Filmtipps März 2021

Leider ist das Angebot an älteren Klassikern – zumindest was die frei verfügbaren Filme angeht – bei den gängigen Streaming-Diensten wie Netflix oder Amazon Prime, eher überschaubar. Dennoch haben wir uns – in bester Klappe! Manier – auch in diesem Monat wieder viel Mühe gegeben, um einen bunten Mix an tollen Filmen zusammenzustellen, von denen jeder Einzelne auf seine Art Kinogeschichte geschrieben hat. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir mit unserer Auswahl Lust auf ein paar echte Filmperlen machen können.    

Ainu empfiehlt: 

Die Ritter der Kokosnuß (1975)

  • Regie: Terry Gilliam, Terry Jones
  • Genre: Komödie, Parodie, Historienfilm
  • Darsteller: Graham Chapman, John Cleese, Eric Idle, Terry Gilliam, Terry Jones, Michael Palin
  • Zurzeit verfügbar bei: Netflix

Nachdem sich “Das Leben des Brian” ja bereits in unserer diesmonatigen Loveful 8 findet, konnte ich trotzdem nicht anders, euch noch ein weiteres Werk der legendären britischen Komikertruppe ans Herz zu legen. “Die Ritter der Kokosnuß” ist dabei für die Artus-Sage das, was “Das Leben des Brian” für die Bibel ist: Eine äußerst amüsante Parodie, die kein Blatt vor den Mund nimmt, sich etliche historische Freiheiten erlaubt, zahlreiche eigene Ideen mit einstreut, über alles eine kräftige Prise trockensten britischen Humor gibt und deswegen ein paar der lachkrampferzeugendsten Szenen der Filmgeschichte zu bieten hat – die auch noch etliche potenzielle Kultsager enthalten. Kreativer, eigenwilliger und lustiger werdet ihr diese berühmte Mär sicher nirgends erzählt bekommen.  

Der Exorzist (1973)

  • Regie: William Friedkin
  • Genre: Grusel, Horror
  • Darsteller: Linda Blair, Jason Miller, Max von Sydow, Ellen Burstyn
  • Zurzeit verfügbar bei: Sky Go

Es kommt sehr selten vor, dass mich Horrorfilme so wirklich packen. Entweder sie verlassen sich zu sehr auf die immer gleichen, altbekannten Mittel, ergehen sich in endlosem Jump-Scare-Gewitter oder bieten schauspielerische Leistungen jenseits von Gut und Böse. Und tatsächlich liest sich auch die Prämisse von “Der Exorzist” eher weniger aufregend – mal wieder geht es um einen Dämon, der von zwei Priestern ausgetrieben werden soll. Aber hier kommt der Kniff, der Film ist aus dem Jahr 1973, die besessene Person ist ein zwölfjähriges Mädchen, die Schauspieler machen allesamt einen hervorragenden Job (auch die Kinderdarstellerin), ebenso die Maskenbildner UND der Film lässt sich genügen Zeit, um seinen Horror schön langsam aufzubauen, sodass er einem so richtig unter die Haut gehen kann – das nenne ich mal einen gelungenen Horrorfilm.  

Steffelowski empfiehlt:

Halloween-Die Nacht des Grauens (1978) 

  • Regie: John Carpenter
  • Genre: Horror
  • Darsteller: Jamie Lee Curtis, Donald Pleasance
  • Zurzeit verfügbar bei: Sky Ticket

Mit „Halloween“ begründete Regisseur John Carpenter das Horror-Subgenre des Slashers. Hierin geht es meist darum, dass ein wahnsinniger Killer bevorzugt Teenager abschlachtet. Dies geschieht dann auf mehr oder weniger „originelle“ Weise. Michael Myers gelingt die Flucht aus einer psychiatrischen Anstalt, in die er als Kind wegen des Mordes an seiner Schwester eingeliefert wurde. Furchteinflößend maskiert und bewaffnet mit einem riesigen Messer, kehrt er zurück in seine Heimatstadt und richtet dort ein Blutbad unter den Bewohnern an. Selbst Revolverkugeln können ihn nicht aufhalten. Auch wenn aus heutiger Sicht ein wenig behäbig inszeniert, erzeugt „Halloween“ nach wie vor angenehmen Grusel und Gänsehaut. Mit Michael Myers entstand eine der ganz großen Kultfiguren des Genres. Stilprägend auch die von Carpenter selbst komponierte, minimalistische Musik.

Ich kämpfe um Dich (1945)

  • Regie: Alfred Hitchcock
  • Genre: Thriller, Drama
  • Darsteller: Gregory Peck, Ingrid Bergman, Leo G. Carroll
  • Zurzeit verfügbar bei: Amazon Prime

Ein für die damalige Zeit (1945) ungewöhnlicher und riskanter Film, auf den Alfred Hitchcock sich da eingelassen hat. Einer der ersten Filme, die psychische Erkrankungen und deren Behandlung thematisierte. Die Handlung um einen vermeintlich geisteskranken Mörder, der die Identität eines Arztes in einer psychiatrischen Klinik annimmt, ist voller unerwarteter Wendungen und falscher Fährten. Auch die Freud’sche Symbolik ist an vielen Stellen nicht zu übersehen, insbesondere in einer von Salvatore Dali (!) gestalteten Traumsequenz. Anspruchsvolle und spannende Unterhaltung aus der goldenen Zeit Hollywoods. Einen verdienten Oscar gab es für die verstörend schöne Musik von Miklós Rózsa.

Winnetou 1. Teil (1963)

  • Regie: Harald Reindl
  • Genre: Western
  • Darsteller: Lex Bark, Pierre Brice, Mario Adorf
  • Zurzeit verfügbar bei: Netflix, Sky  Ticket, Sky Go   

So stellte man sich in der noch jungen Bundesrepublik den Wilden Westen vor: Schwarz gekleidete Schurken, edle Westmänner und noch edlere Indianer. Auch wenn der klassische US-Western schon seinen Abgesang eingeleitet hatte und der Italo-Western nicht mehr lange auf sich warten lassen sollte, schaffte man es, eine deutsche Filmreihe zu etablieren, die auf den Wildwest-Abenteuerromanen von Karl May beruhte. Der erste der drei „Winnetou“-Filme schildert das Zusammentreffen der beiden späteren Blutsbrüder Old Shatterhand und dem Häuptling der Apachen, Winnetou. Vor traumhaften Naturkulissen (gedreht im ehemaligen Jugoslawien) ärgern sich die beiden mit roten und weißen Bösewichten herum, führen das Gute aber am Ende natürlich zum Sieg. Kitschig, zum Teil nicht ohne unfreiwillige Komik, aber auf jeden Fall solide Unterhaltung für die ganze Familie.

 Wermi empfiehlt:

Das Geheimnis Georges Méliès (2021)

  • Genre: Dokumentation
  • Über: Georges Méliès
  • Zurzeit verfügbar bei: Arte Mediathek (noch bis zum 09.03.)

Von mir gibt es dieses Mal eine ganz andere Empfehlung. Ich möchte euch diese Arte-Doku ans Herz legen, die sich mit einem der größten Filmpioniere und -genies befasst: Georges Méliès. Der Gute gilt als der Erfinder des narrativen Films und als Urvater der Spezialeffekte. Seine Filme, die über 100 Jahre alt sind, faszinieren heute noch und wenn ich mal wieder Ausschnitte daraus sehe, bin ich jedes Mal aufs Neue durch seine Verspieltheit vergnügt. Mit einer Laufzeit von gerade einmal 60 Minuten ist die Doku auch wirklich überschaubar und kurzweilig, dennoch verschafft sie einen sehr guten ersten Überblick über das Schaffen des verkannten Genies, dessen Werke unweigerlich zu Filmklassikern zählen.

Der Dialog (1974)

  • Regie: Francis Ford Coppola
  • Genre: Drama, Thriller
  • Darsteller: Gene Hackman
  • Zurzeit verfügbar bei: Amazon Prime

Nach “Der Pate” schuf Regisseur Francis Ford Coppola diesen doch recht bescheidenen Film, der sich im Kleinen abspielt. Darin geht es um einen Abhörspezialisten, der eines Tages ein Tonband in die Hände bekommt, dass ihn in Schwierigkeiten bringt. Darauf wurden Unterhaltungen eines Paares bespitzelt, die ihn glauben lassen, dass das Paar in Gefahr sei. Ein stimmiges Psychodrama, dass zwar etwas trocken daherkommt, aber für diejenigen interessant sein dürfte, die mal wieder Lust auf einen entschleunigten Film haben.

Der Unbeugsame (1967)

  • Regie: Stuart Rosenberg
  • Genre: Gefängnisdrama
  • Darsteller: Paul Newman, George Kennedy
  • Zurzeit verfügbar bei: Sky Ticket

Wer einmal wissen möchte wie es aussieht, wenn Paul Newman innerhalb einer Stunde fünfzig gekochte Eier essen muss, dem kann ich diesen Film ans Herz legen. Aber mal ernsthaft: Als ich diesen Film gesehen hatte, hatte ich zuvor noch nie etwas von ihm gehört und es war einer dieser Zufälle, wo man einfach mal irgendeinen Film abspielt und es am Ende nicht bereut hat. Er erzählt die Geschichte eines Verurteilten, der wegen Sachbeschädigung für zwei Jahre eine Freiheitsstrafe bekommt. Dort macht er sich nach anfänglichen Auseinandersetzungen mit seinen Mitgefangen bei ihnen durch seine coole Art beliebt, lehnt sich gegen die brutalen Wärter auf und unternimmt mehrere Ausbruchsversuche. Auch wenn es sich um ein Gefängnisdrama handelt, ist der Film lange Zeit ziemlich leichtfüßig unterwegs, was gerade an Newmans Figur liegt.
Vielleicht fliegt der Film ja auch bei einigen anderen noch unter dem Radar, ähnlich wie bei mir.

3 Gedanken zu “Filmtipps März 2021

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