalere Momente sind zu finden. 

Steffelowski empfiehlt:

Beasts of no Nation (2015)

  • Regie: Cary Joji Fukunaga 
  • Genre: Kriegs-Drama 
  • Darsteller: Abraham Attah, Idris Elba, Ama K. Abebrese 
  • Zurzeit verfügbar bei: Netflix 

Kriege sind  grundsätzlich das schrecklichste, was sich die Menschheit je hat ausdenken können. Leid, Tod, Zerstörung und Vertreibung werden bewusst in Kauf genommen, um den Machthunger größenwahnsinniger Potentaten zu stillen  oder um  z.B.  religiöse Weltbilder mit Gewalt durchzusetzen. Einer der schlimmsten Auswüchse eines jeden Krieges, ist der Einsatz von sogenannten „Kindersoldaten“. In erschreckend realistischen Bildern schildert „Beasts with No Nation“ das Schicksal des Jungen Agu, der während eines Bürgerkriegs in einen nicht bekannten afrikanischen Land in die Hände einer Rebelleneinheit fällt und zum Soldaten „ausgebildet“ wird. Agu muss körperlich und seelisch Unfassbares erleben und stumpft so weit ab, dass er  letztlich zum willenlosen Killer wird, der jeden Befehl seines „Kommandanten“ ausführt. Ein inhaltlich abstoßender Film, der den Zuschauer aber vollständig in seinen Bann zieht.

Just Mercy (2019)

  • Regie:Destin Daniel Cretton  
  • Genre: Drama  
  • Darsteller: Michael B. Jordan, Jamie Foxx, Brie Larson 
  • Zurzeit verfügbar bei: Sky Ticke/Sky Go 

Ich war schon immer ein großer Fan von  Gerichtsfilmen oder Filmen, die sich mit Justizthemen befassen. Ob „Die Zwölf Geschworenen“, “Das Urteil von Nürnberg“ oder „Anatomie eines Mordes“. Ein Genre, das  Inzwischen vielleicht ein wenig aus der Mode gekommen ist, auch wenn es immer wieder einmal Filme wie „The Trial of the Chicago 7“ oder eben „Just Mercy“ gibt. Letzterer schildert den Kampf eines philanthropischen Rechtsanwalts, der sich verbissen dafür einsetzt, dass  der Prozess eines wegen Mordes zum Tode verurteilten Schwarzen wieder aufgenommen wird, da die Verurteilung augenscheinlich einen rassistischen Hintergrund hat.  Der Film zeigt eindringlich,  dass es in der US-Justiz eindeutig eine weiße und eine schwarze Gerechtigkeit gibt.   Aufwühlend und spannend. Michael B.  Jordan und Jamie Foxx spielen einfach großartig.

Wermi empfiehlt:

Schwarze Adler (2021)

  • Genre: Dokumentation
  • U. a. mit dabei: Gerald Asamoah, Jimmy Hartwig, Otto Addo, Erwin Kostedde, Shary Reeves
  • Zurzeit verfügbar bei: Amazon Prime, ZDF Mediathek (ab 15. Juni)

Da nun schon bald die Fußball-EM ansteht, möchte ich passend dazu auf diese kürzlich erschienene Dokumentation aufmerksam machen. Diese erzählt von den persönlichen Geschichten ehemaliger und aktiver schwarzer Nationalspieler und welche Erfahrungen sie mit Rassismus gemacht haben. Erschreckend muss man schließlich Beverly Rangers (ehemalige Bundesligaspielerin) Worte anerkennen, dass sich im Vergleich zu den 60er-Jahren in der Rassismusproblematik sicher schon einiges getan hat, aber wir selbst heute noch längst nicht weit genug sind. Das zeigt allein der Rassismus-Vorfall, der dem aktiven Bundesligaspieler Jordan Torunarigha erst im letzten Jahr widerfahren ist. Es ist der Doku hoch anzurechnen, wie sie für das Thema sensibilisiert und durch die tiefen, emotionalen Erfahrungsberichte auch eine große Emotionalität und Empathie erzeugt. Das regt zum Nachdenken an, wie man vielleicht selbst dem allgegenwärtigen Rassismus im Alltag entgegenwirken kann.

Der 13.

  • Originaltitel: 13th
  • Regie: Ava DuVernay
  • Genre: Dokumentation
  • Zurzeit verfügbar bei: Netflix

Von einer Dokumentation kommen wir zur nächsten. Hier führte Ava DuVernay Regie, die zuvor mit dem Film „Selma“ und später mit der Netflix-Miniserie „When They See Us“ auf sich aufmerksam machte, die beide ebenfalls sehr empfehlenswert sind. Dabei fällt auf, dass sich ihre Werke allesamt der Rassismusproblematik annehmen und wichtige Mahnmale dafür sind, auch heute noch für mehr Toleranz einzustehen.
In dieser Dokumentation nimmt sie sich die Geschichte des Rassismus in den USA vor die Brust und wie sie zur heutigen Problemsituation führt. Ihr Augenmerk legt sie hierbei auf das amerikanische Gefängnissystem, das ganz klar von systematischem Rassismus durchzogen wird und einen bloß kopfschüttelnd zurücklässt.
Eine sehr wichtige Doku, die ruhig jeder Mal gesehen haben sollte.

Ein Gedanke zu “Filmtipps Juni 2021

  1. Pingback: Wie das afroamerikanische Kino in den letzten Jahren Hollywood eroberte | Klappe!

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