Oldboy (2003)

  • Regie: Park Chan-wook
  • Schauspieler: Choi Min-sik
  • Genre: Rachethriller, Action, Mystery
  • Land: Südkorea
  • Derzeit verfügbar bei: Amazon Prime

„Lache und die ganze Welt lacht mit dir. Weine und du weinst allein.“

Als Familienvater Oh Dae-su eines Tages sturzbetrunken von einer Polizeistation abgeholt werden muss, wird er auf dem Weg nach Hause von einem Unbekannten ohne erkennbaren Grund entführt und für ganze 15 Jahre in einem Zimmer festgehalten. Nach dieser Zeit wird er plötzlich wieder freigelassen und während er seinem Entführer Rache schwört, bleiben ihm bloß 5 Tage Zeit, um herauszufinden, wer ihm das angetan hat und vor allem warum.

Diese Suche nach Antworten nimmt folglich den Zuschauer mit auf einen Höllenritt der Gefühle und ich erinnere mich noch ganz genau, wie der Film mir als ich ihn das erste Mal gesehen habe mein Hirn buchstäblich weggepustet hat. Ich hatte zuvor nie etwas Vergleichbares gesehen und seit dem auch nicht mehr. Ich war dermaßen beeindruckt und weggeflasht, dass ich ihn mir ein paar Tage später direkt ein weiteres Mal zusammen mit meinem Vater ansah.

Schließlich machte mich der Film mit dem großartigen Regisseur Park Chan-wook bekannt und vor allem eröffnete er mir die Tür für das südkoreanische Kino. „Oldboy“ ist nämlich ein Musterbeispiel dafür, auch mal über den eigenen Tellerrand zu blicken, da einen bspw. im östlichen Kino genau so großartige Meisterwerke erwarten können.

Doch was macht „Oldboy“ für mich so besonders? Fangen wir erst einmal bei den grundlegenden Sachen an. Wir alle kennen Rachethriller und oft laufen sie nach dem selben, recht simplen Schema ab. Der Hauptfigur wird Leid zugefügt, sie begibt sich auf die Suche nach ihrem Feind und nach einer Menge Hindernissen kann sie sich endlich rächen oder verschont gar ihren Widersacher. „Oldboy“ hingegen schlägt hier zunächst einmal einige Haken und ist deutlich weniger linearer. Erst geht es darum herauszufinden, wer das der Hauptfigur überhaupt angetan hat. Doch ehe man sich versieht klärt das der Film auch recht zügig auf und stellt die viel interessantere Frage: „Wieso sollte jemand so etwas tun?“. Dabei gewichtet er die Antwort auf diese Frage auch gleich viel höher ein als der eigentliche Racheakt. Was bringt es der Hauptfigur, seinen Entführer umzubringen, wenn er dann nie herausfinden wird, wieso er ihm gerade 15 Jahre seines Lebens gestohlen hat?

Diese clevere Herangehensweise fühlt sich extrem erfrischend an und sorgt so in der Handlung auch für genügend Abwechslung. Dabei merkt man gleich, dass der Film nicht leicht zu durchschauen ist, denn er schlägt immer wieder neue Richtungen ein. Und schließlich gipfelt alles in einem fulminanten Finale, das mehrere Wendungen bereithält und für mich zu den stärksten Filmenden überhaupt gehört. Nicht nur kommt es zu einer überraschenden Auflösung, sondern der Film eskaliert in seiner Kompromisslosigkeit einfach nochmal komplett und am Ende sitzt man mit offenem Mund vor dem Bildschirm und weiß gar nicht, wie einem gerade geschehen ist.

Während „Oldboy“ also überragend gut geschrieben ist, wird das Ganze auch von der coolen Inszenierung, dem großartigen Schauspiel und der tollen Musik abgerundet und ist eine der wenigen Filme, die für mich von vorne bis hinten perfekt sind und gleich mehrere ikonische Szenen bereithält.

12 Gedanken zu “Oldboy (2003)

  1. Pingback: Die 8 besten Comicverfilmungen | Klappe!

  2. Großartiger Film. Hab das Remake nie gesehen… den Comic einmal gelesen und muss sagen, auch wenn ich ihn nicht mehr so stark in Erinnerung habe, fand ich sogar den Film besser als die Vorlage.

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  3. Ich habe tatsächlich das Remake zuerst gesehen, da ich ein großer Fan von Josh Brolin bin. Der Film konnte mich aber nicht wirklich überzeugen. Da ist das Original schon eine ganz andere Hausnummer.Ähnlich wie von Yannick beschrieben, war Oldboy auch für mich einer der ersten Filme, die mich dazu gebracht haben, auch mal jenseits der Schwertkämpfer-Godzilla- und Kung Fu-Filme, einen Blick auf das asiatische Kino zu werfen

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