Wir gucken zusammen einen Film: 30 Days of Night (2007)

Nachdem uns die Idee bei der letzten Ausgabe so gut gefallen hat, haben wir uns ein weiteres Mal einen passenden Film zum Thema herausgesucht, den wir alle noch nicht kannten, und ihn uns angesehen. Dieses Mal fiel unsere Wahl auf „30 Days of Night“, eine Comicverfilmung aus dem Jahr 2007. Bevor wir gleich unsere Eindrücke äußern, gibt es hier zuerst noch eine kleine Inhaltsangabe, was euch bei dem Film erwartet:

In einer verschneiten Kleinstadt Alaskas herrscht jeden Winter 30 Tage lang Dunkelheit, weil die Sonne dort nicht hinscheint. Vollkommen abgeschnitten von der Außenwelt, findet sich dort bei Beginn der 30 Tage eine Gruppe Vampire wieder, die sich auf die Jagd nach den Bewohnern macht.

Trailer:

Damit eröffnen wir unsere Nachbesprechung:

Wie hat dir der Film insgesamt gefallen? Welche Erwartungen hattest du und wurden sie erfüllt?

Steffelowski: Ich hatte mir da etwas ganz anderes drunter vorgestellt, eher im Stile der “Twilight”-Filme oder der Serie “Vampire Diaries”. Aber letztlich bekam ich einen deftigen Horror-Film serviert, bei dem es ordentlich blutig zur Sache ging und der eine sehr gelungene Atmosphäre mitbrachte. Somit wurden meine Erwartungen sogar übererfüllt.

Ainu: Eigentlich hatte ich kaum Erwartungen an den Film – also, zumindest keine positiven. Horror und ich, wir sind nämlich schon mal generell nicht so gut aufeinander zu sprechen. Dazu kam dann noch ein Cast, der mir nicht unbedingt ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat –  obwohl Josh Hartnett doch auch schon ab und an beweisen konnte, dass er mehr kann als den Schönling mit dem schmachtenden Blick. Im Nachhinein würde ich wohl sagen, dass mich der Film auf der einen Seite doch positiv überrascht hat, mir aber dennoch nicht wirklich gut gefallen hat.

Wermi: Ich muss sagen, dass ich am Ende doch extrem positiv überrascht war und ich ganz knapp davon entfernt bin zu sagen, dass der Film mich gar begeistern konnte. Denn ich habe ebenfalls eigentlich gar nichts erwartet und als ich dann noch hörte, dass Vampire im Mittelpunkt stehen, war ich sogar eher abgeschreckt. Ich stehe einfach überhaupt nicht auf Vampire und gemessen daran muss ich halt echt mal eine Lanze für den Film brechen, da er mich trotzdem abholen konnte.

Was ist dir bei dem Film besonders aufgefallen? Wo hatte der Film seine Stärken? Wo seine Schwächen?

Steffelowski: Stärken ganz klar das winterliche Setting und die gut gemachten und durchaus gruseligen Vampire. Schwachpunkt war für mich das Ende wo wir nachher nochmal drauf zu sprechen kommen.

Wermi: Bei Stefans ersten beiden Punkten kann ich mich nur einschließen. Verschneite Gegenden und Settings erobern mein Herz gleich immer im Handumdrehen. Und schließlich war das Design der Vampire mit Abstand die größte Stärke des Films, womit ein Vampirfilm natürlich schonmal einiges an Soll erfüllt hat. Ich kenne zwar nicht viele Vampirfilme, aber ich kann mir keine gruseligeren und furchteinflößenderen Vampire vorstellen wie hier. Da wurde wirklich extrem viel Arbeit hineingesteckt, dass die gut zur Geltung kommen. Das Vampirdesign muss erstmal ein anderer Film toppen.
Dazu gefiel mir auch der Epilog am Schluss und die damit verbundene Abschlussszene extrem gut, nicht so gut hingegen fand ich ab und an die hektischen Schnitte und so manch fragwürdige und dumme Entscheidung, die Figuren in solchen Filmen natürlich oftmals treffen.

Ainu: Seine Stärke würde ich auf jeden Fall in der atmosphärischen, dichten Inszenierung sehen. Mit der “ewigen” Nacht schafft man eine schön schaurige Atmosphäre, das eher mäßige Design der Vampire fällt dadurch auch nicht so krass ins Gewicht und dank der kammerspielartigen Vibes kann man sich auf ein paar wenige Figuren fokussieren und muss das ganze Spektakel nicht unnötig in die Länge ziehen.
Außerdem bin ich etwas anderer Meinung als die meiner werten Kollegen, denn die größte Schwäche stellen für mich hingegen die Bösewichte, also die Vampire, dar. Schon das Design ist wenig überzeugend, zumindest mich gruseln bleiche Typen mit schwarzen Kontaktlinsen, die dringend Mal einen Zahnarzt aufsuchen müssten und ihre Termin bei der Maniküre wohl seit 500 Jahre nicht mehr wahrgenommen haben, nicht wirklich. Außerdem scheint ihnen das Alter nicht gut zu tun, denn was sie so im Film von sich geben, scheint die meiste Zeit zusammenhanglos und völlig willkürlich.

Wie findest du die Darstellung der Vampire im Vergleich zu anderen Filmen dieses Genres?

Steffelowski: Nach langer Zeit mal wieder ein Film, mit Vampiren, wie ich sie mag. Nicht so weichgespült wie in “Twilight” und ähnlichen Filmen. 

Ainu: Das kommt sich jetzt natürlich drauf an, nehme ich als Maßstab so wie mein Kollege Steffelowski “Twilight” her, dann ist die Darstellung natürlich um einiges wirkungsvoller als irgendwelche schlecht frisierten glitzernden Milchbubis. Aber eigentlich finde ich diesen Vergleich nicht ganz fair, da “Twilight” nie als Horrorfilm konzipiert wurde, sondern als Teenie-Drama mit magischem Einschlag. Schaut man sich hingegen Horrorfilme, oder Filme mit deutlichem Horroreinschlag an, muss man sagen, dass die Vampire in “30 Days of Night” wohl eher in die Kategorie “klischeehafte Stangenware” fallen. Hier hat Del Toro in Blade 2 wunderbar bewiesen, dass es auch deutlich kreativer gehen würde.

Wermi: Mir fehlt eben ein wenig der Vergleich, daher würde ich sagen, dass die Darstellung der Blutsauger für einen unerfahrenen „Vampirgucker“ durchaus effektiv ist.

Jetzt mal Hand aufs Herz: Wärst du eine Figur in dem Film, glaubst du, du hättest die 30 Nächte überlebt?

Ainu: Wahrscheinlich eher nicht…ich wäre wohl diejenige, die irgendwann versucht für alle etwas zu Essen zu organisieren und wir wissen alle, wie es normalerweise für diese “Helden” in solchen Filmen ausgeht: Zuerst erschreckt mich ein Waschbär oder irgendsowas, nachdem ich sehr schreckhaft bin stoße ich einen kurzen Quiekser aus und der Vampir steht auch schon hinter mir und wartet einen effektvollen Augenblick bevor er mich zerfleischt. 

Steffelowski: Ich denke, ich hätte relativ gute Chancen zu überleben, da ich:

a) schnell laufen kann

b) über jede Menge warme Outdoorbekleidung verfüge; inkl. rutschfester Winterstiefel

c) nicht gern etwas von mir preisgebe, als allerletztes mein Blut.

Wermi: Kann mir eigentlich schon vorstellen, dass ich mich da ganz gut auf mein eigenes Wohl besinnen würde, meine Mitmenschen alle aufopfern würde um mein eigenes Überleben zu sichern und schließlich ein Meister im Verstecken wäre. Außerdem esse ich gerne Gerichte mit Knoblauche, also würden die Vampire schon von sich aus Abstand zu meinem Atem halten.

Wie hat dir das Ende gefallen?

Steffelowski: Das Ende, bei dem der Protagonist sich selbst mit dem Vampirblut infiziert, gefiel mir leider nicht besonders. Das war selbst in der eigenen Realität des Films ziemlicher Quatsch.

Ainu: Es passte insofern zum Rest des Films, da es ebenso vorhersehbar war. Aber es passte auf der anderen Seite so gar nicht zum Rest des Films weil es ziemlich hanebüchen ist.

Wermi: Jetzt muss ich mich wohl leider outen, aber ich habe jubeln müssen, als sich der Protagonist mit dem Vampirblut infiziert. In dem Moment habe ich mich einfach zu sehr auf den Showdown mit den Vampiren gefreut und darauf, dass denen mal gehörig auf die Schnauze (oder gar durch sie hindurch) gehauen wird. Ich muss zugeben, dass das natürlich der größte Humbug war, aber dafür fand ich dann die Abschlussszene mit dem Sonneaufgang wie gesagt echt cool.

Konntest du erkennen, dass der Film auf einer Comic-Reihe basiert und wenn ja, an welchen Stellen?

Steffelowski: Nein, comichhaft erschien mir das Ganze nicht. Eher der Umstand, dass ich um die Wurzeln des Films wusste, verführte dazu, nach Comic Frames Ausschau zu halten, wo es vermutlich gar keine gab. 

Ainu: Auf einen Comic hätte ich nicht sofort getippt, aber durchaus auf eine Vorlage zB eine Kurzgeschichte oder ein Videospiel… aber das kommt wohl eher daher weil so vieles in diesem Bereich auf einer Vorlage basiert.

Wermi: Also besonders bei der Inszenierung hält sich der Film schon sehr zurück und lässt nirgends auf eine Comicvorlage schließen, höchstens beim Inhalt oder Storyverlauf hätte ich vielleicht ebenfalls auf eine Videospielvorlage getippt.

Ein paar Jahre später erschien eine Fortsetzung des Films als Direct-to-Video-Produktion. Würdest du dir diese ansehen?

Ainu: Nein. Der erste Teil hat mich schon nicht wirklich aus den Socken gehauen und nachdem ich mir gut vorstellen könnte, dass der zweite Teil nicht viel anders ist, ist das Interesse meinerseits dementsprechend gering.

Wermi: Bestimmt nicht. Aber aus anderen Gründen wie Ainu. Der erste Teil ist so wunderbar in sich abgeschlossen, dass ich absolut zufrieden bin und ebenfalls damit abschließen konnte. So eine Fortsetzung klingt auch nicht gerade so, als könne sie einem noch Mehrwert liefern und da ich jetzt eh schon nicht scharf auf einen weiteren Vampirfilm bin, reicht mir das auch fürs Erste.

Steffelowski: Ich würde nicht bewusst danach suchen. Wenn mir aber bei Netflix oder Prime etwas über den Weg liefe, würde ich  – zumindest bei Teil 2 – einen Blick riskieren.

Hat der Film dein Interesse an der Comic-Reihe geweckt?

Steffelowski: Das hinge von der Art der Umsetzung der Comics ab. Vieles ist mir da zu unruhig und verspielt. Ich bin da eher ein Anhänger der klassischen Linie, sofern es bei Graphic Novels so etwas überhaupt gibt.

Ainu: Auch hier muss ich sagen: eigentlich nicht. Es gibt einfach so viel spannendere und innovativere Geschichten da draußen. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass einem die Comics so viel mehr bieten würden, immerhin ist und bleibt es am Ende eine Geschichte über ein paar Leute, die 30 Nächte lang versuchen nicht gefressen zu werden.

Wermi: Ich weiß halt tatsächlich nicht, was der Comic mir bieten könnte, was der Film nicht hat. Gerade was die Atmosphäre angeht bin ich eher skeptisch, dass der Comic da mit dem Film mithalten kann.

Würdest du den Film weiterempfehlen?

Steffelowski: Für Horrorfans, die z. B. “Das Ding aus einer anderen Welt” mochten,  ganz klare Empfehlung.

Ainu: Wenn ich weiß, dass jemand total auf seichte Horrorunterhaltung, am besten mit Vampiren, steht, dann auch jeden Fall. Ansonsten wohl eher nicht.  

Wermi: Also Horrorfans, die kein Problem mit Vampiren haben, erwartet hier ein schön blutiger, atmosphärischer Horrorfilm, der hält was er verspricht.


Jetzt seid ihr wie immer gefragt, in die Diskussion einzusteigen! Kennt ihr den Film und falls ja, was ist eure Meinung zum Film? Wo stimmt ihr unseren Redakteuren zu und welche Aussagen haltet ihr für Quatsch? Falls ihr ihn nicht kennt, habt ihr nun Interesse daran ihn euch anzuschauen? Teilt es uns in den Kommentaren mit!

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