Warrior (2011)

  • Originaltitel: Warrior
  • Regie: Gavin O’Connor
  • Schauspieler: Tom Hardy, Joel Edgerton, Nick Nolte
  • Genre: Sportfilm, Drama
  • Land: USA

Der fahnenflüchtige Tommy braucht Geld, um die Familie seines gefallenen Kameraden zu unterstützen. Brendan benötigt Geld, weil er als Lehrer suspendiert wurde und seine Familie ernähren und sein Haus abbezahlen muss. Da kommt das große MMA-Spektakel „Sparta“ gerade recht. Wer sich im Oktagon beweist, hat die Chance auf das große Geld, denn nur der Sieger gewinnt, der Rest geht leer aus.

Kennt ihr auch diese Filme, die bei der ersten Sichtung so im Gedächtnis bleiben, dass man auch über Jahre hinweg das Gefühl für die Atmosphäre oder der Geschichte nie verliert?
Für mich ist „Warrior“ einer dieser Filme. Es ist auch unfassbar, dass dieser Streifen in Deutschland eine Direct-to-DVD-Veröffentlichung ist.

Ich habe ohnehin ein Faible für Kampfsportfilme und so ist es nicht verwunderlich, dass ich beim ersten Erblicken der BluRay im Regal meines DVD-Dealers sofort zuschlagen musste. Ich habe mir bereits im Vorfeld sehr viel von dem Film versprochen und war umso gespannter, ob er meine hohen Erwartungen standhalten konnte. By the Way: Er konnte!

Aber was macht „Warrior“ so gut? Aus meiner Sicht kann ich sagen, dass der Film alles hatte. Er hatte mitreißende Spannung, die man sehr oft und viel in den Kämpfen gesehen hat, aber nicht nur. Und das ist ausschlaggebend. Abseits des Oktagons wird man mit anderen Dingen wunderbar unterhalten, die dann auch die schauspielerische Klasse zeigen, allen voran von Nick Nolte. Der Film hatte aber auch Action, die wie ein Schlag ins Gesicht daherkommt und einen Score, der mehr als hervorragend das Geschehen unterstreicht. Die Atmosphäre wird in nahezu jeder Szene neu kreiert und lässt förmlich im Minutentakt den Funken überspringen, jedes Mal ein neuer Impuls. Jedes Mal ein neues Gefühl. Jedes Mal auf ein Neues überzeugt.

Meine gesammelten Erfahrungen mit dem Film sind obendrein sehr vielfältig. Bei meiner Erstsichtung war ich, trotz meiner hohen Erwartungen, positiv überrascht und fasziniert. Es dauerte auch nicht mehr lange, da habe ich den Film schon ein zweites Mal gesehen und all die Dinge, die mir beim ersten Schauen nicht aufgefallen sind, rückten weiter in den Vordergrund. Auch bei der dritten, vierten und fünften Sichtung, habe ich die Atmosphäre gespürt, wurde mitgerissen und niemals enttäuscht.
Das Besondere an diesem Film ist aber leider nur schwer zu erklären. Es sind die Kameraeinstellungen, die die Blicke der Protagonisten festhalten. Es sind die Momente, kurz bevor die Ringglocke ertönt und sich zwei Männer wie Biester gegenseitig das Gesicht weichschlagen. Es sind aber auch die leisen Töne, die Moby-Dick-Hörspielkassetten, die sich ein trockener Alkoholiker anhört, um nicht rückfällig zu werden. Das Besondere ist das Gefühl, das der Film in mir auslöst.

Essenziell für den Stellenwert, den dieser Film in meinem Leben einnimmt, ist vermutlich die Kombination aus Sport, Action und Drama. Vor allem die überzeugende Leistung aller Beteiligten ist so faszinierend. Tom Hardy und Joel Edgerton sind ihres Zeichens keine Kampfsportler, allerdings zeigen sie beide in diesem Film, dass sie zweifelsfrei das Zeug dazu hätten. Ihre Figuren wirken authentisch. Sie sind sowohl emotional als auch physisch sehr präsent und geben dem ganzen Streifen eine sehr gute Basis. Übertrumpft wird ihr Schauspiel lediglich durch einen alten Meister seines Fachs: Nick Nolte. Im Film ist seine Figur ein Trainer, der seinem Sohn dabei hilft, sich perfekt auf das Turnier vorzubereiten. Während dieser Trainingsphase muss er sich aber auch mit den Fehlern seines Lebens auseinandersetzen. Tom Hardy und Joel Edgerton haben für diesen Film ihren Körper in eine unfassbare Form gebracht.

Bevor ich zum Schluss komme, muss ich noch etwas komplett Subjektives beschreiben, das vermutlich niemand außer mir verstehen wird, aber Gavin O’Conner hat hier ein Werk erschaffen, das mir das Gefühl gibt, als sei es nur für mich entstanden. Ich fühlte mich immer ganz persönlich angesprochen, obwohl ich noch nie selbst Kampfsport getrieben habe und ich vermutlich nie in diese Situation kommen werde.

„Warrior“ ist nicht einfach nur irgendein Film. Er ist DER Film im Genre Kampfsport und wird daher noch sehr lange seinesgleichen suchen.

2 Gedanken zu “Warrior (2011)

  1. Ich finde ja, das gerade seine leisen Töne den Film von anderen Kampfsportfilmen so stark hervorhebt. Nicht mal Filme, die einfach nur ein Drama erzählen wollen, schaffen es so clever die Dramaturgie zu verpacken, wie Warrior. Als ich ihn gesehen habe, hatte ich sofort auch das Bedürfnis, ihn direkt nochmal zu schauen. Immerhin habe ich direkt danach zumindest das Finale ein zweites Mal angesehen. Mir fällt rückblickend auch fast gar nichts ein, was ich an ihm zu bemängeln hätte, außer vielleicht ein wenig auf inszenatorischer Ebene. Dort haben die Kämpfe zwar schon extrem weh getan und waren super roh, aber man merkt, dass auch viel mit dem Schnitt gearbeitet wurde, um ein wenig zu tricksen. Klar ist es eine schwierige Aufgabe so etwas zu choreographieren, aber Vorzeigebeispiel war da für mich Creed, der ganz lange die Kamera einfach draufhält. Durch die Schnitte kriegt das ganze an Wucht, aber es nimmt den Kämpfen ein wenig an Wirkung. Nichts desto trotz wog das für mich nicht überhaupt nicht schwer, denn der Film zielt ja viel mehr auf die Emotionalität ab. An der Stelle möchte ich dir Crying Fist nochmal ans Herz legen. Total unbekannt, aber man könnte meinen, Gavin O’Connor hätte sich da ein wenig inspirieren lassen. Die Grundlage ist dieselbe, es gibt zwei Hauptfiguren, einen alles entscheidenden Kampf und beide müssen gegeneinander ran, bloß stehen sie hier in keinerlei Beziehung zueinander.

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