Unsere 8 liebsten Guilty Pleasures

Guilty Pleasure, ein Ausdruck, der von Filmfreunden gerne einmal benutzt wird, manch einem aber auch sauer aufstößt, in diesem speziellen Fall aber auf jeden Fall einer Erklärung bedarf. Im Vorfeld zu dieser Ausgabe haben wir deswegen die Köpfe zusammengesteckt und zwei Dinge ausgiebig beratschlagt. Einerseits: Was meinen wir mit Guilty Pleasures? Nun, um es gleich einmal klar zu stellen, niemand von uns fühlt sich „schuldig“ weil wir mit den unten genannten Filmen unseren Spaß haben. Eher zutreffend wäre wohl der Begriff Fast-Food-Filme. Denn ebenso wie man ab und an herzhaft und mit Genuss in einer Burger vom Schachtelwirten seiner Wahl beißt, mit dem vollen Wissen darum, dass es sich keineswegs um hochwertige Nahrung handelt, die einen für längere Zeit sättigen wird, sind wir uns auch bei diesen Filmen bewusst, dass sie eigentlich ziemlich gehaltlos sind, können voll verstehen, wenn andere Menschen nichts damit anfangen und die offensichtlichen Schwächen nicht einfach ignorieren können, und trotzdem können wir nicht umhin zuzugeben, dass wir diese Filme einfach immer wieder gerne schauen und uns dabei köstlich unterhalten fühlen. Was uns auch gleich zu unserer zweiten Überlegung führt: Wie sollen wir die Filme bewerten. Wer sich nun die Mühe macht auf unserem Letterboxd-Account die dort eingetragenen Durchschnittswertungen zu den einzelnen Filmen anzuschauen, wird vielleicht von der hohen Punktzahl irritiert sein, immerhin sehen auch wir ein, dass die Filme ihre Mängel haben. Deswegen haben wir uns diesmal dafür entschieden, jegliche vermeintlich objektiven Kriterien über Bord zu werfen (immerhin geht es hier wirklich zu 100 Prozent um unseren ganz persönlichen Geschmack) und die Filme tatsächlich nach ihrem subjektiven „Spaßfaktor“ zu bewerten. So konnte ein in unseren Augen perfektes Guilty Pleasure also ohne weiteres 10 Punkte absahnen. Nach dieser extrem langen Einleitung ist es jetzt aber auch gut mit den ganzen Erläuterungen und wir kommen endlich zu den unsere Meinung nach 8 besten Guilty Pleasures…

47 Ronin (2013)

Sie werden in der japanischen Kultur gerne einmal schon beinahe zu mystischen Sagengestalten verklärt: die Samurai. Unter diesen legendären Schwertkämpfern sticht als Untergruppe jene der Ronin, also der herrenlosen Samurai noch einmal besonders hervor. Und weil Hollywood sich immer wieder gerne ausländische Mythen schnappt und sie als große Blockbuster inszeniert, wurde diese „Ehre“ im Jahr 2013 eben auch jenen sagenumwobenen 47 Ronin zu Teil, welche der Legende nach ihren ermordeten Meister auf heroische Weise gerächt haben. Die Idee Keanu Reeves als Ausländer da mit in den Topf zu werfen, kann man schon als gewagt bezeichnen, dass ganze dann mit ordentlich Fantasyelementen aufzupeppen als ziemlich klischeebeladen. Und trotzdem, sind diese zwei Punkte mit das unterhaltsamste am Film – neben einem Ende, das ganz Hollywood untypisch tatsächlich den Schneid hat, die Geschichte originalgetreu enden zu lassen.  

Blade Trinity (2004)

Der dritte und letzte Teil der Blade-Trilogie mit Wesley Snipes ist so etwas wie das ungeliebte Kind des Franchise. Für mich nicht wirklich verständlich, da „Blade-Trinity“ zum einen die guten Versatzstücke der ersten beiden Teile übernimmt und diese durchaus gekonnt variiert und zum zweiten neue  und interessante  Charaktere (Jessica Biel und Ryan Reynolds) in die Handlung einführt. Das dabei der Charakter des Blade ein wenig in den Hintergrund treten muss, versteht sich von selbst, wirkt sich aber in keiner Weise auf die Qualität des Films aus. An einigen Stellen ist der Schnitt vielleicht ein bisschen sehr hektisch, passt so aber gut zum Tempo des Geschehens. „Blade -Trinity“ ist ein grundsolider Action Film, der gekonnt  Martial Arts und modernen Vampirfilm verbindet

Deep Blue Sea (1999)

Das Genre des Hai-Films beinhaltet genau ein Meisterwerk, dessen Titel ich hier schon gar nicht mehr nennen mag. Danach und daneben gab es ganz überwiegend schlechte bis sehr schlechte Nachfolger und noch viel miesere Kopien. „Deep Blue Sea“ hebt sich hiervon ganz eindeutig ab. Der Film hat ein ordentliches Budget, einen guten Cast, ein tolles Setting und eine durchweg spannende Story. Darüber hinaus bietet der Film eine der besten „unexpected killing scenes“ die ich jemals gesehen habe. Einziger Schwachpunkt des Films sind leider die tierischen Hauptdarsteller, die Haie. Hier hätte man etwas mehr Sorgfalt auf die Computertricks verwenden können. Dennoch steht dieser Unterwasserthriller bei den Hai-Filmen ganz sicher zumindest in der zweiten oder dritten Reihe.

Fast & Furious: Hobbs and Shaw (2019)

Man nehme das Beste aus dem Fast & Furious Franchise und steckt es in ein Spin-Off: Abgedrehte Action, zwei Machos deren Chemie untereinander ein Selbstläufer ist und das allgegenwärtige Augenzwinkern signalisiert, dass alles hieran absoluter Quatsch ist. Und heraus kommen 137 Minuten pure Unterhaltung, die Vin Diesel zurecht eifersüchtig werden lassen. Wer genau das und nicht mehr erwartet, dem ist der Spaß mit dem Film sicher.

Passengers (2016)

Zugegeben, es lässt sich darüber streiten, ob dieser Film überhaupt auf eine „Guilty Pleasure“-Liste gehört, denn auch wenn er zu Beginn nicht gerade liebevoll unter Cineasten aufgenommen wurde, gibt es doch einige Stimmen, die dies dem miserablen Marketing vor dem damaligen Kinostart zuschreiben – und tatsächlich sind nach der Zweitverwertung über TV und Streaming immer mehr positive Stimmen aufgekommen. Das wundert insofern auch nicht, als dass der Film schon einmal rein von seinem Schauwert her, ganz klar zu überzeugen weiß. Kein Wunder, denn hier handelt es sich um keine Low-Budget-Produktion, sondern um eine Science-Fiction-Blockbuster mit Chris Pratt und Jennifer Lawrence in den Hauptrollen. Look und Schauspiel sind also schon mal nicht das Problem und eigentlich gibt es auch kaum eines, wenn man halt mit dem Wissen an die Sache herangeht, dass es sich hier um ein am Ende lediglich solides Liebesdrama mit interessanter Prämisse vor schöner Kulisse handelt. 

The Purge: Election Year (2016)

Nachdem die Grundidee hinter der „The Purge“-Reihe eigentlich super interessant ist und viel Potential bietet, wurde daraus bisher relativ wenig gemacht. Der dritte Teil „Election Year“ geht dabei mal einen anderen Schritt, entfernt sich vom Horror-Thriller hin zum Action-Thriller und ist dabei gerne mal ein wenig drüber. Bedeutet: Spaß und unfreiwillige Komik, die sich aber auch mit richtiger Spannung abwechselt. Wie seine Vorgänger zwar kein Meisterwerk, dafür aber gute Unterhaltung dank seiner ganz eigenen Tonalität.

The Room (2003)

Damit sind wir beim Vorzeigebeispiel für Film die so schlecht sind, dass sie wiederum Spaß machen. „The Room“ hat genau aus diesem Grund Kultstatus erlangt und lebt von der ominösen Gestalt Tommy Wiseau, der der Kopf hinter dem Film ist. Ähnlich skurril wie er ist auch der Film, der mit allen Maßstäben bricht und eine neue Definition für schlechte Filme gibt. Grottiges Schauspiel, hölzerne Dialoge und ein hanebüchenes Drehbuch machen aus diesem Do-It-Yourself-Projekt ein Fest der Schlechtigkeit, das man so noch nicht gesehen hat. Als kleiner Tipp beim Gucken: Das eine oder andere Kühlgetränk können den Spaß erheblich steigern.

Tomb Raider (2001)

Wer sich unsere Filmtipps aufmerksam durchgeschaut hat, kann hier vielleicht schon ahnen, welches Teammitglied dafür verantwortlich ist, dass dieser Film auf der Shortlist gelandet ist. Aber tatsächlich gibt es ein paar Punkte, die durchaus für den Film sprechen. Zum einen bietet er einem inhaltlich ziemlich genau das, was man von diesem Franchise erwarten würde. Ein uraltes Rätsel, welches dank erstaunlich leicht zu entschlüsselnder Hinweise gelöst werden kann, ein mystisches Objekt, hinter dem eine im Geheimen agierende Organisation her ist, die Gewissheit, dass es mehr als fatal wäre, würde dieses Objekt tatsächlich in die Hände der Schurken fallen würde und eine Heldin mit mehr Wissen über Archäologie und Code-Entschlüsselung wie eine ganze Fachbereichsbibliothek. Das mag sich stumpf, generisch und vorhersehbar anhören, macht aber dank einer gut aufgelegten Angelina Jolie einfach trotzdem unglaublich viel Spaß.


Das waren unsere Top Acht und wie immer, gibt es natürlich zahlreiche Filme, die unseren Beitrag nur knapp verpasst haben. Checkt also unsere Letterboxd-Liste aus, um herauszufinden, um welche Filme es sich dabei noch alles handelt und diskutiert mit uns gerne in den Kommentaren, wo ihr uns zustimmt und falls euch ein Film in der Aufzählung fehlt, um welchen es sich dabei handelt!

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