Die 8 besten Filme über das Filmemachen

Filme, sind sie nicht etwas Wunderbares? Sie entführen uns in fremde Welten, lassen uns unsere eigenen Sorgen kurzzeitig vergessen und ziehen uns in ihren Bann. Und manchmal gewähren sie dem Zuschauer sogar einen kleinen Einblick hinter die Kulissen. Seien es nun Biopics über Filmschaffende oder Schauspieler, oder fiktionale Geschichten, die sich mit den Freuden und Abgründen der Filmwelt beschäftigen. Allen ist gemein, dass sie das Medium „Film“ selbst in den Fokus rücken. Passend zu unserem diesmonatigen Thema haben wir also erneut die Köpfe zusammengesteckt, Filme nominiert, Punkte vergeben und so schlussendlich mal wieder eine finale Liste erstellt – diesmal mit den unserer Meinung nach 8 besten Filmen, die sich mit der Filmwelt beschäftigen.

The Artist (2011)

Michel Hazanavicius „The Artist“ aus dem Jahr 2011 ist alleine schon aus technischer Sicht ein bemerkenswerter Film. Darin geht es um den gefeierten Hollywoodstar George Valentin (Jean Dujardin), der 1927 vor einem unverhofften Karriereende steht, als die Filmindustrie vom Stumm- zum Tonfilm übergeht. Mit sehr viel Liebe zum Detail wird hier eine bereits verblasste Ära und ein in Vergessenheit geratenes Genre neu in Szene gesetzt, ohne dabei zu sehr in Kitsch abzudriften. Das Besondere an Hazanavicius‘ Film ist dabei, dass er, passend zum Thema und der Zeit, in der er spielt, als schwarz-weißer Stummfilm gedreht ist. Hier wird auf eindrucksvolle Weise bewiesen, dass universelle Botschaften auch ohne viele Worte problemlos vermittelt werden können, wobei die Filmmusik, wie bei den großen Vorbildern, hier eine äußerst tragende Rolle einnimmt. „The Artist“ ist eine tolle Mischung aus Nostalgie und einem Spritzer Moderne, die 2012 mit fünf Oscars in den Kategorien „Bester Film“, „Beste Regie“, „Bester Hauptdarsteller“, „Beste Musik“ und „Bestes Kostümdesign“ ausgezeichnet wurde.

 

The Disaster Artist (2017) 

Falls ihr schon einmal irgendwo über eine Liste der „besten schlechtesten Filme aller Zeiten“ gestoßen seid, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dort „The Room“ von Tommy Wiseau genannt wurde. Kein Wunder, hat er es doch geschafft, trotz, oder vielleicht gerade wegen, seiner geringen Qualität in allen Belangen (sei es nun inszenatorisch, schauspielerisch oder kameratechnisch) zu einem Kultfilm zu avancieren, der auch heute noch gelegentlich über die Leinwände flimmert. James Franco hat sich nun die wahnwitzige Entstehungsgeschichte von „The Room“ hergenommen und daraus „The Disaster Artist“ gemacht. Zwischen Tragik und Komödie tänzelt der Film um seinen Hauptdarsteller, hervorragend verkörpert von Franco selbst, und zeigt uns einen Mann, den man eigentlich verachten möchte, dessen unbedingter Wille einen aber trotzdem in seinen Bann zieht.

 

Ed Wood (1994)

Wer hat nicht schon vom „schlechtesten Regisseur aller Zeiten“ gehört und vielleicht auch einen seiner Filme gesehen. Streifen wie „Bride of the Monster“, „Plan 9 from outer Space“ oder „Night of the Ghouls“ gehören auf die Watchlist eines jeden Cineasten. Mit seinem 1994 erschienenen Film „Ed Wood“ verbeugt sich Regisseur Tim Burton tief vor dem Meister des filmischen Dilettantismus, dessen billig produzierte Trashsstreifen gerade deshalb ihren besonderen Reiz haben, weil sie so wenig perfekt, aber dennoch voller Liebe und Leidenschaft für den Film und das Kino gemacht sind. Lange bevor Johnny Depp als Captain Jack Sparrow an Bord der Black Pearl in die schauspielerische Gleichförmigkeit davonsegelte, gelang ihm mit der Darstellung des Ed Woods eine wahre Meisterleistung. Mindestens ebenso beeindruckend ist die Leistung Martin Landaus, der den alten und schwer drogenabhängigen Bela „Dracula“ Lugosi spielt, der sich erhofft, durch die Zusammenarbeit mit Wood noch einmal an die Erfolge vergangener Jahrzehnte anknüpfen zu können. Absolut berührend.

 

Hail, Caesar! (2016) 

Man stelle sich nur einmal vor: Josh Brolin, George Clooney, Tilda Swinton, Scarlett Johansson und viele andere bekannte Gesichter in ein und dem selben Film – es gibt nur wenige Regisseure, die so ein Starensemble für ihre Filme gewinnen können. Die Coen-Brüder zählen aber auf jeden Fall dazu, und so verwundert es auch nicht, dass sich der Cast von „Hail, Caesar“ wie das „Who is Who“ Hollywoods liest. Wenn die Handlung dann auch noch mitten in den Verrücktheiten der Glitzerwelt der 50er Jahre spielt, große Stars mit Alkoholproblemen, ambitionierte aufgehende Sternchen, nervige Pressefritzen und kommunistische Drehbuchautoren auftauchen und das ganze mit einem U-Boot endet, dann weiß man, dass die Coens sich mal wieder ausgetobt haben und dabei einen herrlich ironischen Blick auf Hollywood werfen.

 

Hitchcock (2012)

In Sacha Gervasis Film aus dem Jahr 2012 spielt Anthony Hopkins den Master of Suspense, Alfred Hitchcock. Inhaltlich geht es in Sacha Gervasis Film vordergründig um die Entstehungsgeschichte des Films „Psycho“, der heute als finanziell erfolgreichster Film Hitchcocks gilt. Tatsächlich geht es jedoch um die Liebe zwischen Hitchcock und dessen Ehefrau Alma (gespielt von Helen Mirren), die während der Arbeit an „Psycho“ auf Grund des großen Erfolgsdrucks und der widrigen Umstände zu zerbrechen drohte. Getragen von den tollen Darbietungen seines Hauptdarstellers und seiner Hauptdarstellerin, zeigt der Film zudem sehr deutlich, mit welchen Hürden selbst die größten Künstler Hollywoods damals wie heute zu kämpfen hatten, um ihre Vision eines Films realisieren zu können. Zudem erhalten „Psycho“-Fans ein paar interessante Einblicke in die Entstehungsgeschichte des heute als Klassiker geltenden Hitchcock-Films.

 

Once upon a Time in Hollywood (2019)

Der aktuellste Film aus der Feder von Regie-Koryphäe Quentin Tarantino wurde sehr gespalten aufgenommen und gehört derzeit wohl zu seinen polarisierendsten Werken. Entweder man liebt den Film, kann mit ihm nichts anfangen oder wird erst nach einigen Sichtungen damit warm. Es steht jedoch fest, dass der Kult-Regisseur wieder einmal ein großartiges Ensemble um sich versammelt hat und ihr geniales Schauspiel mit vorzüglicher Kameraarbeit, einzigartigen Szenenbildern und Kulissen festgehalten hat. Dabei entführt er den Zuschauer in das Hollywood der 60er, mit dem er als Kind aufgewachsen ist, und beschäftigt sich mit dem damaligen Wandel der Traumfabrik. Sicher, Tarantino hat selten den Zugang zu einem seiner Filme so schwer gemacht wie hier, aber wenn man sich darauf einlassen kann und sich vielleicht im Vorfeld ein wenig über die Geschehnisse um Sharon Tate herum informiert, dann erwartet einen eine faszinierende Zeitkapsel, die einige unvergessliche Szenen bereithält.

 

Singin‘ in the Rain (1952)

Auch wenn es nicht sofort ins Auge fällt, gibt der Film doch einen sehr genauen Einblick in das Studiosystem Hollywoods der 1930-er Jahre. Die Einführung des Tonfilms stellte die erste große Zäsur im Filmbusiness da, die dazu führte, dass viele der damals gefeierten Stummfilmstars von jetzt auf gleich vor dem Ende ihrer Karriere, dem finanziellen und gesellschaftlichen Aus standen. Vor dem Hintergrund dieser Einschnitte, zeigt das Film-Musical eine beschwingte und absolute hinreißende Komödie, die besonders durch ihre einzigartigen Gesangs- (u.a. der ewige Klassiker „Singin` in the Rain“) und Tanzeinlagen (phantastisch Donald O`Connor mit „Make `em laugh“) fasziniert. Das alles ist mit einer solchen Leichtigkeit inszeniert und wird mit so viel Spielfreude vorgetragen, dass man als Zuschauer gar nicht anders kann, als gute Laune zu bekommen. Ein zeitloses Stück Kinogeschichte, das auch heute noch absolut sehenswert ist und nicht umsonst immer wieder auf den vorderen Rängen diverser „Best Movie“-Listen zu finden ist. Thematisch ähnlich angelegt ist übrigens auch „The Artist“ aus dem Jahr 2011.

 

Tropic Thunder (2008)

„Never go full retard!“ – Wer einmal Robert Downey Jr. sehen möchte, wie er einen weißen australischen Schauspieler verkörpert, der wiederum einen afro-amerikanischen Soldaten spielen soll, der darf sich diese zitierwürdige Kriegsfilm-Persiflage nicht entgehen lassen. Ben Stiller, der sowohl Regie führt als auch die Hauptrolle spielt, nimmt Hollywood ordentlich aufs Korn und lotet die Grenzen des Humors aus. Sicherlich ein Film, wie er heute wohl kaum noch in dieser Form entstehen würde, und daher eine absolute Bereicherung, über die sich bestimmt auch ordentlich diskutieren lässt. In jedem Fall können wir Stiller auf ewig dafür dankbar sein, Tom Cruise mit Halbglatze, dickem Bauch und übermäßiger Körperbehaarung zu Flo Ridas „Low“ tanzen zu lassen, während er Terroristen übers Handy haargenau erklärt, wie er sie massakrieren wird.

 

Kennt ihr noch weitere Filme, in denen es um das Filmemachen oder Filmschaffende geht und die einen Platz auf unserer Liste verdient hätten? Oder ist einer unserer Kandidaten eurer Meinung nach vollkommen deplatziert? Lasst es uns wie immer in den Kommentaren wissen.

21 Gedanken zu “Die 8 besten Filme über das Filmemachen

  1. Ich würde noch Shadow of the Vampire ergänzen, der damit spielt, dass Max Schreck beim Dreh von Nosferatu ein echter Vampir war. Den hochsympathischen Son of Rambow. The Girl, der genau den bei Hitchcock monierten Aspekt, der „schwierigen“ Beziehung zwischen dem Regisseur und hier Tippi Hedren zeigt. Matinee, auch wenn es da mehr um die Präsentation als um das eigentliche Filmen geht. Und vielleicht Boogie Nights…

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