The Room (2003)

  • Regie: Tommy Wiseau
  • Schauspieler: Tommy Wiseau, Greg Sestero
  • Genre: Drama?!
  • Land: USA

Es gibt sie: Filme die so schlecht sind, dass es wiederum unterhaltsam ist. Auf keinen Film trifft das wohl so sehr zu wie auf “The Room”, der als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten gilt und genau aus diesem Grund Kultstatus errungen hat. Doch worum geht’s?

Nun, nicht dass es ernsthaft von Belang wäre, aber grob geht es um einen Mann namens Johnny, der mit seiner Verlobten Lisa in einer Wohnung in San Francisco lebt. Eines Tages beginnt sie jedoch seinen besten Freund Mark zu verführen und hier fangen die Dinge schließlich an ihren Lauf zu nehmen.

Doch spielt die Handlung keine sonderlich große Rolle, denn letztendlich ist es die unfreiwillige Komik, die den Film so ausmacht. Sie entsteht durch die zahllosen Anschlussfehler in der Geschichte, die grottigen Schauspielleistungen und die vollkommen abstrusen Dialoge. In einer Szene erzählt Lisas Mutter ihrer Tochter vollkommen beiläufig in einem Nebensatz “I got the results of the tests back. I definitely have breast cancer.”, nur damit es danach nie wieder Thema ist. In einer anderen unterhalten sich Johnny und Mark in einem Café über Johnnys Arbeit. Als Mark ihn nach einem Klienten fragt, entgegnet Johnny bloß: “I cannot tell you, it’s confidential. Anyway, how’s your sex life?” So geht das die ganze Zeit in dem Film und dadurch wird schon fast jeder einzelne Dialog zum Highlight, weil immer wieder etwas kommt, dass überhaupt keinen Sinn ergibt und herrlich grotesk ist. Hier mal einige Ausschnitte:

Einen Großteil der Faszination “The Room” macht außerdem Hauptdarsteller, Regisseur, Drehbuchautor und Produzent des Films Tommy Wiseau aus. Neben seiner markanten Erscheinung und dem ganz eigenartigen Schauspiel, sind es auch die ominösen Geschichten, die sich um diesen Menschen ranken. Niemand weiß tatsächlich wie alt er ist, wo er überhaupt herkommt oder wie er die 6 Millionen Dollar Budget für den Film aufgebracht hat (ja, der Film hat wirklich so viel gekostet!).

Nicht nur das Endprodukt, sondern auch die Produktion des Films sollen dabei bereits derartige Schwierigkeiten bereitet haben, dass der Darsteller von Mark, Greg Sestero, gar ein Buch darüber geschrieben hat. Jenes Buch mit dem Titel “The Disaster Artist”, das 2017 von James Franco verfilmt wurde. Das Schöne ist also, dass man sich diesen Film auch nach “The Room” anschauen kann und gleich noch mehr Spaß an der ganzen Geschichte hat. Hier werden schließlich einige Hintergründe aufgedeckt, es wird gezeigt, wie bescheuert eigentlich schon die Dreharbeiten eines solchen schlechten Films gewesen sein müssen und geht aber gleichzeitig den tollen Schritt, sich nicht bloß über Tommy Wiseau und sein Schaffen lustig zu machen, sondern seine Filmliebe und -leidenschaft abzufeiern.

So oder so, “The Room” ist einzigartig und ein unvergleichliches Filmerlebnis, wie man es wahrscheinlich noch nicht hatte. Wem das alles nicht viel zu blöd ist, dem sei ein Ausflug in Tommy Wiseaus Gedankenwelt empfohlen. Es kann dabei definitiv nicht schaden, ihn sich mit schaulustigen Freunden anzusehen und sich die ein oder andere Schorle für Erwachsene zu genehmigen.

Ein Gedanke zu “The Room (2003)

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