Filmtipps Mai 2021

Über guten und schlechten Geschmack lässt sich endlos streiten. Gleiches gilt für kinematographische Meisterwerke und filmischen Schrott. Wie so häufig aber liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Auch Filme mit geringem Budget, schlechten Drehbüchern, miesen Effekten und Darstellern aus der Laienspielgruppe der örtlichen Volkshochschule haben ihren Reiz und – noch viel wichtiger – meist eine treue Anhängerschaft. Mit dem Leitsatz „Schlimmer geht’s immer“ hat sich das Klappe!-Dreigestirn in die Abgründe des schlechten (Film) Geschmacks gewagt und die schönsten bzw. schrecklichsten Trashperlen ausfindig gemacht, die sich kostenlos streamen lassen. Weitere Empfehlungen aus der eigenen Gruft der „Guilty Pleasures“ sind natürlich in den Kommentaren willkommen.

Ainu empfiehlt: 

Doom – Der Film (2005)

  • Regie: Andrzej Bartkowiak 
  • Genre: Videospielverfilmung, Action, Science Fiction, Horror
  • Darsteller: Dwayne Johnson, Karl Urban, Rosamund Pike
  • Zurzeit verfügbar bei: Netflix

Der Ruf von Videospielverfilmung ist, gelinge gesagt, nicht gerade der beste. Und ganz ehrlich, ich kann es voll verstehen. Das eine lässt sich nicht wirklich gut einfach so ins andere transformieren, immerhin besteht einer der größten Reizfaktoren beim Zocken ja darin, dass man eben selber die Hauptfigur steuert, schaut man jetzt hingegen lediglich beim Geschehen zu braucht es plötzlich schon deutlich mehr, um einen zufriedenzustellen – was im Endeffekt bedeutet, dass manchen Spielen eine Story hinzugedichtet werden muss, die es so gar nicht gibt. Bestes Beispiel für das eben beschriebene Phänomen: “Doom”. Hier wurde ein ziemlich austauschbarer Sci-Fi-Plot rund um hirnlose Ballerei gebastelt – und was soll ich sagen, ich hab jedes Mal wieder meinen Spaß damit. Vielleicht liegt es daran, dass ich keines der Spiele je gespielt habe, oder dass ich eine Schwäche für cheesy Oneliner und hirnlose Action habe, so oder so, kann ich nicht leugnen, dass ich auf jeden Fall eine Schwäche für “Doom” habe.

Prince of Persia – Der Sand der Zeit (2010)

  • Regie: Mike Newell
  • Genre: Videospielverfilmung, Fantasy, Action 
  • Darsteller: Jake Gyllenhaal, Gemma Arterton, Ben Kingsley
  • Zurzeit verfügbar bei: Disney+

Manche werden sich nun fragen: “Hä, seh ich richtig”, und ja, tatsächlich habe ich mich für meinen zweiten Tipp gleich mal für noch eine Videospielverfilmung entschieden. Ich weiß auch nicht, was es mit dem Genre auf sich hat, aber verdammt viele meiner Guilty Pleasures lassen sich hier verorten. Vielleicht liegt es ja wirklich daran, dass ich keine Gamerin bin, denn bei “Prince of Persia” weiß ich so wenig über das Spiel, dass ich euch nicht einmal sagen könnte, inwiefern sich dieses vom Film inhaltlich unterscheidet. Fest steht aber, dass man hier wirklich keine Kosten und Mühen gescheut hat, sich ein paar richtig talentierte Schauspieler mit an Bord zu holen, was die generische Handlung so weit aufwertet, dass man hier tatsächlich von (gelungener) kurzweiliger Unterhaltung sprechen kann. 

Steffelowski empfiehlt:

Der Schrecken vom Amazonas (1954)

  • Regie: Jack Arnold
  • Genre: Horror
  • Darsteller: Richard Carlson, Julie Adams, Antonio Moreno 
  • Zurzeit verfügbar bei: Amazon Prime

Hier haben wir es auf den ersten Blick mit einem der klassischen Horrorfilm B-Produktionen der 950er-Jahre zu tun, die in dieser Zeit zuhauf in den USA in die Kinos kamen.  Die Handlung ist ebenso austauschbar, wie die nicht weiter beachtenswerten Darsteller. Eine Gruppe von Forschern stößt am Amazonas auf ein Wesen das halb Mensch,  halb Amphibie ist. Dieses verliebt sich in eine der weiblichen Wissenschaftler und entführt sie.  Der Rest der Gruppe  bricht auf, um die Entführte zu retten. So weit, so schon dutzendfach gesehen. Was den Film jedoch über die Jahre zum Klassiker gemacht hat, sind die originell fotografierten Unterwasseraufnahmen und die zur damaligen Zeit gefeierten 3-D Technik, die für kurze Zeit das Kino revolutionierte. Das alles wirkt auch heute auf dem TV-Bildschirm noch hervorragend. Und auch „Die Kreatur“ sieht recht ordentlich aus.

Captain Kronos – Vampirjäger  (1974)

  • Regie: Brian Clemens
  • Genre: Horror
  • Darsteller: Horst Janson, Caroline Munro, John Cater
  • Zurzeit verfügbar bei: Amazon Prime

Einer der letzten Filme aus der englischen Horrorschmiede Hammer Films. Schon der Titel erzählt im Grunde die gesamte Handlung. Nachdem das Studio über viele Jahre mit seinen Frankenstein-, Dracula- sowie diversen anderen Horrorfilmen weltweit den Ton angeben konnte, war es zur Zeit der Entstehung des Films fast pleite, und unternahm mit „Captain Kronos“ den verzweifelten Versuch.  ein ganzes Franchise, um den verwegenen Vampirkiller zu etablieren. Dies ging zwar daneben, aber der Film bietet noch einmal das klassische „Hammer Feeling“: aufwendig und liebevoll gestaltete Settings, solide Gruselstimmung und eine wohl dosierte Prise Sex. Wer altmodische Horrorfilme mag, sollte hier unbedingt einmal reinschauen.  

Wermi empfiehlt:

Kung Fury (2015)

  • Regie: David Sandberg
  • Genre: Trash-Actionfilm, Kurzfilm
  • Darsteller: David Sandberg
  • Zurzeit verfügbar bei: Youtube (kostenlos)

Aufgepasst! Hier mal eine kleine Guckempfehlung, die absolut kostenlos und mit 30 Minuten Laufzeit auch ziemlich kurz ist. Hierbei handelt es sich um eine Hommage an die Trash-Actionfilme der 80er, die Kickstarter-finanziert wurde, bei der auf eine bescheuerte Idee die nächste folgt. Trotz geringem Budget steckt hier viel Herzblut drin, dass in charmante Greenscreen-Effekte, durchaus starke Kampfchoreografien und in herrlich dumme One-Liner gesteckt wurde. Dazu hat der Film passenderweise auch noch einen hervorragenden Synthie-Soundtrack plus einen Titelsong von David Hasselhoff.

Hancock (2008)

  • Regie: Peter Berg
  • Genre: Superheldenfilm
  • Darsteller: Will Smith, Jason Bateman, Charlize Theron
  • Zurzeit verfügbar bei: Netflix, Sky Ticket

Während Superheldenfilme seit Jahren den Filmmarkt dominieren und wir uns mittlerweile in einer Phase befinden, in der auch mal die schlechten Seiten von ihnen beleuchtet werden wie bspw. in den Serien „The Boys“ oder „Invincible“, gab es diese Annäherung an das Thema in etwas milderer Form bereits bevor das alles mit den Marvelfilmen überhaupt erst losging. Hancock ist ein total abgefuckter und abgewrackter Superheld und wer Will Smith gerne sieht, der wird an seiner Rolle hier durchaus seinen Spaß haben. Die visuellen Effekte lassen vielleicht noch zu Wünschen übrig, aber letztlich ist der Film ziemlich amüsant.

2 Gedanken zu “Filmtipps Mai 2021

  1. Weil ich ihn vor kurzem gesehen habe und er demnächst auf einem gewissen Blog auftacht: Chopping Mall! Das ist ein Film, der exakt weiß was er ist und die unterhaltsamste Version dessen zu sein versucht. Mit Erfolg! „Let’s send these Fuckers a Rambo-gram!“

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