Der Pate (1972)

  • Originaltitel: The Godfather
  • Regie: Francis Ford Coppola
  • Schauspieler: Al Pacino, Marlon Brando, Diane Keaton, James Caan, Robert DuVall
  • Genre: Mafiadrama
  • Land: USA

Der Film zählt zu den vermutlich größten Filmklassikern überhaupt. Wenn es um Filme geht, die man mal gesehen haben sollte, dann findet sich dieser hier ganz oben auf der Liste wieder. Vieles wurde dementsprechend über das Mafiaepos auch schon gesagt, da werde ich euch auch kaum was Neues erzählen. Darum werde ich euch hier einfach versuchen mein persönliches Filmerlebnis zu rekonstruieren, als ich ihn 2018 das erste Mal gesehen habe.

Im zarten Alter von 20 Jahren entschied ich am Osterwochenende, an dem ich dank der Feiertage genügend Zeit für derart lange Filme hatte, endlich mal „Der Pate“ nachzuholen, um bei einem so bedeutenden Film auch mitreden zu können. Besonders heiß drauf war ich allerdings nicht. Die übliche Befürchtung, dass sich seine Überlänge durchaus ziehen könne und dabei Langeweile aufkommt, war groß und meine Skepsis war dadurch bestärkt, dass ich mit dem Mafiagenre bisher noch nicht wirklich warm geworden war. Um jedoch genügend Kraft und Aufmerksamkeit aufzubringen, setzte ich mich also bereits nach dem Frühstück daran und spielte den Film ab.

Und tatsächlich sollte sich meine Befürchtung zunächst einmal bewahrheiten. Der Film fing für meinen Geschmack sehr träge an, es dauerte immer seine Zeit, bis endlich mal Sachen passierten und mein Blick auf die Uhr war nicht abzuwenden. So verging die erste halbe Stunde, schließlich eine ganze Stunde und beim dritten Blick auf die Uhr waren es erst fast anderthalb Stunden. Oh man, gerade mal nicht ganz die Hälfte geschafft, wie soll ich da den Rest noch aushalten…

Bis es genau an diesem Zeitpunkt bei mir Klick machte. An dieser Stelle setzt eine der großen Schlüsselszenen ein, die den klaren Midpoint des Films markiert und diesen vortrefflich ausspielt. Es handelt sich um die Szene in „Louis Restaurant“, wo sich Michael Corleone mit dem Mafioso Sollozzo und dem korrupten Polizeicaptain McCluskey trifft. Dieser Moment war es, der mich voll in seinen Bann zog und mich endlich mit großen Augen dem Geschehen folgen ließ. Fortan war es um mich geschehen, die restliche Laufzeit flog an mir vorbei und ich bestaunte einen Höhepunkt nach dem anderen. Ob Michaels Aufenthalt in Sizilien mit schlechtem Ausgang, Sonnys Schicksal oder natürlich die große Finalsequenz der Taufe.

Plötzlich war ich völlig begeistert von dem Film, hängte jeder Figur an den Lippen und war irgendwo auch erleichtert, dass er für mich doch noch funktionierte. Dabei stellte ich retrospektiv fest, wie viel mir schließlich im Gedächtnis hängen blieb und letztlich hatte ich derart Spaß, dass ich an Ostern im Folgejahr die Zeit einfach wieder nutzte, um den Film dieses Mal in seiner Gänze von Anfang bis Ende zu genießen. Daraus entwickelte sich nun zu guter Letzt das Vorhaben, an Ostern immer mal einen Film der Reihe einzulegen.

10 Gedanken zu “Der Pate (1972)

  1. Mit den Filmen konnte ich gar nichts anfangen. Durch den ersten Teil habe ich mich nach dem Motto „Muss man mal gesehen haben.“ durchgequält, den zweiten dann abgebrochen.
    Wenn ich Bewertungen bei Amazon richtig in Erinnerung habe, gab es zwei Gruppen: Diejenigen, die das Buch gelesen haben und begeistert waren, und diejenigen, die wie ich gerade vor dem zweiten Teil ratlos davor saßen, und gar nicht wussten, warum jetzt was geschieht.

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